| Regie | Ed Herzog |
| Kinostart | 25.08.2005 |
Laut Frank Junghänel versucht der Film, "Ausschließliches in Beziehung zueinander zu setzen. Traum und Wirklichkeit. Leben und Tod. Naivität und Zynismus. Hoffnung und Verzweiflung - Countrymusik und Reggae. ... Das Seltsame an diesem Film ist, dass er von der spirituellen Heimfahrt einer todkranken Frau erzählt, aber so gar nicht zu Tränen rühren will. Das könnte eine Qualität sein, aber auch ein Problem. Es hängt ganz davon ab, wie man zum Überwältigungskino steht. Ed Herzog scheint als Regisseur nicht viel von der Publikumsmanipulation zu halten; er vermeidet so gut wie alles, was ihm als Larmoyanz ausgelegt werden könnte. So bleibt immer ein Sicherheitsabstand zur Tragik der Geschichte. Selbst dann, wenn man eigentlich gern heulen würde."
Halbgar ist die Geschichte. Volker Mazassek schiebt den Film in die Schublade Komödie mit Tiefgang, an der der Regisseur scheitert. "Sein braves Roadmovie über eine deutsche Möchtegern-Sängerin in Jamaika ist semi-lustig und semi-originell, wie man das von deutschen Produktionen kennt. Im Grunde ist ALMOST HEAVEN kein Fall fürs Kino, sondern fürs Fernsehen. ... Die Schwächen des Drehbuchs sind unübersehbar. So wie Helens Freund und dessen Angestellter in die Geschichte eingebunden wurden, sind sie komplett überflüssig. Der zentrale Konflikt - hier jamaikanisches Laisser-faire, da deutsche Zielstrebigkeit - wird ohne die geringste Überraschung abgespult. Es scheint, als ob kein Stereotyp ausgelassen werden sollte. (Nur Michael Gwisdek als Botschafter scheint sich gewehrt zu haben, und gleich wird es lustig)."
In der Mischung aus Musikkomödie und Road Movie haben Christian Schröder die Bilder überzeugt. Aber das Schönste an dem Film ist die Musik. Besonders der Gesang von Heike Makatsch hat es dem Kritiker angetan.
Christian Schröder spricht mit Heike Makatsch über ihre Musikkarriere, von der sie nicht träumt.
Jenni Zylka ist unerbittlich: Dieser Film ist am Leben vorbeigeschrieben. "Obwohl Heike Makatsch als Helen trotz dürftigem Stimmchen und viel zu model-mäßigem Aussehen ihre Sache als todkranker Country-Fan okay macht - allerdings von ihrem jamaicanischen Gegenpart, der Trickbetrügerin Rosie (Nikki Amuka-Bird) größtenteils an die Wand gespielt wird - kann man diesem furchtbar ausgedachten und mit Gitarrensaiten und Rastalocken nur notdürftig zusammengeknebelten Plot einfach weder Glaubwürdigkeit noch Ernsthaftigkeit abringen."
Margret Köhler hat nicht das übliche Karibik-Feeling in ALMOST HEAVEN wahrgenommen. "Heike Makatsch als Todgeweihte mit dem Mut der Verzweiflung verleiht dem Film die nötige Dramatik, die sich steigert, je mehr sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Trotzdem gibt es keine Larmoyanz, dominiert das lebensbejahende Gefühl. ALMOST HEAVEN berührt durch seine Melancholie, die Mischung von fröhlichen und traurigen Momenten, improvisierte und halb dokumentarische Szenen verhelfen ihm zu einem zusätzlichen Reiz. Trotz schwierigster Drehbedingungen an Originalschauplätzen kann sich das Resultat sehen lassen."
Ulrich Kriest ist von dieser Regiearbeit angetan. "Regisseur Ed Herzog, Grenzgänger zwischen Film und Fernsehen mit einem ausgeprägten Hang zu originellen Stoffen, hat ein Roadmovie gedreht, dessen entspanntes Erzählen nicht nur dem Zufall eine wichtige Rolle einräumt, sondern auch die besondere Atmosphäre der armen Karibikinsel einzufangen versteht. Oftmals wirkt der Film wie improvisiert, und in den Löchern der ohnehin reduzierten Erzählung macht sich eine dokumentarische Kraft breit, die an die Spontaneität der Filme von Klaus Lemke erinnert. ... Das einzige Manko des Films besteht in der völlig unverständlichen Entscheidung, ihn durchgängig zu synchronisieren."