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WORKINGMAN'S DEATH

WORKINGMAN'S DEATH

Regie Michael Glawogger
Kinostart 18.05.2006

Kritiken • WORKINGMAN'S DEATH

19. Mai 2006 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Der Freitag

Michael Glawogger wollte in WORKINGMAN'S DEATH körperliche Arbeit sichtbar machen, statt über sie zu reden, behauptet Silvia Hallensleben. "Das ist ihm in ästhetischer Hinsicht sicher meisterlich gelungen. Denn die kommentarlosen, von dem New Yorker Jazzer John Zorn ebenso sparsam wie wirkungsvoll untermalten Szenen beeindrucken bis zur Schmerzgrenze und entlassen das Publikum fast betäubt aus Überwältigung. Erst später, wenn sich die Aufwühlung ein wenig gelegt hat und das Denken wieder einsetzt, tauchen doch einige Fragen und Zweifel auf, die mit genau diesen Gefühlen zu tun haben, die Glawoggers Film bei uns auslöst."

18. Mai 2006 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Berliner Zeitung

Harald Jähner kann die Bilder nicht so schnell vergessen. "Glawogger geht hier um der Intensität willen weit über die Grenzen des rein Dokumentarischen hinaus. Geschnitten ist der Film als Kunstwerk. Jede Station hat ihren eigenen Farbwert ... Der faszinierende Dokumentarfilm verzichtet auf jeden analytischen Kommentar. Er gibt der Schwerarbeit, die wir zu verklären uns angewöhnt haben, seit wir soviel Arbeitslosigkeit haben, ihre ganze erschreckende Wucht zurück. WORKINGMAN'S DEATH zeigt Bilder täglicher Mühsal, Bilder jenseits des wirtschaftlichen Fachsimpelns."

18. Mai 2006 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Der Tagesspiegel

Die grandiose Dokumentation hat Julia Amalia Heyer überzeugt. "Glawoggers Bilder sind intim, aber nie voyeuristisch. Die Ästhetik des Regisseurs von MEGACITIES ist schrecklich, denn es ist im visuellen Sinn tatsächlich schön, wie pakistanische Werftarbeiter die riesigen Stahlplanken eines Frachters aufschweißen. Abendsonne und Meer als Kulisse für die Lebensgefahr, in die sie sich begeben. "Wir können jeden Tag sterben", sagt ein Pashtune. Das Ende der Arbeit ist weit."

17. Mai 2006 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer spricht mit Regisseur Michael Glawogger über die Ausdrucksmittel seines Dokumentarfilms.

17. Mai 2006 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • fluter.de

Laut Silke Kettelhake zeigt der Film, wie Arbeit im 21. Jh. aussieht. "Es sind Männer, die Glawogger zeigt. Männer sind die globalen Helden der Arbeit. Zwar arbeiten auch Frauengruppen in den ukrainischen Minen, doch überwiegend zeigt Glawogger – auf 35-mm-Material im Stil einer Geo-Reportage zu den mythischen Orten der Moderne – Männer, die ihr Brot verdienen wollen. Die Arbeit ist hart, das kann jeder sehen. Das Ganze dauert lange 122 Minuten, insbesondere die Schlachthofszenen ziehen sich in ihrer Grausamkeit endlos dahin – und doch hat Glawogger nur die Spitze des Eisbergs weltweiter unmenschlicher Arbeitsbedingungen aufgezeigt."

11. Oktober 2005 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Der Tagesspiegel

Ist der aktuelle Dokumentarfilm mit seiner Suche nach dem emotionalen Kick auch eine Form des Religionsersatzes, fragt Silvia Hallensleben und glaubt, daß diese Dokumentation dem ziemlich nahe kommt. "Hier werden Szenen globaler Schwerstarbeit so gefilmt, als seien sie einer durch "GEO"-Filter ästhetisierten Apokalypse entsprungen. Indonesische Lastenträger im Schwefeldampf, eine nigerianische Schlachtszene, die von Hieronymus Bosch sein könnte. Herren gibt es hier nicht, nur Sklaven. So lässt einen Glawoggers bildgewaltiges Monument weltweiter Schweißarbeit zwar durchaus überwältigt, doch ratlos zurück."

10. Oktober 2005 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal beschreibt den Film wie folgt: "In WORKINGMAN'S DEATH begegnet er Menschen, die unter teils vorindustriellen Bedingungen schuften: Männer und Frauen, die im Ural in still gelegte Schächte kriechen, wie zur Zarenzeit, und mit dem Hammer Kohle abbauen, um nicht zu verhungern. Von den Arbeitern, die in Indonesien Schwefel vom Vulkan picken, wird keiner alt. Pakistani zerlegen ausgemusterte Tanker; Nigerianer müssen knietief im Unrat Vieh schlachten; Chinesen verglühen fast vor Hochöfen. In der dritten Welt kämpft ein Proletariat ums Überleben, wie es bei Marx und Engels beschrieben ist."

09. Oktober 2005 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Erklärung der FIPRESCI-Jury beim DokFilm Leipzig

"Der Film stellt die Diskussionen über klassische Arbeiter in Frage. In der dritten Welt arbeiten die Menschen immer noch unter brutalen und schlimmen Arbeitsbedingungen. Der Dokumentarfilm zeigt dieses Thema mit hoher filmischer Qualität und einer eindrucksvollen Erzählstruktur. Starke visuelle Bilder und eine engagierte Musik und ein beeindruckender Ton machen WORKINGMAN'S DEATH zu einem atemberaubenden Dokumentarfilm, den man sehen muss."

07. September 2005 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Marli Feldvoss sah eine beeindruckende Dokumentation, besonders, wie der Regisseur "in einer Reise rund um die Welt den Begriff der Arbeit reflektiert und gewissermassen neu definiert - alles riesige Menschenvernichtungsanlagen, die zumindest in China noch immer den Namen des Fortschritts vor sich hertragen, Wert und Sinn der Arbeit und ihrer Helden jedoch schon lange ad absurdum führen."

06. September 2005 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Frankfurter Rundschau

Bewußt stellt sich der Regisseur laut Daniel Kothenschulte in die Tradition des pathetischen Industriefilms. "Es sind Überlebende, die in Eigenregie Übermenschliches leisten, in der Ukraine in eine stillgelegte Zeche kriechen oder in Pakistan gewaltige Schiffswracks zerlegen. Kongenial vertont vom Free-Jazzer John Zorn, erreicht Glawoggers Film eine Verbindung von Kunst und Dokumentarfilm wie sie einmal Avantgardisten wie Walter Ruttmann vorschwebte. Daraus wurde der totalitäre Kultur- und Denkmalfilm, ein Erbe, das Glawogger hier kunstvoll dekonstruiert."

05. September 2005 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Die Tageszeitung

Christina Nord empfiehlt, daß Klaustrophobiker eher wegsehen sollten. "Glawogger sucht nach der spektakulären Einstellung, nach dem Bild, das man so noch nicht gesehen hat ... Doch anders als zum Beispiel in Hubert Saupers DARWIN'S NIGHTMARE stört diese Neigung zum Spektakulären nicht, im Gegenteil. Dass Glawogger so viel Wert auf Farben, Licht, Geräusche und den einen oder anderen Schockeffekt legt, macht gerade den Reiz von WORKINGMAN'S DEATH aus. Die Idee, Arbeit an so unterschiedlichen Orten, unter so unterschiedlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen in einen Film zu zwingen, geht ästhetisch auf - ob sie es auch konzeptuell tut, lässt sich in der Eile des Festivalgeschehens noch nicht sagen."

18. August 2005 | WORKINGMAN'S DEATH • Kritik • Der Tagesspiegel

Gregor Dotzauer hat ein Lob auf Arbeit gesehen. Der Film versucht, "einer Idee von körperlicher Arbeit und deren Würde nachzuspüren, die es in den entwickelten Industriestaaten längst nicht mehr gibt."

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