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DIE GROßE DEPRESSION

DIE GROßE DEPRESSION

Regie Konstantin Faigle
Kinostart 01.09.2005

Kritiken • DIE GROßE DEPRESSION

01. September 2005 | DIE GROßE DEPRESSION • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Kerstin Decker fängt der Film nicht schlecht an. "Faigle sucht das deutsche Depressionsgen: eine hübsche Idee und zugleich eine strukturelle Überforderung. Dieser Filmessay müsste permanent auf dem schmalen Grat zwischen Unernst und tiefstem Ernst balancieren. Aber Faigle stürzt ständig ab. Dass er sich selbst in den Mittelpunkt stellt, liegt zwar in der Natur der Sache. Dass er sich dabei halb als Hölderlin, halb als Michael Moore inszeniert, macht die Sache jedoch ein bisschen peinlich."

01. September 2005 | DIE GROßE DEPRESSION • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal hat es entdeckt: Die Dokumentation tut nur so, als bekümmere sie ein krankes Deutschland. "Für jemanden, der depressiv zu sein behauptet, erzählt der Regisseur außerordentlich launig und vital. Und es stört ein wenig, dass einem seine Methode bekannt vorkommt - es ist die Methode Michael Moore, nach der Faigle den Zuschauer behandelt ... Das ist das einzig Interessante, wann und wie Faigle die Mittel versagen. Und interessant ist auch, was der nahezu dauersatirische Ton verrät: dass man die gegenwärtigen Verhältnisse eigentlich nicht ernst nimmt. Spaß hat man jedenfalls immer nur momentan."

01. September 2005 | DIE GROßE DEPRESSION • Kritik • Neues Deutschland

Die Diagnose ist für Gunnar Decker falsch. "Zu besichtigen ist der Geist des Filmemachers. Das Kind einer satten Wohlstandsgesellschaft, heute Mitte dreißig, das hier sein völliges Unverständnis für die - nicht wegtherapierbare - Dramatik von Geschichte offenbart. ... Gründlicher als Faigle kann man die Stimmung im Lande nicht verfehlen. Sein Film wirkt wie von einer Therapiegruppe für eine Therapiegruppe gemacht. Zudem entgleitet ihm ständig der Episodenstil ins Peinlich-Privatime."

01. September 2005 | DIE GROßE DEPRESSION • Kritik • Junge Welt

Peer Schmitt findet die ganze Sache blöd. "Die Frage ist offenkundig idiotisch und sich ihrer Idiotie auch bewußt, nicht aber der völligen Tragweite der sie bestimmenden Ironie. ... DIE GROßE DEPRESSION steckt eine Zombielandschaft ab, deren Charakteristika vor allem hinter verlogenen Posen versteckte intellektuelle Hilflosigkeit und eine regressive Sucht nach dem Auskommen im kleinen privaten Glück sind. Die halbironische Frage nach dem 'Nationalcharakter' des großen Jammers ist nichts als eine widerliche Ausflucht."

30. August 2005 | DIE GROßE DEPRESSION • Kritik • film-dienst 18/2005

Rüdiger Suchsland freut das gute Thema. Der Filmemacher nähert "sich diesem Problem jedoch sogleich im Kontext einer allgemeinen Analyse deutscher Seelenlage ... Insgesamt hinterlässt der impressionistische Stil des Films den Eindruck, dass sich Faigle für sein Thema nicht wirklich interessiert, weil er seine eigenen Fragen nicht ernst nimmt und die meisten Antworten schon im Voraus kennt. Dafür aber, dass alles vielleicht überhaupt nicht ernst gemeint ist, wirkt der Film wiederum zu beflissen. So kratzt sein in den besten Momenten ethnologischer, zumeist aber etwas pubertärer Ansatz allenfalls an der Oberfläche. Die große Depression der Deutschen bleibt ein Rätsel. Vielleicht aber ist dieses Thema ja gar nicht so wichtig?"

30. Juni 2005 | DIE GROßE DEPRESSION • Kritik • Junge Welt

Claudia Wangerin mag den Film, hat aber auch Kritik für ihn übrig. "In seiner betont lustigen 'Depression' schafft es der Filmemacher und leidenschaftliche Besserwisserwestler spielend, jede Äußerung von Unzufriedenheit und sozialem Protest als Ausdruck von kleinlichem Neid und Mangel an Ehrgeiz zu diffamieren. ... Ausgiebig bejammert Faigle das Jammern - für ihn gleichbedeutend mit organisiertem Protest. Selbiger ist zwar nach Expertenmeinung eher untypisch für Depressive, die sich eben gerade nicht mehr dazu aufraffen - aber darum geht es in diesem Film nicht. Spätestens, als der aufstrebende Jungfilmer todesmutig ein Transparent mit der Parole 'Deutsche, hört auf zu jammern' auf der Leipziger Montagsdemo ausrollt, wird klar, daß es ihm hauptsächlich um Selbstdarstellung geht."

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