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DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE

DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE

Regie Isabel Coixet
Kinostart 27.04.2006

Kritiken • DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE

29. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • Der Spiegel

Überraschend optimistisch findet Thomas Winkler das Drama, zudem mit einer herausragenden Darstellerin besetzt. "DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE ist ein Antikriegsfilm, obwohl keine einzige Sekunde Krieg zu sehen ist. Coixet hat es nicht nötig die Leinwand in Rot zu tauchen, Leiber zu zerfetzen oder Feuerwerk zu veranstalten, um die Folgen des Krieges zu zeigen. Man kann sie in diesem Film trotzdem sehen, vor allem aber kann man sie hören, spüren und empfinden. ... Coixets Leistung ist es, dass sie dieses Leiden ohne Pathos in Szene setzt, und in klaren Bildern, mit feinen, einfühlsamen Dialogen."

28. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • Der Freitag

Etwas irritiert Barbara Schweizerhof an diesen Bildern. "Der Sentimentalität der Hauptgeschichte steuert Coixet durch stimmungsvolle Aufnahmen der Bohrinsel entgegen. Sie zeigen das abgekapselte Leben von Sonderlingen, die alle mehr oder weniger in der Einsamkeit und Abgelegenheit Schutz gefunden haben. Die Bohrinsel, in wunderschönen Bildern mal von nah oder fern, inmitten stürmischer See oder vor sanften Sonnenuntergängen zu sehen, wird zum bizarren Hotel am Ende der Welt, dann wieder zur glitzernden, verheißungsvollen Insel - ein Ort der Wünsche und Verwünschungen, in der der Einzelne die maximale Freiheit hat: sich von anderen abzugrenzen."

27. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Jan Brachmann braucht Isabel Coixet keine Rückblenden, um die Geschichten der zwei Protagonisten zu schildern. "Sie vertraut den Worten und zeigt uns, wie Hanna die Hände des blinden Josef über ihre Haut führt und ihn ihre Narben tasten lässt. Nach mehr als einer Stunde verhaltener Szenen, knapper Gesten ist dieser Moment ein Erdrutsch. Regie und Darsteller schaffen hier etwas, das der Kriegsreportage und dem Reality-TV nicht mehr gelingt: den Zuschauer aus der Fassung zu bringen. Sarah Polley ist als Hanna eine Figur, die von innen her leuchtet, auch da schon, wo sie sich noch ganz in sich verschließt, wo ihr Gesicht noch ganz eng und die Stirn von einer kalten Falte gespalten bleibt."

27. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann ist überaus angetan: "Der Blinde und die Taube, das ist ein seltsames Gespann. Wie diese beiden Schwerversehrten miteinander umgehen, er provozierend direkt, eine plumpe Anmache, sie sanft, eisern zurückhaltend und sehr souverän – das ist über weite Strecken ein Drama für sich, ein Kammerspiel, eine Kraftprobe. ... Nur als es zwischen beiden dann tatsächlich Liebe wird und alles ausgesprochen und auch der Zuschauer Hannas Geheimnis erfährt, da ist es ein so schreckliches, dass man danach nichts mehr glauben möchte von Liebe und Zuneigung und Neubeginn. Da schlägt auf einmal die Weltpolitik auf diesen zarten Film ein, mit allen Schrecken des jugoslawischen Bürgerkriegs, und der Film möchte wiedergutmachen und kann es nicht. Bei solchen Geschichten glaubt man kein Happy End."

27. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Schmerzlich bewegend findet Heike Kühn DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE. "In diesem erschütternden Film werden die Narben nicht abgeschliffen, die Seele nicht mit Anti-Depressiva blank poliert. Der Krieg um das zerrüttete Ex-Yugoslawien liegt zehn Jahre zurück, doch das Leiden erreicht uns nicht über Nachrichtenbilder. Es braucht diesen Film und es braucht uns, die wir den vergleichsweise geringen Schmerz des Zuschauens auf uns nehmen."

27. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • Berliner Zeitung

Leider bleiben bei Stephan Speicher viele Fragen unbeantwortet. "Kaum ist ein Problem angeschnitten, kaum stellt der Zuschauer sich eine Frage, da wird schon ein neues Ärgernis aufgetischt. ... Durch Geduld ließe es sich vielleicht beheben. Aber der Film hat keine Geduld. Was er der Ernährungswirtschaft in allerdings ruhigem Tone vorwirft, die vollständige Ausrichtung nach den Bedürfnissen rascher Kapitalverzinsung, das ist im übertragenen Sinn auch seine eigene Strategie. Ständig ein neuer Reiz, bloß keine Vertiefung. So bleibt zuletzt der stark empfundene, aber wenig überdachte Eindruck, die Lebensmittelindustrie sei ein heilloses Gewerbe. Das mag schon stimmen, man wüsste es aber gern genauer."

26. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • fluter.de

Ein Wunderwerk sah Anselm Worthik. "Dieser Film ist ein einfacher Film. Dieser Film ist ein unglaublich komplizierter Film. Dieser Film handelt vom Krieg, ohne den Krieg auch nur eine Sekunde zu zeigen. Dieser Film handelt von den Dingen, über die man nicht sprechen kann. Dieser Film handelt davon, wie man lernen kann, Worte zu finden für die Dinge, über die man nicht sprechen kann. Dieser Film ist leise und dieser Film schreit. Dieser Film ist ein Paradox."

25. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • film-dienst 08/2006

Der Film hat Wolfgang M. Hamdorf berührt durch das Spiel und die Interaktion der beiden Protagonisten: Er "erzählt von Schuldgefühlen, Traumata und der Liebe, die letztendlich einen Ausweg zu bieten scheint. Doch auch das enthemmte Weinen, die Enthüllung der Narben führt nur scheinbar zur Katharsis. Das vermeintliche Happy End, die Wiedererlangung der Normalität, ist doppeldeutig. DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE ist ein Film voller Anspielungen und Ahnungen, mit dem die junge spanische Regisseurin einmal mehr unter Beweis stellt, wie leicht es ihr fällt, große Gefühle auf unkonventionelle Art zum Ausdruck zu bringen. Allerdings gelingt die Gratwanderung zwischen Innerlichkeit, politischer Betroffenheit und trivialer Emotionalität nicht immer."

25. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • br-online.de

Margret Köhler sah ein bewegendes Drama. "Ganz langsam wird der Zuschauer in den Vertrauensprozess hineingezogen, in dem beide ihren Schmerz offenbaren, der sie am Leben hindert. Treibgut der Vergangenheit. Trotz Angst vor zuviel Nähe spricht Hanna endlich über das Ereignis, das sie zerstörte, zeigt ihm ihre Narben, zieht sich aber wieder zurück und verschwindet als der Malade aufs Festland geflogen wird. Unspektakulär und vorsichtig ist die Herangehensweise an die Figuren, deren Seele Schaden zugefügt wurde und offen bleibt der Versuch für eine mögliche gemeinsame Zukunft."

07. April 2006 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Meisterhaft schön und tiefgründig ist das Werk für Christoph Egger. "Der Film beginnt so mit einem Geheimnis und schliesst mit einem, und wenn er dazwischen eins lüftet, das zentrale in der Lebensgeschichte ebendieser jungen Frau, dann auf eine Weise, dass wir nie dem naiven Glauben verfallen, nun alles zu wissen ... Die Kunst von DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE besteht in der Andeutung oder Anspielung, im Nichtgesagten oder Verschwiegenen, was hier keineswegs im Widerspruch steht zu einer weitgehend chronologisch verfahrenden Erzählweise und einem klaren Inszenierungsstil."

02. September 2005 | DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE • Kritik • Die Tageszeitung

Für Christina Nord reicht der Film der Regisseurin nicht an deren vergangenen Film MEIN LEBEN OHNE MICH heran. "Erzählen will der Film vom Weiterleben der Traumatisierten, doch zu dekorativ setzt Coixet die Narben auf dem Oberkörper der Protagonistin in Szene, zu wenig Mühe gibt sie sich, Bilder statt Dialogzeilen für die Verwundungen der Vergangenheit zu finden, als dass man ihr folgen wollte."

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