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NO DIRECTION HOME

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Regie Martin Scorsese

Kritiken • NO DIRECTION HOME

09. November 2005 | NO DIRECTION HOME • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für sein monumentales Bob-Dylan-Porträt NO DIRECTION HOME ist der Film-Regisseur Martin Scorsese unter die Räuber gegangen, schreibt Daniel Kothenschulte. "Fast alle Filme, die Scorsese gedreht hat, handeln von Gangsterkarrieren - selbst wenn ihre Protagonisten Howard Hughes oder Jesus von Nazareth hießen. Der eine Handlungsstrang dieser vierstündigen Rekonstruktion der ersten fünf Jahre einer Musikerkarriere behandelt die instinktive Anpassungsleistung Dylans auf dem Weg zur Anerkennung in der Folk-Szene. ... Amerikas bedeutendster Filmemacher ist endlich selbst unter die Diebe gegangen. Zwar dankt er dem Dokumentaristen neben anderen im Abspann und interviewt ihn einmal kurz über Nebensächliches - über das Projekt Eat the Document, das so aufschlussreich ist für Dylans Hang zur ständigen Neuedition seiner eigenen Arbeit und der steten Veränderung seiner selbstfabrizierten Identitäten aber sagt er nichts."

31. Oktober 2005 | NO DIRECTION HOME • Kritik • Neue Züricher Zeitung

In der Dokumentation ist Bob Dylan dem Kritiker Manfred Papst (NZZ) so nah wie nie. "Was Scorsese an biografischem und zeitgeschichtlichem Material zusammengetragen hat, ist an sich schon überwältigend. Doch sein Film ist mehr als eine Fundgrube für die kuriose Spezies der Dylanologen. Wie der Regisseur die Sequenzen schneidet, montiert und in einen so zwingenden wie zwanglos anmutenden Rhythmus bringt, zeugt nicht nur von überlegener Technik, sondern auch von der Gabe, jede Situation intuitiv zu erfassen."

25. Oktober 2005 | NO DIRECTION HOME • Kritik • Berliner Zeitung

Frank Junghänel ist begeistert: "Was als Tondokument schon eine Weile verfügbar ist, erfährt durch die Kraft der Bilder noch eine Steigerung. ... Wie in all seinen Filmen, wühlt sich Scorsese auch hier wieder zu den Wurzeln der amerikanischen Geschichte durch. Er sucht nach den Quellen der populären Musik, forscht nach den Gründen des Geschichtenerzählens und zeigt, wie man es macht. ... NO DIRECTION HOME ist das Dokument einer musikalischen Reise, die sich zum Schluss derartig beschleunigt, dass immer mehr Leute ins Schleudern kommen, abspringen. Am Ende Dylan selbst."

23. Oktober 2005 | NO DIRECTION HOME • Kritik • Der Tagesspiegel

Ein Schock ist der Film für Rüdiger Schaper. "Es ist ein Schock, Bob Dylan reden zu hören und zu sehen. Das faltige, schmale Gesicht, das immer noch volle, gekräuselte Haar, die blitzenden Augen. Ein Schock, weil der Mann ohne Pose redet, blitzgescheit und, ja - bescheiden. Man sieht immer nur diesen Kopf leicht in der Schräge, keine Gliedmaßen, keinen Körper. Um es gleich zu sagen: keine Enthüllungen. ... NO DIRECTION HOME ist nicht frei von hagiografischen Tönen. Selbstfeier einer Generation, der auch Scorsese angehört und die in zehn, fünfzehn Jahren verschwunden sein wird. Dylan wollte nicht ihr Idol sein."

21. Oktober 2005 | NO DIRECTION HOME • Kritik • Die Zeit

Thomas Gross freut sich, daß Dylan endlich über Dylan spricht. "Und zwar nicht, wie in den vergangenes Jahr erschienenen Chronicles, in dürren Buchstaben, nein, er hält seinen alt gewordenen Dickschädel frontal in die Kamera, sodass man darin lesen kann wie in einem Buch. ... [Der Regisseur] will seinem Gegenstand nicht die Maske herunterreißen, er lässt die Maske in ihrem Umfeld sprechen, um etwas von den Mächten dahinter spürbar zu machen. In seinem erzählerischen Bogen ähnelt er einer Rockballade, in seinem Gleichgewicht zwischen Bewunderung und Annäherung hat er Teil an einer vorsichtigen Selbsthistorisierung, die Dylan mit den Chronicles eingeleitet hat."

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