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DIE REISE DER PINGUINE

DIE REISE DER PINGUINE

Regie Luc Jacquet
Kinostart 13.10.2005

Kritiken • DIE REISE DER PINGUINE

15. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Der Spiegel

Der Tierfilm mit philosophischem Anspruch ist für Jürgen Schmieder ein mit religiösen Metaphern beladenes Passionsspiel. "Überall schimmert das katholische Weltbild Jacquets durch: Allein durch Opfer kann Leben entstehen, scheint er sagen zu wollen. Jeder Pinguin ein besserer Mensch im Sinne der Heiligen Schrift: Das Leid wird billigend in Kauf genommen, ohne Klagen und ohne Suche nach Auswegen, immer mit Blick auf das große Ziel, die Rückkehr ins Paradies des Ozeans, wenn die Reise vorbei ist. Um die Metapher noch deutlicher zu machen, werden die Vögel im Film personifiziert. Aus dem Off werden ihre Gedanken vertont."

13. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Die Tageszeitung

Christina Nord fand manche Einstellungen hinreißend. "Je länger DIE REISE DER PINGUINE andauert, umso mehr wünscht man sich, Jaquet möge das Spezifische einer Pinguinexistenz in den Vordergrund rücken, möge ihr Geheimnis, wo er es nicht lösen kann, doch wenigstens gebührend würdigen. Stattdessen versucht er, die Welt der Pinguine in den Kategorien des Menschen zu erfassen. Damit betritt er das Glatteis, auf dem der Behaviorismus seine tautologischen Pirouetten dreht. ... Erklärt wird damit wenig, egal in welche Richtung die Argumention verläuft. Eher schlägt die Naturbeobachtung in Ideologie um. Je unbarmherziger DIE REISE DER PINGUINE dem Primat der Fortpflanzung huldigt, umso mehr drängt sich der Eindruck auf, die christlich-fundamentalistischen Freunde des Films lägen mit ihrem Jubel genau richtig."

13. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Frankfurter Rundschau

"Jaquet überhöht das Geschehen zum ewigen Kreislauf von Leben und Tod. Der Schönheit seiner Bilder wird vieles durch den menschelnden Duktus genommen. Bei Jaquet können Pinguine sprechen - und das ist keine gute Idee."

12. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Berliner Zeitung

Mehr als einmal macht der Film für Stephan Speicher einen tiefen Eindruck. "Die Pinguine im Eis haben im schwarz-weißen Kontrast etwas Strenges, das sich gleich wieder löst in der scheinbaren Unbeholfenheit, mit der sie sich bewegen. Das alles sieht man mit Anteilnahme. Wäre da nicht noch die Tonspur. ... Das ist an sich und unter allen Umständen ein klebriges Gerede. Im Falle der Pinguine aber widert es doppelt an. Es ist ja tatsächlich schwer, den Überlebenskampf der Tiere nicht mit moralischen Kategorien wie Tapferkeit oder Hartnäckigkeit zu verfolgen. Von selbst stellt man sich die Frage, ob hier Verhalten allein zu beobachten oder ob auch etwas zu verstehen ist."

12. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz will das Geheimnis des Erfolges finden. "Es sollte kein Dokumentarfilm werden, sondern ein Spielfilm. Eine Lovestory: DIE REISE DER PINGUINE ist ein Melodram von Vatermutterkind, eine Legende vom Widerstand und der Strapaze des Überlebens in der unwirtlichsten Gegend der Welt. ... Was für ein Gemeinschaftssinn! Diese Opferbereitschaft! Die Monogamie! Der eherne Fortpflanzungswille! Das Kindchenschema greift: Die menschliche Physiognomie der Pinguine erlaubt es dem Zuschauer, die eigenen Bedürfnisse in sie hinein zu fantasieren. ... Der Erfolg des Films und die politische Debatte um ihn zeigen auch: Pinguine, diese traurigen Clowns im Karneval der Tiere, sind mehr als nur die ideale Projektionsfläche für humane Sehnsüchte. Sie sind die besseren Menschen. Zu gerne wären wir wie sie: so zäh und so zärtlich."

12. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Jungle World

DIE REISE DER PINGUINE ist mehr als nur ein Tierfilm, schreibt Andreas Hartmann. Der Film "erzählt von Aufopferungsbereitschaft, Treue, Liebe und solchen Dingen, von denen auch gerne Sonntags in der Kirche erzählt wird. ... Dass es sich dabei einfach um Naturphänome handelt, um ganz simple Instinkte, die hier zählen, interessiert in dem Film nicht. Nein, es soll schon die ganz große Geschichte erzählt und ein wahres Wunder der Natur gezeigt werden, und dass die Diskussion über diesen Film inzwischen vor allem in den USA derart absurde Züge angenommen hat, muss sich der Filmemacher schon selbst zuschreiben."

12. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Jungle World

Ivo Bozic spricht mit Tierfilmer und Publizist Michael Miersch über schwule Pinguine, Elefanten-Sex, Gewalt unter Delphinen und über verklemmte Evangelikale.

12. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • fluter.de

Barbara Lich empfiehlt, den Film ohne Ton zu sehen. Das Werk fügt sich "in die Reihe der kinotauglichen Naturfilme ein, wie etwa NOMADEN DER LÜFTE und DEEP BLUE: Die Natur liefert eben verdammt gute Geschichten. Ein Manko hat der Film aber doch: die Tonebene. Während der gesamten 86 Minuten verspürt man die unbändige Lust, die Sprecher/innen zu knebeln. Denn was da poetisch gehaucht aus dem Off kommt, raubt den Zuschauenden die Nerven - und der Dokumentation leider eine Menge ihrer Schönheit."

11. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Der Tagesspiegel

Roland Knauer erklärt die Reise der Pinguine wissenschaftlich.

11. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • film-dienst 21/2005

Ulrich Kriest hat den Putzigkeitsfaktor der vorgeführten Reise entdeckt. "DIE REISE DER PINGUINE kommt den Objekten seiner Beobachtung bemerkenswert nahe. Die Landschaftsaufnahmen der Antarktis sind von erhabener Qualität. So würde man diesem ebenso 'poetischen' wie bildgewaltigen Tierfilm gerne zugute halten, dass er nichts dafür kann, dass er in den USA derart emphatisch von christlich-fundamentalistischen Kritikern der Evolutionstheorie rezipiert wird. Allein, der Film besitzt nicht nur erstaunliche Bilder. Vielmehr ergänzt er diese durch einen dubiosen Kommentar, der das Geschehen auf der Leinwand mit verteilten Rollen auf eine Weise 'vermenschlicht', die ausgesprochen ärgerlich ist."

06. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Unzähliche Male sind Pinguine schon gefilmt worden, meint Christoph Egger, aber das Filmteam hat "es fertiggebracht, neue Bilder für diesen Vorgang zu finden, indem sie erst ein einzelnes Tier wie aus dem Nichts direkt vor der Kamera seine machtvolle Landung vollführen lassen, bevor sich dann die andern in schöner Zeitlupe in den strahlenden Sonnenschein katapultieren. ... Luc Jacquet ist Verhaltensforscher, der weiss, worauf er achten muss beim filmischen Nachvollzug des Geschehens; und er besitzt Sinn für die ästhetische Wirkung."

05. Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • Der Spiegel

Richard Ingham beschreibt die Diskussion in den USA um die Dokumentation DIE REISE DER PINGUINE, wo konservative Christen und weniger gläubige Zeitgenossen die Tiere im Streit um die Evolutionstheorie benutzen.

Oktober 2005 | DIE REISE DER PINGUINE • Kritik • br-online.de

Ein anrührendes Naturschauspiel mit sensationellem Schauwert, sah Margret Köhler. "Was die Kamera von Laurent Chalet und Jérome Maison an brillanten Bildkompositionen liefert und von drei Sprechern aus der Pinguin-Perspektive erzählt wird, steigert sich zum visuellen Erlebnis (geplant war 'nur' eine TV-Doku). Ein Wermutstropfen ist der Kommentar, die Pinguine erzählen in der Ich-Form, was ziemlich albern wirkt. Das ist aber das einzige Manko. Sonst verfolgt man ganz nah am Geschehen mit großen Augen wie Liebeslieder die Weibchen willig machen, Paare im Takt miteinander 'tanzen' und sich immer in Treue wiederfinden."

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