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STOLZ UND VORURTEIL

STOLZ UND VORURTEIL

Regie Joe Wright
Kinostart 20.10.2005

Kritiken • STOLZ UND VORURTEIL

20. Oktober 2005 | STOLZ UND VORURTEIL • Kritik • Berliner Zeitung

Verschwenderisch in Kostüm und Landschaft nennt Peter Uehling den Film. "Das ist alles so ideal und natürlich zugleich gefilmt und so aufgeräumt durcheinander, dass es an Stillleben erinnert. Zuweilen gleitet die Kamera minutenlang ohne Schnitt durch Landschaften und Ballsäle; eine Figur, die eben links aus dem Bild getreten ist, kommt im selben Take - zwei Zimmer oder vier Hecken weiter - von rechts wieder hineingeschritten. An all dem kann man sich kaum satt sehen, doch wenn der Piktoralismus der Kameraarbeit von fern auch an Kubricks BARRY LYNDON erinnern mag, so fehlt doch die Kubricksche Distanz: Diese Bilder wollen geschlürft werden, nicht einfach betrachtet."

20. Oktober 2005 | STOLZ UND VORURTEIL • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit Keira Knightley fällt und steht für Christina Tilmann der Film. "Lizzie ist ein reizendes Wesen - eine Revolutionärin ist sie nicht. Die Schärfe, die bei aller Romantik in Jane Austens Romanen liegt, der funkelnde Sprachwitz und die unterschwellige Verzweiflung einer unverheirateten, mittellosen Frau - all das ist in der Neuverfilmung nicht mehr zu spüren. ... Daran scheitert letztlich der Film, dass er so eine wohl dekorierte, unaufregende Mittellage behält. Weder taugt er zur bösen Karikatur, auch wenn Brenda Blethyn als kuppelsüchtige Mutter, Donald Sutherland als resignierter Vater und Judi Dench als snobistische Lady Catherine de Bourg ihr Bestes geben, noch fliegen im Kampf der Geschlechter wirklich die Fetzen. Das Einzige, was hemmungslos ausgereizt wird, ist der Romantik-Aspekt."

20. Oktober 2005 | STOLZ UND VORURTEIL • Kritik • Frankfurter Rundschau

Michael Kohler mag die Verfilmung. "Der literarische Garten Austen, jenes Paradies aus sprachlicher Brillanz, intelligentem Witz und schnippisch-treffenden Porträts, weitet sich zur Brontéschen Landschaft der Kinoillusion. ... Keine Sorge. Joe Wright vertreibt niemandem aus dem Paradies. Sein Film hat alles, was zu einer Austen-Adaption gehört: grandiose Dialoge, vorzügliche Schauspieler, eine preisverdächtige Ausstattung, komplexe Verwicklungen. Bleibt die Frage: Wenn wir Jane Austen in Elizabeth erkennen, wie viel uneingestandene Verliebtheit steckt dann in Charlotte Bronté?"

19. Oktober 2005 | STOLZ UND VORURTEIL • Kritik • fluter.de

Die Geschichte bietet Philipp Bühler nun wahrlich keine Überraschungen mehr. "Der Film zeigt zwei Stunden Liebe in Action, holpert in der Eile gelegentlich wie eine Kutsche über den Kopfstein, findet aber durch liebevoll-realistische Details und seine erdigen Farben zur organischen Schönheit. Die Haupt- und Nebenrollen sind fast alle großartig besetzt und Austens Karikaturen dabei nur leicht übertrieben. Was will man mehr?"

17. Oktober 2005 | STOLZ UND VORURTEIL • Kritik • br-online.de

Andrea Mirbeth ist begeistert: "Die Jungschauspieler, unter ihnen die reizende Keira Knightly, agieren anmutig und so liebenswert, dass man ihrem Charme einfach nicht widerstehen kann. Und da ist noch die Ausstattung: natürlich ein Fest für jeden Szenenbildner ... Doch alle Achtung: Kitschig wird es nie. Auch die Dialoge sind ganz in der Tradition von Jane Austen, mit so viel feinem Humor, so viel Gefühl für Situationen, dass es nichts daran auszusetzen gibt. ... Hier stimmt einfach alles: Und am Ende hat man als Zuschauer zwei Stunden auf dem Land verbracht. Eine mehr als gelungene Landpartie ist das - und steht der bisher einzigen Adaption fürs Kino, der Verfilmung von 1940 mit Laurence Olivier und Greer Garson, die ebenfalls großartig ist, in nichts nach."

13. Oktober 2005 | STOLZ UND VORURTEIL • Kritik • film-dienst 21/2005

Fast jede Einstellung läßt sich laut Stefan Volk mit einer Seitenzahl aus dem Buch belegen. "Beim genaueren Hinsehen allerdings erweist sich einmal mehr, dass demjenigen, der das Gerippe einer literarischen Vorlage zu erhalten versucht, deren Geist häufig abhanden kommt. ... Im nostalgischen Rückspiegel verlagern sich die Konflikte auf eine psychologische Ebene. Die Genderfrage wird so zum amüsanten Geschlechterstreit, und Austens Roman nachträglich zur Urmutter harmloser Screwball-Komödien uminterpretiert. Der doppelbödige Humor, die kunstvolle Ironie und die satirischen Überzeichnungen Austens verlieren durch ein derart unreflektiertes Hinüberkopieren, das die zeitgeschichtlichen Veränderungen im Rezeptionskontext nicht berücksichtigt, an Schärfe und Aussagekraft. Fast zwangsläufig bleiben die hübsch anzusehenden Hauptdarsteller Keira Knightley und Matthew MacFadyen farblos."

Oktober 2005 | STOLZ UND VORURTEIL • Kritik • filmz.de

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