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DRAWING RESTRAINT 9

DRAWING RESTRAINT 9

Regie Matthew Barney
Kinostart 08.06.2006

Kritiken • DRAWING RESTRAINT 9

08. Juni 2006 | DRAWING RESTRAINT 9 • Kritik • Die Tageszeitung

Bislang hat DRAWING RESTRAINT 9 bei Harald Fricke vor allem Staunen ausgelöst. "Selten ist im Kino Platz für so überbordende Poesie: Die Bilder driften auf surrealem Terrain, scheuen weder den Kitsch einer göttlich umflorten Natur noch den Wink mit der Psychoanalyse - eine Traum-Torte, mit einem Zuckerguss aus Seelenwanderungs-Fantasien und transgressiven Schnörkeln versehen. Nur die Village Voice schrieb gallig von "Cremasturbation", in Anlehnung an den Zyklus, mit dem Barney international bekannt wurde. Dabei ist der Narzissmus ein bewusst ausgespielter Verweis mehr im Referenzsystem aus Biologie, Mythologie, Oper und Gender Studies. Die Strategie geht auf."

08. Juni 2006 | DRAWING RESTRAINT 9 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Mirja Rosenau hat sich nicht gelangweilt. "Ganze 135 fast dialogfreie Minuten nimmt sich Matthew Barney Zeit, um seine "Liebesgeschichte" zu erzählen. Dass diese lange Laufzeit trotz einer minimalistischen, im Umgang mit narrativen Elementen, Suspense oder Action enthaltsamen Filmgestaltung alles andere als nervenzerrend verläuft, verdankt DRAWING RESTRAINT 9 neben den sorgfältig choreografierten Bildern und seinem Staraufgebot (neben Barney in der zweiten Hauptrolle seine Ehefrau Björk) auch dem von Björk komponierten, traditionelle japanische Instrumente und Gesangstechniken meisterhaft mit elektronischen Klängen klitternden Soundtrack."

07. Juni 2006 | DRAWING RESTRAINT 9 • Kritik • Berliner Zeitung

Sebastian Preuss vergleicht den Künstler mit Richard Wagner. "Wieder einmal zeigt sich die magische Anziehungskraft, die der Film, das künstlerische Leitmedium der Moderne, auf die bildenden Künstler ausübt. Sich hier zu beweisen und Hollywood etwas entgegenzusetzen, scheint für viele das größte Ziel zu sein. Barney ist auf diesem Weg weit voran geschritten: Filmkunst und Kunstfilm, Performance und Ästhetizismus, skulpturale Elemente und das unaufhörliche Bearbeiten des eigenen Körpers als kostbarste Plastik, schwelgerische Exotismen, Björks eigenartige Musik und schöpfungsgeschichtliche Mythen - das alles durchdringt sich in DRAWING RESTRAINT 9 mit solcher Wucht, dass man am Ende nicht weiß, ob man nun würgen oder doch jubeln soll."

07. Juni 2006 | DRAWING RESTRAINT 9 • Kritik • Der Tagesspiegel

Narrativ oder biografisch ist Christina Tilmann dem Werk nicht beigekommen. "Zu geschickt hat der Bildkünstler, der mit seinem hochkomplexen CREMASTER-Zyklus bekannt wurde, die Handlung verrätselt. Das Walfangritual, die japanische Naturreligion des Shinto, eine Meditation über den Schöpfungsprozess, dazu der Bau einer Skulptur aus Vaseline und, nicht zu vergessen, Björks exotische, von japanischen Klängen inspirierte Filmmusik – alles spielt zusammen in einer ausgefeilten Privat-Mythologie, die vom Erstarken der Muskeln ebenso erzählt wie vom Willen, der den Trieb beherrscht. Verstehen lässt sich das alles nicht, nacherzählen kaum. Und ist im Kino doch ein besonderes Erlebnis."

07. Juni 2006 | DRAWING RESTRAINT 9 • Kritik • fluter.de

Ätherisch nennt David Siems den Film. "DRAWING RESTRAINT 9 ist Stummfilmdrama und zweistündiger Videoclip zugleich; der brodelnde Soundtrack kommt von Björk. Jedes Detail und jedes Bild scheint mit mystischer Bedeutung aufgeladen zu sein, während das glanzvolle Dekor und die üppigen Kostüme den schmalen Innenräumen dieses Love Boats ungeahnten Glanz verleihen. Wer sich zudem für den Klang von japanischen Sho-Flöten und Shinto-Gesängen begeistert, erlebt einen wahrhaft innovativen Experimentalfilm, der über unser menschliches Kommen und Gehen sinniert, bei dem jede Einstellung einem eigenen Kunstwerk gleicht."

06. September 2005 | DRAWING RESTRAINT 9 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte sieht in dem Regisseur einen Erneuerer. "In einem glibbrigen Vaselinebad vereinigt sich das kunstvoll nach japanischem Ritus gewandete Paar dann auch zum blutigen Liebestod: Indem es sich gegenseitig Fleischstücke aus Füßen und Hüften schneidet, legt das Duo amphibische Formen frei und dreht gleichsam das Evolutionsrad zurück auf Anfang. Für Barneys Werk gilt das nicht weniger, das mit diesem Film von monumentalem Minimalismus zu den Grundformen seines ästhetischen Repertoires zurückfindet."

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