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EINE FATALE ENTSCHEIDUNG

EINE FATALE ENTSCHEIDUNG

Regie Xavier Beauvois
Kinostart 06.07.2006

Kritiken • EINE FATALE ENTSCHEIDUNG

08. Juli 2006 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Martin Schwickert führt der Regisseur das Publikum in die Welt der unspektakulären Verbrechensbekämpfung. "Auch wenn EINE FATALE ENTSCHEIDUNG ein Gefühl für die Unberechenbarkeit des Polizeialltages gibt, fehlt es dem Film an Raffinesse.Er kann sich lange nicht zwischen Psychodrama, Alkoholikerinnenporträt, Sozialstudie und Krimi entscheiden. Selbst der hervorragenden Nathalie Baye, die ihre kriselnde Cop-Figur differenziert entwickelt, gelingt es nicht, den Film durch die dramaturgischen Flauteregionen zu tragen."

06. Juli 2006 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Regisseur dokumentiert laut Sascha Westphal letztlich gar nicht die Arbeit der Polizisten, er spürt vielmehr den Verwüstungen in ihrem Inneren nach. "Die schon beinahe klaustrophobische Nähe von Caroline Champetiers Kamera zu Beauvois' Figuren hat nichts mit einem vordergründigen Realismus, oder gar einem pseudo-dokumentarischen Ansatz, gemein. Sie erschafft vielmehr eine Atmosphäre der Isolation. Über weite Strecken hat man als Zuschauer nicht einmal eine konkrete Vorstellung von der Arbeit, der Vaudieu und die anderen Tag für Tag nachgehen. In kleinen, kaum miteinander verbundenen Vignetten fängt Beauvois zunächst nur die Routine ein, die seine Figuren die Stunden im Büro und auf der Straße überstehen lässt."

06. Juli 2006 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Neues Deutschland

In EINE FATALE ENTSCHEIDUNG gibt es für Caroline M. Buck keine Leinwand-Cowboys zu sehen. "Sondern Menschen, die in einem von Routine, plötzlichen Adrenalinschüben und dem Blick in menschliche Abgründe geprägten Berufsalltag ihren ganz eigenen Witz entwickeln mussten, vergleichbar dem unter ähnlichen Umständen entstandenen Humor von Ärzten oder Kriegsberichterstattern. Menschen, die dem Regisseur trotz des Drucks eines täglichen Dienstes mit der Waffe ungleich normaler erschienen als das etwas hysterische Filmvolk, mit dem er sonst beruflich zu tun hatte – von der einen Gemeinsamkeit einmal abgesehen, dass nur Filmemacher und Polizisten überall Zutritt haben, wo er Normalbürgern verwehrt bleibt."

05. Juli 2006 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Die Tageszeitung

Für Dietrich Kuhlbrodt ist EINE FATALE ENTSCHEIDUNG nahe am Dokumentarfilm. "Regisseur Xavier Beauvois berichtet, was er selbst erlebt hat, pseudo-undercover bei der Kriminalpolizei in Paris, "wobei ich mich manchmal selber als Kommissar ausgab; so bekam ich Zutritt zu den Schauplätzen der Verbrechen und zu den Untersuchungen wie der Autopsie". Infolgedessen hören wir es sehr deutlich, wie die Elektrosäge den Schädelknochen absägt und wie die Knochen auseinander gehebelt werden. Nichts stört, niemand redet uns ein, was wir davon halten sollen. Die Säge, der Hebel, der Ton sind schiere Präsenz und weiter nichts."

05. Juli 2006 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • br-online.de

Geschichten aus dem Leben hat Thilo Wydra gesehen. "Alles bleibt hier geerdet, Beauvois überhöht nichts, erzählt klar, einfach, realistisch, nüchtern. Das ist die Stärke dieses Polizeifilms, macht ihn dicht und stringent und vor allem authentisch - und es ist zugleich seine Schwäche. Denn in seiner konventionellen, dadurch nicht wirklich Leinwand-kompatiblen Form ist er eben nicht weit von qualitativ anspruchsvollen Fernsehfilmen entfernt, die zur Primetime zu sehen sind."

04. Juli 2006 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • film-dienst 14/2005

Nur auf den ersten Blick wirkt das Kriminaldrama für Alexandra Wach zäh. Der Regisseur interessiert sich "mehr für die Psychologie der mitunter ambivalenten Figuren als für Spannungsaufbau, Action oder gar überraschende Wendungen. ... Dazu passt, dass die unruhige Kamera von Caroline Champetier einen fast dokumentarischen Blickwinkel einnimmt und akribisch jede noch so nebensächliche Grenzsituation oder Fehlentwicklung dokumentiert ... Ein vergrübelter Polizeifilm mit gesellschaftskritischen Untertönen, der die Erzählkonventionen offen legt – und zugleich eine Liebeserklärung an die spät respektierte Nathalie Baye, die von Film zu Film besser wird."

29. Juni 2006 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • br-online.de

Stärken und Schwächen entdeckt Thilo Wydra an dem Film. "Alles bleibt hier geerdet, Beauvois überhöht nichts, erzählt klar, einfach, realistisch, nüchtern. Das ist die Stärke dieses Polizeifilms, macht ihn dicht und stringent und vor allem authentisch - und es ist zugleich seine Schwäche. Denn in seiner konventionellen, dadurch nicht wirklich Leinwand-kompatiblen Form ist er eben nicht weit von qualitativ anspruchsvollen Fernsehfilmen entfernt, die zur Primetime zu sehen sind."

26. Juni 2006 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • critic.de

Aus bekannten Polizeimotiven setzt der Regisseur laut Sascha Keilholz seinen Polizeifilm zusammen. "Liebevoll ist auch der dennoch schonungslose Blick des Regisseurs auf seine Figuren, die im Mittelpunkt dieses Polizeifilms stehen, der beinahe gänzlich ohne Action, Spannungssequenzen und auch mit verhältnismäßig reduziertem Dialog auskommt. Obwohl die unruhige Kamera vor allem in der ersten Hälfte des Films etwas bemüht die immer wieder aufkommende Hektik des Polizeialltags illustrieren und Nähe zu den Personen demonstrieren möchte, funktioniert die Erzählung hauptsächlich in kleinen Gesten und Blicken zwischen den Figuren."

28. April 2006 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Einen etwas anderen Polizeifilm sah Marli Feldvoss. "Ein Leben unter dem Damoklesschwert des Rückfalls - hier liegt das eigentliche Erzählzentrum des Films. Aber Beauvois macht es sich nicht leicht mit seinem Plot, verfolgt die nervenaufreibenden und mühseligen Recherchen eines Mordfalls im Ausländermilieu, die notwendige psychische Entlastung der Truppe am Tresen und fügt stets eine weitere Facette aus dem Leben der einsamen Kommissarin hinzu, deren fragile Erscheinung in diesem rauen Umfeld immer wieder irritiert."

03. September 2005 | EINE FATALE ENTSCHEIDUNG • Kritik • Der Spiegel

Wolfgang Höbel hat einen klassischen Polizistenfilm gesehen. "Hier geht es darum, bloß nichts zu beschönigen. Polizeiarbeit zeigt Beauvais krass naturalistisch, das heißt: Während heute in jedem modischen Fernsehkrimi aufgedrehte Gerichtsmediziner am Seziertisch stehen und lustig in menschlichen Eingeweiden wühlen, sieht man - und vor allem: hört man - hier, wie grässlich die Alltagsarbeit der Ermittler ist. Es ist kein Spaß, Brustbeinknochen zu knacken."

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