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UNDEREXPOSURE

UNDEREXPOSURE

Regie Oday Rasheed
Kinostart 04.08.2005

Kritiken • UNDEREXPOSURE

04. August 2005 | UNDEREXPOSURE • Kritik • Die Tageszeitung

Einen ungeschönten Blick auf das zerstörte Bagdad hat Claudia Lenssen wahrgenommen. Die Filmleute "erklären das Filmen ohne Drehbuch zum Programm, bekennen sich zu einem offenen Schluss und reden fortdauernd von ihrem Handwerk - und das alles mit dem vollen Pathos existenzieller Verunsicherung. Sehenswert machen diesen Film seine Perspektive auf Bagdad und die zu düster-poetischen Tableaus gerinnenden Episoden vom Leben in Trümmern. ... Anders als vergleichbare Nachkriegsfilme aus den ehemaligen Balkan-Bürgerkriegsstaaten biedert sich UNDEREXPOSURE dem westlichen Lebensgefühl und seinen Kino-Klischees nicht an."

04. August 2005 | UNDEREXPOSURE • Kritik • Die Zeit

Ulrich Ladurner empfindet es als schade, daß der Film zu einem guten Teil vom bohrenden Zweifel dieses Künstlers begleitet wird. "Genug Themen für einen guten Film, aber alles Große, alles Bewegende wird nur gestreift, flüchtig, schlampig geradezu. Hassan, der Filmemacher im Film, wird sich nicht klar über seine Motive, und der Zuschauer versteht ihn nicht und verzeiht ihm deshalb wenig. Das alles wäre eigentlich kein Problem, wenn es Regisseur Oday Rasheed nicht zu einem machen würde. Die Wahrheit nämlich ist, dass die selbstsüchtige Suche dieses Regisseurs nach Sinn und Film absolut unerheblich ist, angesichts des schaurig-grandiosen Stoffes, der schlicht 'Bagdad' heißt. Diese Stadt möchte man kennen lernen, nicht den Filmemacher."

03. August 2005 | UNDEREXPOSURE • Kritik • fluter.de

Kirsten Schulz schätzt den Film als sehr persönlich ein. UNDEREXPOSURE ist ein eigenartig poetischer Spielfilm, in dem fiktionale und dokumentarische Elemente nahtlos ineinanderfließen. "So sehen wir Badgad durch seine Augen. Eine Collage, verwackelte Bilderfetzen: eine erstaunlich belebte Straßenkreuzung in der Innenstadt, das träge Strömen des Flusses, Kinder in zerstörten Nebenstraßen, brennende Autowracks, Ruinen, Müll und dazwischen der verrückte Plastiktütensammler, der kranke Musiker, der alte Mann, der sein Ohr fest ans Radio drückt, die verängstigte Frau, die heimlich einen verwundeten Soldaten pflegt, und Hassans Frau, die er nicht aus dem Haus lässt. Es sind die Nebenschauplätze. Es sind andere Bilder als die gewohnten TV-Bilder."

02. August 2005 | UNDEREXPOSURE • Kritik • Berliner Zeitung

Einen erstaunlichen Film hat Anke Westphal gesehen. "Ebenso achtenswert ist, dass Oday Rasheed ganz offensichtlich einen Film drehen wollte, der über die Sensation seiner Entstehungsgeschichte hinausreicht, selbst wenn dieses ästhetische Wollen manchmal allzu sichtbar ist. Denn unverkennbar ist dieser Hassan ein Alter Ego des Regisseurs, und wie Hassan in den Straßen Bagdads ebenso nach Spuren der Vergangenheit wie Anzeichen einer sich neu konsolidierenden politischen Identität sucht, so sucht auch Rasheed mit diesem Film nach seiner Sprache als Künstler. ... UNDEREXPOSURE ist ein überaus bewusster Versuch, eine Gegenwart ohne spürbare Zukunft auch strukturell als Kinoerzählung zu bannen."

01. August 2005 | UNDEREXPOSURE • Kritik • Der Spiegel

Urs Jenny vermutet, daß die deutschen Produzenten darauf gedrungen haben, den Filmkünstler in den Mittelpunkt des Films zu stellen. "Der Filmregisseur als Film-Hauptfigur trägt nun in metaphernschweren Monologen seine Selbstzweifel vor sich her und muss in ein paar Eheszenen, die nachträglich in Berlin gedreht wurden, auch seiner Frau bedeuten, dass die private Zweisamkeit zurückstehen muss, wenn die Kunst ruft. Diese Berliner Penetranz, den Film bedeutsam erscheinen zu lassen, macht ihn künstlicher, ohne ihm damit zu helfen. Man nimmt ihn besser als das, was er so bescheiden wie eindringlich ist: Zeugnis, Selbstvergewisserung, filmische Flaschenpost, Lebenszeichen."

August 2005 | UNDEREXPOSURE • Kritik • film-dienst 16/2005

Für Sarah-Mai Dang vermischen sich hier Dokumentation und Fiktion. Der Regisseur begibt sich "auf die Suche nach einer Ausdrucksmöglichkeit des Schreckens, des Leidens, des Unbeschreibbaren. Dabei versucht er nicht, den Krieg realitätsgetreu darzustellen, sondern vielmehr die Stimmung in Bagdad während der Monate vor dem Einmarsch der Amerikaner einzufangen. Leere bestimmt seine Bilder: staubige Straßen, ausgehöhlte Häuser und karge Innenräume von Wohnungen. Anstatt sich fernsehüblicher Attraktionssymbolik zu bedienen, zeigt der Film die zerstörte Stadt auf unspektakuläre, fast schon beiläufige Art. ... Zwar handelt es sich um eine deutsch-irakische Co-Produktion, doch verhindert dies nicht eine 'westliche' Sicht."

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