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FREMDE HAUT

FREMDE HAUT

Regie Angelina Maccarone
Kinostart 20.10.2005

Kritiken • FREMDE HAUT

09. Februar 2006 | FREMDE HAUT • Kritik • Die Tageszeitung

Ein riesiges Loch in der Erzähllogik hat Wilfried Hippen einige Zeit irritiert. Einen Diebstahl "inszeniert die Regisseurin plötzlich im Stil einer Krimikomödie, und dieser Stilwechsel tut dem Film nicht gut. Auch eine Szene, bei der Fariba mit deutschen Arbeitskollegen zu einem Herrenabend in ein Bordell geht, wirkt seltsam unentschieden. Beide Sequenzen sind offensichtlich mit dem Blick auf ein lesbisches Zielpublikum inszeniert worden, das sich für zwei Rebellinnen begeistern und über die Männer im Puff die Nasen rümpfen kann. Doch diese Genreszenen wirken wie Fremdkörper in einem Film, der ansonsten so einfühlsam und subtil den Kampf einer Frau um ihre Identität beschreibt."

21. Oktober 2005 | FREMDE HAUT • Kritik • Die Tageszeitung

Madeleine Bernsdorff sah ein Hosenrollendrama jenseits von Crossdressing-Plänkeleien. "Der Film lebt von Jasmin Tabatabai sowie von ausgezeichneten Nebendarstellern wie Hinnerk Schönemann, der Siamaks Arbeitskollegen Uwe so spielt, dass in jeder Geste und Bewegung Mackerkonkurrenz und mehrheitsgesellschaftliche Drohung präsent sind: "Du gehörst hier nicht her!" Doch es gibt auch viele Momente, in denen der Film seiner eigenen kühn konstruierten Geschichte nicht traut, in denen die sich anbahnende Liebesgeschichte mit einem Übermaß sehnsüchtiger Blicke und sich nähernder Gesichter inszeniert wird, untermalt von Musik, die allzu sehr darauf hinweist, was wir nun fühlen sollen."

20. Oktober 2005 | FREMDE HAUT • Kritik • Berliner Zeitung

Für Jan Brachmann bestimmen die Bilder den Ton des Films. Und dieser Ton ist gedämpft. "In aller Dezenz mutet einem FREMDE HAUT schwerste Konflikte zu: das schlechte Gewissen, als Homosexuelle nur eine Asylbewerberin von minderem moralischen Recht zu sein, und die stete Spannung, den eigenen Körper zu unterdrücken samt der eigenen Sehnsucht. Doch alle diese Konflikte verwandeln sich nicht in filmischen Aktionismus. ... [Die Regisseurin] will stillen, undramatischen Widerstand leisten gegen den westeuropäischen Zwang zum Coming out, gegen das, was Michel Foucault "Geständniskultur" nannte. So verzichtet sie auf die Darstellung und Erklärung dessen, was einzig und allein die Sache jedes oder jeder Einzelnen ist. Und - hier darf man es wohl wieder sagen - das ist auch wirklich gut so."

20. Oktober 2005 | FREMDE HAUT • Kritik • Der Tagesspiegel

Natürlich überzeugt Jasmin Tabatabai die Kritikerin Kerstin Decker. Die Schauspielerin "gibt ihrem Siamak eine dunkle Melancholie, wortkarg ist er auch: besser man spricht nicht soviel mit dieser bedenklich hohen Stimme. Wenn Frauen Männer sind und umgekehrt, werden meist Komödien daraus, aber wie der ganze Film, so ist auch der Ton des Lachens hier verhaltener. ... FREMDE HAUT von Angelina Maccarone hat eine schöne ruhige Intensität, so wie Jasmin Tabatabais Gesicht und die Liebe einer Schwäbin zu diesem merkwürdig-sanften Iraner, mit dem irgendetwas nicht stimmt. Das sieht sie genau."

20. Oktober 2005 | FREMDE HAUT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Volker Mazassek ist FREMDE HAUT mehr als ein konventionelles Asyldrama. Der Regisseurin gelingt "ein schmerzhaft-schöner Film, in dem Jasmin Tabatabai in der Hauptrolle schauspielerische Glanzpunkte setzt. ... Jasmin Tabatabais Verwandlung in einen Mann ist mehr als bemerkenswert. Sie kann männliches Auftreten bis in die Details von Gang und Gesten nachahmen. Als Typ verschlossener Schweiger erregt sie kein Aufsehen. Für ihre kaum erträgliche Einsamkeit und Verlorenheit braucht es keine Worte. Tabatabai kann das alles in die Blicke ihrer tapferen Figur legen. Eine große Vorstellung."

19. Oktober 2005 | FREMDE HAUT • Kritik • fluter.de

Jasmin Tabatabai ist die Idealbesetzung für die Hauptrolle, meint Stefanie Zobl. "Mit ihrem minimalistischen Spiel verleiht sie der in sich gekehrten und in ihrer speziellen Situation oftmals verloren wirkenden Figur ein ganz eigenes und zutiefst glaubwürdiges Gefühlsleben, ohne auch nur eine Sekunde rührselig zu werden. Die Drehbuch-Autorinnen, Regisseurin Angelina Maccarone und Kamerafrau Judith Kaufmann, haben Klischees und Plattitüden auf angenehme Weise umschifft ... Doch so ganz scheinen die Filmemacherinnen ihrer außergewöhnlichen Geschichte nicht getraut zu haben. So müssen auch das Film-Setting und der Soundtrack mithelfen, die besondere Problematik des Themas zu unterstreichen. Insgesamt ergibt das leider eine etwas zu schwere Kost."

17. Oktober 2005 | FREMDE HAUT • Kritik • br-online.de

Für Thilo Wydra steht und fällt der Film mit seiner Hauptdarstellerin Jasmin Tabatabai. "Ihre Metamorphosen zwischen den Identitäten, zwischen den Geschlechtern, zwischen den Zugehörigkeiten - das ist es, was FREMDE HAUT weitgehend trägt. Es ist ein kleiner Film, unprätentiös in seiner (auch visuellen) Form, unbequem in seiner Haltung, in dem, was er erzählt."

13. Oktober 2005 | FREMDE HAUT • Kritik • film-dienst 21/2005

Alexandra Wach weiß nicht so recht, zu welcher Sorte von Fiktion sie diese Geschichte eigentlich rechnen soll. "Für ein politisch korrektes Thesenstück reicht der ausufernde Konfliktstoff allemal. Und so entgeht auch FREMDE HAUT leider nicht ganz der Gefahr, das hoch aktuelle Flüchtlingsthema mit allzu vielen Nebensträngen und dramatischen Wendungen zu überfrachten und es dadurch letztlich nicht ernst zu nehmen. Hinzu kommt, dass es dem Drehbuch bisweilen an Plausibilität fehlt ... Zumindest die Kamera setzt die nötigen Kontrapunkte, schafft atmosphärische Bilder, die fern des Soziologischen die Mühen des Exils auf leisen Sohlen entfalten. Jasmin Tabatabei als Fariba und Anneke Kim Sarnau als Anne gelingt es darüber hinaus, ihren Figuren jene Bodenhaftung zu verleihen, die ihnen das angestrengte Drehbuch über weite Strecken verwehrt."

Oktober 2005 | FREMDE HAUT • Kritik • filmz.de

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