DIE WEISSE MASSAI

film-zeit Film: DIE WEISSE MASSAI
Regie Hermine Huntgeburth
Kinostart 15.09.2005

Inhalt • DIE WEISSE MASSAI

Am Ende ihrer Ferien in Kenia lernt Carola den Samburu-Krieger Lemalian kennen. Sie ist fasziniert und verliebt sich Hals über Kopf. Eine Begegnung mit Folgen: Kurzerhand storniert Carola den Rückflug, schickt ihren Freund Stefan allein nach Hause und bleibt in Kenia, macht sich auf die Suche nach Lemalian. Nach einer Fahrt durch die afrikanische Wildnis lernt Carola in Maralal die Deutsche Elisabeth kennen. In Maralal trifft sie auch Lemalian wieder und folgt ihm in sein Dorf Barsaloi. CSie beschließt, der Schweiz den Rücken zu kehren. Mit Energie und allen Widerständen zum Trotz baut sie sich ein neues Leben in Afrika auf. Doch was sie für die größte Liebe ihres Lebens hält, wird zu einem Leben zwischen Himmel und Hölle, einem großen Abenteuer, eine menschliche Grenzerfahrung.

Kritiken • DIE WEISSE MASSAI

16. September 2005 | Kritik • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Andreas Kilb läßt sich von diesem "Kolonialismus light" nicht überzeugen. Der Kritiker reflektiert über den europäischen Blick. "DIE WEIßE MASSAI ist so verschämt ethnographisch und so schamlos irreal wie nur je ein Hollywoodfilm über Afrika, nur daß ihm das wichtigste Kunstmittel Hollywoods fehlt: das Geld. ... Huntgeburths Film tut dagegen so, als könne er den Massai mit Hilfe von Corinne-Carola tatsächlich nahekommen. Deshalb wirken seine Stereotypen noch verlogener als die seiner Vorgänger. DIE WEIßE MASSAI ist Kolonialismus light: Was an den klassischen Filmen über Afrika süß und klebrig war, ist hier durch Saccharin ersetzt. Der Geschmack der Geschichte wird dadurch nicht besser."

15. September 2005 | Kritik • Berliner Zeitung

Sabine Vogel spricht mit der Schauspielerin Nina Hoss über den Humor alter afrikanischer Frauen und ihre eigene Rolle.

15. September 2005 | Kritik • Die Tageszeitung

Mit Eifersucht als zentrales Element der kulturellen Andersartigkeit hat sich Anette Weber auseinandergesetzt und deckt einige fehlende Teile des Films auf. "In DIE WEIßE MASSAI ist Afrika ein Ort der Nichtkommunikation. Carola erlebt und interpretiert mit ihren bekannten Mustern, ihr Handlungsrahmen ist demnach auf schweigendes Aushalten oder revoltierendes Ablehnen begrenzt. Etwas auszuhandeln, zu palavern, Übereinkünfte zu finden, sich anzunähern, ist in diesem Film nicht vorgesehen. Es gilt das normative Sprechen der Europäer, das "Andere" ist unveränderbar, stoisch, prämodern, und so kann man sich letztendlich nur entscheiden, dazubleiben oder wegzugehen."

15. September 2005 | Kritik • Die Welt

Peter Zander hat einen spießigen Mißklang ausgemacht. "Hermine Huntgeburths Film weidet sich ein wenig zu spießgesellig an dem schönen Wilden (kein Eingeborener, sondern der französische HipHopper Jacky Ido) und wundert sich dann sehr, wenn er sich am Ende auch so verhält. Und Nina Hoss, sie ist sehr präsent, sehr plausibel in dieser Rolle. Und doch ein wenig zu intelligent, zu reif, als daß man ihr diese Naivität abnehmen könnte. Dies ist kein JENSEITS VON AFRIKA, nicht mal ein NIRGENDWO IN AFRIKA, keine Romanze - schon gar keine doppelte mit einem Kerl und einem Kontinent. Das ist nur ein ärgerlicher, mit Ethno-Kitsch durchtränkter Schmachtfetzen."

15. September 2005 | Kritik • Der Tagesspiegel

Kein Leser wird enttäuscht sein, behauptet Daniela Sannwald. "Nina Hoss als weiße Massai und der in Burkina Faso geborene Franzose Jacky Ido als Lemalian, das Objekt ihres Begehrens, bringen eine Intensität zustande, die dem Buch fehlt. Und wenn die Kamera von Martin Langer über die weite Steppe schweift, durch die sich zeitlupenartig winzige Menschen und Tiere bewegen, dann wird deutlich, dass die Protagonistin einem Traum folgt, der vielleicht weniger mit dem Mann als mit der großartigen Landschaft zu tun hat, der die Enge in der Schweiz diametral entgegensteht."

15. September 2005 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Regisseurin weiß um die Gefahren eines solchen Films, meint Volker Mazassek, aber "weil die bindende Wirkung zwischen den Personen fehlt, wirkt das Ganze gelegentlich, als agierten Verirrte vor afrikanischer Fototapete. Das gilt selbst für Lemalian, dessen Perspektive nicht vorkommt. Nur Elisabeth, gespielt von der leicht verwitterten Katja Flint, steht mit beiden Beinen auf kenianischem Boden."

15. September 2005 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn empfiehlt, sich einen schönen Abend zu machen und in den Zoo zu gehen. "Lemalian schikaniert Carola, er sieht Liebhaber, wo keine sind, er gibt das Geld, das sie mit einem kleinen Laden einnimmt, für die Verwandtschaft aus. Die moderne Schweizerin gibt ein paar Widerworte und leidet dann an ihrer ethnologischen Unkorrektheit zu großartigen Sonnenuntergängen. Sonst wäre der Film recht früh zu Ende. Solches Glück ist dem Betrachter, der sich nicht für das Abenteuer Lebenslüge erwärmen kann, leider nicht beschieden."

15. September 2005 | Kritik • Neues Deutschland

Lakonisch nennt Caroline M. Buck die erzählweise. Die "Inszenierung macht keinen Hehl daraus, dass man manch kurzentschlossene Entscheidung bewundern kann, ohne deshalb auch nur einen Moment an ihre Weisheit oder an Erfolgsaussichten zu glauben. Sie gibt den Figuren Raum, sich in ihrer ungewohnten neuen Lebenslage zu orientieren – denn auch der Massai-Krieger, der sich mit einer emanzipierten, noch dazu emotionsgesteuerten weißen Frau auf dem Hüttenboden wiederfindet, wird die Situation gewöhnungsbedürftig finden."

14. September 2005 | Kritik • Der Stern

Einen ebenso ungewöhnlichen wie fesselnden Liebesfilm vor der atemberaubenden Kulisse Afrikas hat laut Stefanie Mülheims die Regisseurin geschaffen. "Ist der Film insgesamt spannungsgeladen und fesselnd, so ist sein Manko, soweit man das so nennen kann, die Sprunghaftigkeit seiner Handlung. Ab und zu fühlt sich der Zuschauer im Regen stehen gelassen ... Das Erfolgsrezept des Film ist schlichtweg die faszinierende Geschichte dahinter: so unglaublich, dass sie eigentlich nur erfunden sein kann und trotzdem wahr. Im Vordergrund stehen die Bemühungen zweier Menschen verschiedenster Kulturkreise, aufeinander zuzugehen und die Probleme die sich daraus ergeben."

13. September 2005 | Kritik • Berliner Zeitung

Sabine Vogel findet den Film besser als das Buch. "Ohne überflüssiges Herumlabern und auch ohne viel weitwinkelseliges Kameraherumschweifen in exotisch vermüllten Massen, chaotischen Marktplätzen oder himmelweiten Safarilandschaften erzählt die Regisseurin Hermine Huntgeburth die Geschichte ... Wenn das Frauenroman-Kitsch ist, soll es so sein. Der Film aber macht keinen daraus. Er beschönigt nichts, da ist kein 'Wiege der Menschheit'-Paradies in dieser Ödnis, keine 'edle Wildheit' im rohen Überleben und kein überhebliches Gutmenschentum. Er setzt große Gefühle bei Schmerz, Tod, Geburt und kleinen Glücksmomenten mit allen dramatischen Zauberkunstwerken des Kinos in Szene, aber nie lässt er falsche Romantik zu. Die Filmgeschichte ist glaubwürdig unsentimental, ohne Helden und ohne Opfer, alle Beteiligten sind Herren und Frauen ihres Lebens."

13. September 2005 | Kritik • br-online.de

Eine aufwühlende, provozierende und packende Liebesgeschichte hat Antje Harries gesehen. "Der Weg zum Geliebten gehört zu den faszinierendsten Momenten des Films. In den Bildern von Afrika, der unbekannten Kultur und dem Staunen und Sehnen der Europäerin liegt die ganze Begeisterung westlicher Kultur für den dunklen Kontinent. In den staubigen Bildern von Kameramann Martin Langer verbinden sich Dokumentarisches und Malerisches. Selten ist Afrika im Film aus dem Blickwinkel eines Europäers so authentisch fotografiert worden. ... Nie wird in dem Film gewertet, die eine Kultur gegen die andere ausgespielt."

13. September 2005 | Kritik • fluter.de

Stefanie Zobl sagt es unumwunden: Was im Buch "als eine Mischung aus wilder Entschlossenheit, absoluter Leidenschaft und hoffnungsloser Naivität herüberkommt, ist im Film zur Schmonzette aufgehübscht und glattgebügelt worden. ... Immerhin machen die großartige und wunderschön fotografierte Naturkulisse Afrikas und das Spiel von Nina Hoss und Jacky Ido in den Hauptrollen die mangelnde Authentizität des Filmes ein Stück weit wieder wett."

12. September 2005 | Kritik • film-dienst 19/2005

Horst Peter Koll sieht bereits eine Produktpalette 'Corinne Hofmann in Kenia', die nun um einen Kinofilm ergänzt wird. Dabei erschließt die Regisseurin "betont 'großes' und aufwändiges, an Originalschauplätzen in Kenia entstandenes Drama weitere Sichtweisen – nicht als dokumentarische Annäherung an einen immer noch fremden Kontinent, sondern als Fundus für dramatisches, phasenweise spannendes, stets emotionsbetontes Abenteuerkino ... was sich im exotischen Flair eines touristischen Reiseprospekts in purem Kitsch hätte auflösen können, wird zum gestandenen Kinoabenteuer mit atmosphärisch dichten, ansprechend komponierten und fotografierten afrikanischen Landschafts- und Städtepanoramen."

September 2005 | Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

Aktueller Stand der Datenbank:
15659 Filme,
15393 Bücher & Artikel,
802 Biographien,
52 Themen & Listen
all: 0.21722