| Regie | Iain Softley |
| Kinostart | 18.08.2005 |
Mariam Schaghaghi spricht mit Kate Hudson über ihren neuen Film und über Freud und Leid der Mutterschaft.
Auf dezente und doch beharrliche Weise bezweifelt der Film laut Peter Uehling die These, daß aller Horror von der Sexualität ausgeht. "Softley ist bei aller Gediegenheit ein ziemlich eklektischer Regisseur, der sein Handwerk perfekt beherrscht, aber über eine eigene Sprache nicht verfügt. Immerhin gelingt es ihm, weil ihm seine sentimentalischen Neigungen bewusst sind, die Handlung auf ihren Kern hin zu durchdringen: Da gibt es keine falschen Betonungen oder Proportionen, keine Albernheiten, die am Ende wieder alles kaputt machen ... So lange mutigeres nicht gedreht wird, ist DER VERBOTENE SCHLüSSEL als moderne Rückbesinnung auf den guten alten Horror, auf seine Aufklärungskritik und seine radikale Negativität uneingeschränkt zu empfehlen."
Laut Michael Kohler hat das Filmteam die Pforte zum Hokuspokus von Voodoo-Ritualen und Seelenwanderung weit aufgestoßen. "Die Art und Weise, wie sich die Protagonistin in etwas hinein manövrieren lässt, das sie erst versteht, als es bereits zu spät ist, sollte dem Publikum allerdings zu denken geben. Die gruselig-dichte Atmosphäre klart mit einer fiesen Schlusspointe auf - dann entlässt Kruger seine Gemeinde im gefestigten Glauben, noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen zu sein."
Michael Brake sah viele bekannte Genre-Muster. "So sorgt der detektivische Eifer Carolines für zunehmende Spannung und nach einigen halbwegs vorhersehbaren Wendungen erreicht der Film sein gelungenes Finale. Hier darf sich Caroline schließlich doch noch im Fürchten und Flüchten probieren und entlässt so den Betrachter mit einem wohligen Grausen aus dem Kino."
Der Sog aus Hoodoo, Geisterspuk und Geheimniskrämerei hat bei Florian Kummert einen erfreulichen Gesamteindruck hinterlassen. "Iain Softley und sein Drehbuchautor Ehren Kruger haben viel Wert auf eine stimmige Geschichte gelegt. DER VERBOTENE SCHLüSSEL bleibt stark im Realismus verwurzelt, der Film driftet nie in unglaubwürdigen Geister-Hokuspokus ab. Endlich mal wieder ein Gruselfilm, der nicht hip-ironisch gedreht wurde, mit schnellen, billigen Schreckeffekten, überzogenem Produktionsdesign und dämlichen Charakteren, sondern ein im besten Sinne altmodischer Thriller, der langsam, aber sicher die Spannungsschraube anzieht."
Für Rolf-Ruediger Hamacher ist der Drehbuchautor schuld: Er scheitert "an der immer komplexer werdenden Handlung: Zu schematisch reiht das redundante Drehbuch die gängigen Genre-Muster aneinander, ohne dass dadurch der Clou der Geschichte vorbereitet würde, sodass das überraschende Ende arg aufgesetzt wirkt. Angesichts dieser Drehbuchmängel nützt es wenig, dass Daniel Mindels Kamera atmosphärisch dichte Bilder erschafft, die schon durch die Lichtsetzung Schauer erregen, und Softleys Regie so manchen Effekt präzise setzt. Zu oft erschlafft der Spannungsbogen, um sich dann plötzlich mit dem 'Seelenwanderungs'-Motiv zu überdehnen."