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DIE GROßE STILLE

DIE GROßE STILLE

Regie Philip Gröning
Kinostart 10.11.2005

Kritiken • DIE GROßE STILLE

10. November 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • Berliner Zeitung

Der Regisseur findet zum absoluten Film, behauptet Jan Brachmann. "Grönings Abschied vom Gerede macht den Weg frei zum absoluten Film, zur Befreiung der Bilder von der Illustration der Worte oder der Dokumentation von Sachverhalten. In den eingeschobenen Super-8-Sequenzen öffnen sich die Ränder der Dinge, ihre Gegenständlichkeit löst sich auf. Die Kreise, die ein Tropfen in stehendem Wasser wirft, verwandeln das Filmbild in bewegte, ganz abstrakte Grafik. ... Das meiste betäubt uns nur, statt uns zu erfüllen. Darauf kann man zwar auch ohne Philip Grönings Film kommen - mit ihm aber ist es schöner."

10. November 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker ist dem Regisseur begegnet. "Es ist ein Elementarfilm geworden. Er handelt vom Leben in der Grande Chartreuse, wo jeder allein ist und doch nicht allein, vom Wechsel der Jahreszeiten, den man intensiver spürt. Vor allem aber handelt Grönings DIE GROßE STILLE eben davon, wie Zeit Raum wird. Wahrscheinlich lassen sich alle unsere Probleme auf die Elementarrelation von Raum und Zeit zurückführen. Die ewige Sehnsucht der Seele geht zum Raum, wissen die Weisen aller Jahrhunderte. Und das Wesentliche kennt keine Entwicklung. Wir Modernen haben das nur vergessen. Bei uns heißt jedes zweite Wort Zeit, weil sie Geld ist."

10. November 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte hat der Film Stärken und Schwächen. "Das Erstaunlichste am Ergebnis ist, dass aus all der auferlegten Beschränkung kein kleiner Film entstanden ist, sondern einer mit imposanten Kinobildern. Gröning füllt die Leinwand mit spektakulären Naturansichten. Die Außenwelt erscheint als erhabener Gegenpol zur Enge im Innern. ... Doch obwohl Gröning nicht mit dem Zeigefinger auf die Heiligkeit des Ganzen pocht, stellt er sie auch nicht in Frage. In ständiger Wiederholung der gefilmten Rituale bekräftigt er ihre Gültigkeit. Es ist ein Film wie nach einer alten Liturgie gefertigt. Für jedes Bild gibt es eine Entsprechung, der Anfang ist identisch mit dem Schluss. Die strenge Form wird übermächtig wie ein Ornament, und schließlich scheint es, als wolle Gröning seinen eigenen Bildern nicht mehr trauen."

10. November 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • Die Tageszeitung

Der Regisseur ist laut Bert Rebhandl fasziniert von "vom Himmel und von den Stimmungen des Lichts. Das liegt vielleicht daran, dass ihm das Sichtbare am Kartäuserleben nach einer Weile doch ein wenig zu profan erscheint. Gröning legt jedenfalls ständig nach. Er sucht nach Transzendenzzeichen in den alltäglichen Verrichtungen. Die Kamera maßt sich manchmal selbst den göttlichen Blick an ... Gröning zeigt nicht, er beschwört - und überlagert damit den Glauben der Kartäuser mit dem Aberglauben des Kinos."

09. November 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • fluter.de

Für Nana A. T. Rebhan ist der Film ein Kinoereignis. "Entstanden ist ein radikales Kinoereignis, das selbst für manchen Cineasten und manche Cineastin zu puristisch ausgefallen sein dürfte. Doch für diejenigen Zuschauenden, die bereit sind, sich darauf einzulassen, für die ist der Film eine großartige und bereichernde Erfahrung."

09. November 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • br-online.de

Jenseits von Kommerz und Knalleffekten inszeniert der Regisseur für Heidi Reutter das andächtige und meditative Klosterleben der Karthäusermönche. "Gröning findet viele poetische Bilder: Schneeflocken, die wie weicher Flaum vom Himmel fallen, rot leuchtende Grablichter, züngelnde Flammen, Regentropfen, die auf der Wasseroberfläche tänzeln. Die Kontemplation kann er so auch filmisch übersetzen. DIE GROßE STILLE ist so ein andächtiger, fast meditativer Film geworden, der sich Zeit nimmt, den Rhythmus des Klosterlebens auch auf die Leinwand transportiert. 162 Minuten mögen bei 120 Stunden Drehmaterial wie ein klitzekleiner Einblick erscheinen. Und doch hat der Film gewisse Längen, ist hier und da redundant."

08. November 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • film-dienst 23/2005

Unbekanntes Terrain wartet auf den Zuschauer, schreibt Josef Lederle. "Die Auflagen der Mönche, kein Licht, keine Interviews, kein Kommentar und auch kein Film-Team, entsprachen dabei so sehr ihrer eigenen Wirklichkeit wie den Absichten des Filmemachers, der keinen Film über die Karthäuser machen, sondern die Essenz dieser extremen Lebensform filmisch vergegenwärtigen wollte. Durch die eindringliche Narration des primär aus Klängen, Kontrasten und fließenden Bewegungen montierten Erzählflusses vermittelt sich die auratische Lebensweise der Mönche als existenzielles Experiment, dessen inneres Zentrum sich freilich der Abbildung entzieht: die (Glaubens-)Überzeugung und die Theologien der Karthäuser bleiben (fast) ebenso unbeleuchtet wie ihre Biografien."

November 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

05. September 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Jan Schulz-Ojala haben nur wenige Zuschauer durchgehalten. "Zu sehr scheint der kommentar- und interviewfreie Dokumentarfilm geprägt von der Dankbarkeit, nach Jahrzehnten der Bittstellerei endlich in dem weltabgewandt geführten Kloster filmen zu dürfen, und das gleich monatelang; zu sehr bleibt folglich alles - wenn auch: schöne, beeindruckende - Oberfläche. ... Nichts erfahren wir Weltliche darüber, was den einen ins Kloster trieb. Wie der andere welche Zweifel überwindet. Stattdessen: Andacht pur. DIE GROßE STILLE sei kein Film über ein Kloster, sondern selber eines, sagt Gröning. Das ist sein Reiz. Und sein Risiko."

05. September 2005 | DIE GROßE STILLE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Außergewöhnlich findet Daniel Kothenschulte die Dokumentation. "Kein anderer deutscher Filmemacher kann seine Kamera selber so gut führen. Allerdings ist sein Impressionismus ebenso imposant wie affirmativ. Wenn Gröning liebevoll gesammelte Natureindrücke gegen rituelle Gesänge schneidet, bastelt er sich seinen eigenen Altar zusammen, an den ihn nur begleiten mag, wer von der Heiligkeit des Ganzen überzeugt sein will."

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