Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

SCHATTENVÄTER

SCHATTENVÄTER

Regie Doris Metz
Kinostart 10.11.2005

Kritiken • SCHATTENVÄTER

18. November 2005 | SCHATTENVÄTER • Kritik • Der Freitag

Vie Gestaltungswillen der Regisseurin hat Barbara Schweizerhof wahrgenommen. "Beide Geschichten sind ungeheuer spannend, reißen mit, regen zum Nachdenken an. Nur warum sie zusammen in einen Film gehören sollen, leuchtet im Verlauf der Dokumentation immer weniger ein. Doch obwohl das Konzept nicht aufgeht, ist es ein spannender Film. ... Bleibt als Fazit: Den Film, mit seiner unseligen Parallelisierung zweier nicht vergleichbarer Leben, kann man schnell vergessen; die beiden Figuren und was sie erzählen dagegen bleiben noch lange im Gedächtnis."

15. November 2005 | SCHATTENVÄTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Glücklos nennt Daniel Kothenschulte den Film. Was verbindet die zwei Söhne miteinander? "Metz' Methode, dies zu klären, ist die Parallelmontage der beiden sprechenden Köpfe, und wenn beide Männer in der Schlusseinstellung endlich zusammen in einem Bild stehen, schweigend an einem Geländer lehnen, sagt dies nicht nur etwas über die herbeigeredete Beziehung aus, sondern auch darüber, was der ganze Film eigentlich zu sagen hat. ... Auf dem Trittbrett der Zeitgeschichte verhandelt dieser Film männliche Emotionalität aber allenfalls bruchstückhaft. Dabei wäre dies die eigentliche, die im wahrsten Sinne filmreife Geschichte gewesen."

10. November 2005 | SCHATTENVÄTER • Kritik • Neues Deutschland

Laut Gabriele Oertel ist dies eine für Interessierte und Insider bisweilen atemberaubende Dokumentation. "Ein bisschen einsam kommen zum Ende des Films, der bis dato Monologe mit einfühlsamen Bildern bot - und sehr kompetente Fragestellung auf der anderen Seite nur ahnen lässt -, die beiden Protagonisten auf einer Brücke zusammen. Ohne ein Wort miteinander zu wechseln. Ohne sich aufeinander einzulassen. Sie haben die Brücke betreten, aber nicht genutzt. In diesem Moment sind sie ihren Vätern ähnlich, die - der eine wie der andere - ihren Söhnen Nähe verweigerten und ihnen ein Leben lang immer ein gehöriges Stück unbekannt geblieben sind."

10. November 2005 | SCHATTENVÄTER • Kritik • Die Tageszeitung

Zeitzeugenberichte in historischen Dokumentarfilmen machen es möglich, das Verständnis weltpolitischer Ereignisse durch die ganz private Perspektive einzelner Menschen zu brechen, schreibt Jan-Hendrik Wulf.
"In der Schlussszene stehen die beiden Söhne nebeneinander, den Rücken zur Kamera. Sie blicken auf den Rhein und schweigen. Für sich selbst weisen sie ganz unsentimental zurück, was die Regisseurin den Zuschauern nahe legen will: durch ein gemeinsames biografisches Verhängnis miteinander verbunden zu sein."

09. November 2005 | SCHATTENVÄTER • Kritik • fluter.de

Für Thomas Winkler arbeitet die Regisseurin Parallelen zwischen den beiden Biografien heraus, um deutsch-deutsche Geschichte aufzuschreiben. "Vor allem aber sucht der Film nach den Ähnlichkeiten in den demolierten Vater-Sohn-Verhältnissen, nach psychologischen Mechanismen, die überall auf der Welt gleich sind, unabhängig vom politischen System. Dazu verzichtet Metz weit gehend auf Archiv-Material. Lieber zeigt sie in ruhigen Einstellungen die lange schon verlassenen Orte der Macht, lässt die Kamera genüsslich dicke Wände, eintönige Plattenbauten, grafische Architektur abfahren. Dazu werden aus dem Off Ausschnitte aus Interviews mit Willy Brandt und Günter Guillaume eingespielt. So sind die beiden alten Männer kaum zu sehen, immer wieder nur zu hören, körperlos und doch ständig im Hintergrund vorhanden, "Schattenväter" eben."

09. November 2005 | SCHATTENVÄTER • Kritik • br-online.de

Ein filmisches Fragment sah Heidi Reutter. Die Regisseurin hat sich "vorsichtig an ihre Protagonisten herangetastet, um ihnen Zeit zu lassen für einen möglicherweise schmerzhaften Erinnerungsprozess. Das kommt ihrem Film zugute. Fragwürdig bleibt diese Dokumentation in ihrem konzeptuellen Ansatz trotzdem. Weil sie dem Zuschauer zwei erwachsene Menschen präsentiert, deren filmdramaturgische Beziehung zueinander zunächst etwas arbiträr erscheint. ... Doris Metz konzentriert sich statt dessen auf das komplexe Verhältnis Vater-Sohn. So muss ihr Film am Ende fragmentarisch bleiben. SCHATTENVÄTER monologisiert 93 Minuten lang, doch irgendwann ist das Gesagte redundant."

08. November 2005 | SCHATTENVÄTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Eigentlich nur ein einziger, loser Knoten verbindet die zwei Söhne miteinander, schreibt Barbara Nolte. "Es ist der Umgang mit Vätern, schwierigen Vätern, der am Beispiel von Matthias Brandt und Pierre Boom anschaulich wird. Matthias Brandt will seinem Vater unter keinen Umständen mehr Platz in seinem Leben einräumen, als der ihm eingeräumt hat. Pierre Boom dagegen hat sich in das Leben des Vaters vertieft, hat versucht, ihn zu ergründen."

08. November 2005 | SCHATTENVÄTER • Kritik • film-dienst 23/2005

Es sind kleine Erinnerungsmosaike, aus denen sich die große Geschichte, aber auch kleine Familiengeschichten zusammensetzen, meint Hans Messias. "Doris Metz hat die auf Video aufgenommenen Interviewszenen, insgesamt über 25 Stunden, und mit Super 16 gefilmte Ortsskizzen dialektisch montiert, wobei sich der eine Gesprächspartner zeitlich meist auf der Höhe des anderen bewegt. Dabei entstand ein dichter Film, der trotz des vordergründig spröden Themas keine Langeweile aufkommen lässt. Kleine inszenatorische Tricks wie Schwenks und Kamera- oder Kranfahrten tragen dazu bei, die typische Interviewsituation aufzubrechen und atmosphärische Räume und Gegenden zu inszenieren, zu denen die Protagonisten einst ein besonderes Verhältnis hatten."

06. November 2005 | SCHATTENVÄTER • Kritik • Der Spiegel

"Einen Erzähler gibt es nicht in dem Film, nur die Aussagen der beiden sowie Musik von Markus Stockhausen. ... Doris Metz bietet mit ihrer Dokumentation einfühlsamen Einblick in das Innenleben zweier Männer, die wider Willen ihr Leben lang den Schatten ihrer Väter spüren, und damit einen spannenden Aspekt abseits der üblichen Darstellung der historischen Ereignisse. Dennoch bleibt die Dokumentation, vielleicht auch angesichts der Fülle des Stoffes, bruchstückhaft. Greifbar werden die Väter auch für die Zuschauer nicht."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,32307