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HOLY LOLA

HOLY LOLA

Regie Bertrand Tavernier
Kinostart 18.08.2005

Kritiken • HOLY LOLA

18. August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • Berliner Zeitung

Marli Feldvoß spricht mit Regisseur Bertrand Tavernier, der vor einer Gesellschaft ohne Gedächtnis warnt.

18. August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • Die Tageszeitung

Claudia Lenssen sagt es deutlich: HOLY LOLA ist Befindlichkeitskino vor exotischer Kulisse. "Mit jedem Szenenwechsel springt man in weitere Nebengeschichten, kurz: Kambodscha ist eine malerische Kulisse für lauter tragikomische Stereotyp-Franzosen, deren selbstgenügsamer Spielwut Tavernier freien Lauf lässt. Geschichten über Krieg und Genozid werden von Einheimischen wie Anekdoten eingestreut, die man kennen muss, um richtig erschüttert zu sein. Kinder werden besichtigt, die auf Müllhalden schuften. ... Bertrand Tavernier dreht Filme seit 1974, darunter immer wieder Studien über den französischen Sozialcharakter in heiklen historischen Situationen. HOLY LOLA exportiert dagegen eine selbstverliebte Naivität. Eurozentristisches Gutmenschentum lädt aufdringlich und borniert zur Identifikation ein."

18. August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Volker Mazassek erklärt auf: "Nicht ein Problem steht im Vordergrund, sondern es geht um Menschen, die mit diesem Problem konfrontiert werden. HOLY LOLA ist weniger ein Adoptionsfilm als das Porträt einer Gruppe von Paaren, die in Kambodscha ein Kind für sich zu finden hoffen. ... Man hat Tavernier vorgeworfen, die sozialen Umstände weitgehend auszublenden, die das Adoptionswesen in Kambodscha ermöglichen. In der Tat reißt Tavernier die desolaten Lebensverhältnisse nur an, die daraus resultieren, dass ein mörderisches Regime große Teile der eigenen Bevölkerung ausrottete und die Infrastruktur zerstörte. Doch zum einen kann man bei der Zielgruppe des Films getrost einige Grundkenntnisse voraussetzen. Zum anderen gibt es kein Happyend."

18. August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala verschwindet der Unterschied zwischen Gespieltem und Gelebtem zeitweise. "Diese Tour de Force ist es, die HOLY LOLA auch für ein Publikum sehenswert macht, das sich für administrative und psychologische Details der Adoptionsproblematik sonst womöglich weniger zu erwärmen vermag. Und es ist vor allem die wohldosierte Spontaneität der Protagonisten, die über mancherlei überbeflissen anmutende Widerspiegelung der kambodschanischen Realität mit ihren anderweitigen Elendselementen (Müllkippen-Sucher, Landminen- und andere Kriegsfolgen) hinwegtröstet. Am Ende gönnt gewiss jeder Zuschauer den beiden ihre Holy Lola, nicht zuletzt, weil er selbst in ihre Strapazen so aufregend hineingerissen war."

18. August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • Junge Welt

Es geht also nicht nur um Adoption, schreibt Johanna Scholz. "Genauso wie Tavernier Kambodscha weder idealisiert noch heruntermacht, macht er auch seine Charaktere nicht besser, als sie sind. Seine Protagonisten streiten, betrügen beim Kartenspiel und trinken zuviel. Nur manche von ihnen lassen sich auf die Kinderhändler ein, niemand aber ist so ein Moralapostel, daß ihn diese Wahlmöglichkeit nicht ins Zweifeln bringen würde. Gerade das macht Taverniers Menschen sympathisch und rundet auch sein Bild des Landes ab. In HOLY LOLA wird vielleicht mit gebrochenem Herzen gelächelt. Aber es wird gelächelt."

17. August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • fluter.de

Konsequent behält der Regisseur die Perspektive des Paares bei, hat Nana A. T. Rebhan entdeckt. Tavernier gelingt es gut, die "ambivalente Haltung zu den beiden Hauptfiguren zu wahren. Er zeichnet das Paar zwar durchaus sympathisch, aber als aufmerksamer Zuschauer behält man dennoch stets die Distanz zu ihnen. Die dynamisch agierende Kamera von Alain Choquart vermittelt viele Momente aus dem Alltagsleben Kambodschas. Die Geschichte selbst wirkt überzeugend und gut recherchiert. Die vielen Hindernisse, die dem jungen Paar durch die korrupte Bürokratie in Kambodscha in den Weg gelegt werden, haben bisweilen fast dokumentarischen Charakter. Dennoch ist es mehr als zweifelhaft, wenn man deren Bewältigung als Heldentat feiert."

17. August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz spricht mit dem Regisseur Bertrand Tavernier über die Macht der Empörung und seinen Film HOLY LOLA.

16. August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • br-online.de

Zentrales Sujets und Anliegen des Regisseurs sind die sozialen Mißstände, auch bei diesem Film, schreibt Thilo Wydra. "Tavernier mag sich hier viel vorgenommen haben: Von einer Liebe erzählen, von einem anderen, fernen Land erzählen, von Handel mit Kindern erzählen. Vielleicht noch mehr. Zu viel. Da überrascht es kaum, dass das Unterfangen scheitern muss. HOLY LOLA, mit einer stattlichen Überlänge von 130 Minuten, bricht immer wieder ein, die Dramaturgie (Drehbuch: Tiffany Tavernier, Dominique Sampiero, Bertrand Tavernier) kann die epische Struktur nicht halten, es entstehen Längen, die der Geschichte nicht gut tun, die sie ihrer Spannung berauben. Alles wirkt gedehnt, gestreckt, redundant. Vieles wiederholt sich, die diversen Waisenhausbesuche, Hotelszenerien, Wege durch die Stadt. Weniger wäre wohl deutlich mehr gewesen."

August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

August 2005 | HOLY LOLA • Kritik • film-dienst 17/2005

Für Alexandra Wach spielt der Film in einem Zwischenraum von Hoffnung und persönlicher Schuld. "Trotz aller emotionalen Überwältigung, die offenbar den latenten Pessimismus gegenüber westlichen Caritas-Gesten abmildern soll, tappt der Altmeister nie in die Falle eines allzu rührseligen Tons. Hier und da schimmert sogar leise Komik, gepaart mit gnadenloser Anklage, durch, wenn die nervlich sichtbar lädierten Ehepaare im Hotel ihre Entrüstung über verschwundene Lacoste-Hemden lautstark zum Ausdruck bringen. Fesselnd seziert die Regie das Schillern zwischen Fürsorge, Egoismus und Selbstgerechtigkeit, das die Glückssuchenden aus der Ersten Welt kennzeichnet, die fatalen Auswirkungen eines Kinderwunsches, der über die Notlage anderer hinweg sieht. ... Es ist das große Verdienst des Films, das Thema des Adoptionstourismus in allen Facetten zu beleuchten, das Für und Wider abzuwägen, ohne eindeutige Urteile zu fällen."

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