| Regie | Werner Herzog |
Hinreißend nennt Cristina Nord den Dokumentarfilm. "Herzog begegnet Treadwell mit Sympathie, auch wenn er ihm längst nicht in allem folgen mag. Am Ende montiert der Filmemacher ein Close-up aus Treadwells Footage in den Film. Es zeigt das Gesicht eines Bären, der möglicherweise Treadwells und Huguenards Mörder war. In diesen Augen, sagt Herzog aus dem Off, habe Treadwell einen göttlichen Funken erblickt. Er erkenne darin nur die Gleichgültigkeit der Natur."
Laut Franz Everschor ist Werner Herzog immun gegen die Verlockungen der Filmindustrie. "Es ist Herzogs Vorliebe für Geschichten jenseits landläufiger Denkkategorien und für Charaktere am Rande der Gesellschaft, ohne deren Außergewöhnlichkeit das wachsende Publikumsinteresse an seinem Werk nicht erklärbar wäre. Die meisten seiner Helden bekräftigen nicht die Übereinkünfte und Ideale der Gesellschaft, in der sie leben, sondern sie widersetzen sich jeder Rationalität - oft bis an die Grenze des Wahnsinns. ... Zu einer Zeit, wo die fehlgeleitete Vermenschlichung der Tierwelt in Animationsfilmen wieder rapide zunimmt und die beschönigende Kinderfreundlichkeit von DIE REISE DER PINGUINE in Amerika die Kinokassen füllt, ist Werner Herzogs Perspektive ein notwendiges Gegenbild."
Es ist eine bewegende Geschichte, die der deutsche Filmemacher Werner Herzog in seinem neuen Film erzählt, meint Anja Reich. Sie schreibt über das Leben von Timothy Treadwell.