| Regie | Steven Soderbergh |
Tobias Moorstedt fragt, ob Regisseur Steven Soderbergh eine Gefahr für das Kino ist. Er hat es gewagt, seinen neuen Film BUBBLE gleichzeitig im Kino, im Fernsehen und auf DVD herauszubringen.
Wenn Katja Nicodemus über den absehbarem Ausgang hinwegsieht, "bleibt immer noch die beinharte Studie einer ganz normalen Verrohung. ... Mit einem nüchternen, man könnte auch sagen: ethnologischen Blick filmt Soderbergh seine Laiendarsteller beim Essen und Fernsehen in den Blechsiedlungen, beim Arbeiten und Autofahren, bei den banalen Unterhaltungen. Es entsteht eine gestochen scharfe Bestandsaufnahme, ein bewegendes Fotoalbum mit Bildern fast metaphysischer Leere. ... Vielleicht ist der funktionale Wohncontainer, diese karge Metallwabe, in der man sich selbst für bessere Zeiten aufbewahrt und irgendwann stirbt, eine Art Endstation Sehnsucht des amerikanischen Gegenwartskinos geworden."
Strenges Unterschichten-Kino ohne Witz und Verstand, aber mit guten Absichten sah Wolfgang Höbel.