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BROKEBACK MOUNTAIN

BROKEBACK MOUNTAIN

Regie Ang Lee
Kinostart 09.03.2006

Kritiken • BROKEBACK MOUNTAIN

11. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Philosoph Slavoj Zizek fragt, wie ein Film heute mit dem Thema Homosexualität umgehen sollte? BROKEBACK MOUNTAIN und CAPOTE dienen ihm als Beispiele.

10. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Der Freitag

Ingo Arend hat es herausgefunden: "BROKEBACK MOUNTAIN hat das schwule Fundament des Westerns also nur offen gelegt und bis zur letzten Konsequenz einer Liebesszene geführt, die uns bei den wettergegerbten Hünen aus dem Lande Marlboro immer vorenthalten wird. Suchende, Jagende und Gejagte - man könnte meinen, der Western sei eigentlich für Schwule erfunden worden. Die nervöse Neugier, mit der Amerika dem Film entgegensah, hat also etwas mit der Furcht zu tun, was von einem Kernstück der (amerikanischen) Identität bleibt."

09. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Cristina Nord kommt der Film ohne Gay-Pride-Rhetorik aus, hat aber viel Sinn für das Drama des Selbsthasses. Der Film "führt die Geschichte seiner schwulen Figuren zu etwas zurück, was im schwullesbischen Mainstreamkino rar geworden ist. Denn Lee verhandelt nicht nur das Drama einer repressiven Gesellschaft, wie man es in jedem Coming-out-Film vorgeführt bekommt. Vielmehr als das interessiert ihn das Drama des Selbsthasses, der Selbstverleugnung und der Scham. In vielen Filmen mit schwuler oder lesbischer Thematik darf dieses Drama nur unter der Bedingungen vorkommen, dass es überwunden wird - in der großen, der spektakulären Coming-out-Szene. ... Vor diesem Hintergrund muss man Lee dankbar sein für seine beiden schwulen Cowboys, die könnten, wenn sie wollten, aber das Wollen nicht wagen, weil es ihnen niemand beigebracht hat."

09. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Epochal nennt Daniel Kothenschulte den Film. "Der Filmautor reduziert hier nicht, er orchestriert das vorhandene in einer neuen Form, die im Idealfall keinen Unterschied mehr kennt zwischen Epos und Miniatur, Lyrik und Prosa. Das alles geschieht, um eine Einfachheit zu erhalten, die universell lesbar ist. Dennoch ist dies kein altmodischer Film, denn einen Brokeback Mountain hat es nie gegeben. Das alte Hollywood hat sich zwar immer wieder mutig an ein solches Thema gewagt, aber nie in dieser Entschiedenheit. Es sind viele ähnliche Geschichten für ein schwules Kinopublikum erzählt worden, doch den Kontext konnten und wollten sie kaum überwinden. Ang Lee ist niemand, der Zäune einreißt, aber er ist ein begnadeter Vermittler."

09. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Ingo Hübner hat sich Jackson Hole, den Schauplatz des Films abgesehen.

09. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Junge Welt

Unmißverständlich ist die Botschaft für Tina Heldt. "Das homosexuelle Begehren läßt sich nicht verwirklichen, weil die 'Situation' - die widrigen Umstände, die homophobe soziale Umgebung, die eigenen Hemmungen (der strenge Sex-Sheriff in einem selber) – das nicht zuläßt. ... Vorsichtig sind die widrigen sozialen Verhältnisse in Wyoming und Texas eingezeichnet. Ang Lees entscheidende Idee: die Charakterzüge seiner beiden Helden auf dem Umweg ihrer jeweiligen Ehe zu vergleichen. Twist will im Gegensatz zu Del Mar versuchen, mehr oder weniger offen schwul zu leben. Del Mar bleibt verdruckst, aggressiv, ablehnend, weiß erst am Ende, was er verloren hat."

09. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord spricht mit Ang Lee über harte Schnitte, gereizte Bullen und den Wind über der Prärie.

08. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Der Tagesspiegel

Fulminant auch ohne Oscar-Sieg ist BROKEBACK MOUNTAIN für Jan Schulz-Ojala. Erzählt wird "eine schwule, todunglücklich verlaufende Liebesgeschichte in einer Gesellschaft, die schwule, glücklich verlaufende Liebesgeschichten zu verhindern weiß. ... Natürlich ist es so, dass auch Heteros und Heteras, so sie denn this thing namens Liebe schon mal gefühlt haben, gar nicht anders als weinen können in BROKEBACK MOUNTAIN. Und das ist unbedingt schön so. Und vielleicht schon die tiefste Kunst dieses leisen, präzisen, wunderbar bewegenden Films über das einzig wichtige Gefühl der Welt: dass jeder und jede Ennis und Jack einfach lieben muss, weil sie sich lieben."

08. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Der Spiegel

Erdenschwer und himmeltraurig findet Urs Jenny den Film. Der Film "zeigt eine ganz unerwartete und bewegende Großartigkeit in der Art, wie seine Bilder das Ungebändigte, Elementare dieser Leidenschaft und dieser Natur zusammenbringen. Er feiert das eine im andern. Dass das gelingt, ist natürlich auch die Leistung der beiden "Stars" Heath Ledger und Jake Gyllenhaal, die mit der eckigen Anmut junger Stiere aufeinander losgehen, des Kameramanns Rodrigo Prieto, der die riesigen Himmel leuchten lässt, und des Komponisten Gustavo Santaolalla, dessen Country-Musik mit einem zarten, elegischen Pathos die Spannung hält."

08. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • br-online.de

Das Meisterwerk dekonstruiert laut Margret Köhler einen Mythos. "Im Spannungsfeld von Routine, Verzweiflung und zitterndem Lebenshunger bewegen sich die Protagonisten in ihrer Patchwork-Identität, Männerexistenzen eingeschlossen im Panzer traditioneller Geschlechtsmuster. Menschen, denen die Wirklichkeit keine Zukunft für Träume lässt. Nie wird der Film sentimental, dafür sorgt nicht nur die intelligente Inszenierung, sondern vor allem die überzeugenden Darsteller - Heath Ledger in verkapselten Sprödigkeit und Jake Gyllenhaal in unberechenbarer Lebenslust."

08. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • fluter.de

Philipp Bühler freut sich, daß der Film jetzt auch bei uns in den Kinos zu sehen ist. "Ang Lees Provokation besteht darin, seinen Liebenden Cowboyhüte aufzusetzen - und ihre Liebe im Übrigen so diskret und einfühlsam abzufilmen, wie er das immer tut, etwa in SINN UND SINNLICHKEIT (1995). BROKEBACK MOUNTAIN ist ein Melodram, also die Geschichte einer verbotenen Liebe, die an den gesellschaftlichen Umständen scheitert, aber auch an der innerlichen Beschränktheit des einen, der weniger liebt oder seine Liebe verleugnet. ... Der Film ist also, wenn man so will, nicht nur kein richtiger Western, sondern nicht einmal besonders schwul."

04. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Der Tagesspiegel

Matthias B. Krause beschreibt, wie Amerika auf die schwulen Cowboys reagiert. "Der Hass, die Vorurteile und die Angst sind kleiner geworden. Verschwunden sind sie nicht. Wenn die christliche Rechte gegen BROKEBACK MOUNTAIN nur verhalten vorgeht, dann auch, weil sie aus Erfahrung klüger geworden ist."

04. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte spricht mit Regisseur Ang Lee über sein Homosexuellen-Drama BROKEBACK MOUNTAIN, das als größter Favorit in die Oscar-Verleihung geht.

01. März 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • epd-film 03/2006

Das Problem der Sprachlosigkeit stellt sich laut Elisabeth Bronfen in BROKEBACK MOUNTAIN auf differenzierte Weise. "Geschickt entlarvt Ang Lee die Vorstellung des Cowboys, der sich in seinem Heim nie wohlfühlen kann, und die Vorstellung einer verbotenen Liebe, deren Namen man dort nicht aussprechen darf, als zwei sich gegenseitig entsprechende Fantasien. Beide können nur ausgelebt werden, wenn man diesem Zuhause den Rücken zuwendet. Brokeback Mountain wird zum Bild, an dem die beiden Männer ihre Fantasie von unbeschränkter Freiheit festmachen, und fungiert somit zugleich als Chiffre für Kino schlechthin."

17. Februar 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Marli Feldvoss spricht mit Regisseur Ang Lee über BROKEBACK MOUNTAIN sowie über Herz und Härte der USA.

16. Februar 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • film-dienst 04/2006

Viel Zeit nimmt sich der Regisseur für die zögerliche Annäherung an seine Hauptfiguren, meint Holger Römers. "Weil BROKEBACK MOUNTAIN im amerikanischen Westen angesiedelt ist und die Protagonisten Cowboy-Hüte tragen und gelegentlich reiten, wird ein solcher Film in der Regel als Western bezeichnet. Doch der Gewinner des 'Goldenen Löwen' 2005 weist mindestens ebenso viele Elemente eines Melodrams auf. Zentrales Thema ist die Bedrohung einer Liebe durch widrige gesellschaftliche Umstände. Regisseur Ang Lee verknüpft Melodie und Drama, indem er Gustavo Santaolallas sparsamen, melancholischen Score den Erzählton dominieren lässt, während Country-Songs regelmäßig das Geschehen kommentieren. Die schrillen Töne melodramatischer Zuspitzung bleiben freilich aus. Stattdessen verbindet die Inszenierung lakonische Beobachtungen mit einem langen epischen Atem."

07. Februar 2006 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Der Spiegel

Selbst gestandene Machos mit Stetson lockt der Film laut Nina Rehfeld ins Kino. "Echte Cowboys gucken sich landauf, landab schwule Film-Cowboys an und sind hingerissen von einer großen Liebesgeschichte. Männer machen öffentlich Witze über ihre unterschwellige Homophobie. Und die Promi-Zeitschrift "People", die sich sonst um nichts anderes schert als die Affären, Diäten und Bad-Hair-Days der Hollywood-Prominenz, veröffentlicht eine vierseitige Story über schwule Cowboys - auf der echten amerikanischen Prärie. Fehlt nur noch, das George W. Bush den Film öffentlich empfiehlt."

16. Oktober 2005 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Der Tagesspiegel

Rüdiger Suchsland weiß, daß Regisseur Ang Lee nach Berlin kommt, weil hier seine internationale Karriere begann und er seinen neuen Film vorstellen wird.

08. September 2005 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Die Zeit

BROKEBACK MOUNTAIN ist für Katja Nicodemus zunächst wie ein ausladendes Gefühls-Panorama. "Ganz vorsichtig zeigt Lee diese Liebesgeschichte zweier Cowboys. Die ersten verstohlenen Blicke, die Berührungen, der erste Sex im Zelt. Doch von der Weite der Landschaft führt der Film zurück in eine Welt, in der beide Männer tun, was sie glauben tun zu müssen. ... Am Ende erzählt auch BROKEBACK MOUNTAIN eine Geschichte der Innenräume."

07. September 2005 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Laut Marli Feldvoss setzt sich der Regisseur "mit sozialen Deformationen auseinander, hier den tiefsitzenden Vorurteilen im innersten Amerika. ... Fast sprachloses grosses Gefühlskino, das von seiner realistisch gehaltenen, von Ansel Adams inspirierten Fotografie und der Innerlichkeit der hervorragenden Nachwuchsschauspieler Heath Ledger und Jake Gyllenhaal lebt."

03. September 2005 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal wird das allgegenwärtige Cowboy-Thema in betörend schön fotografierte Landschaftsbilder dargeboten. "Schwule Cowboys - die gab es mal avantgardistisch bei Warhol; im Mainstream-Kino ist das Thema ohnehin fällig. Und dass einer der beiden Helden von Ang Lee seiner sexuellen Orientierung wegen getötet wird, passt ins Bild vom schon wieder oder immer noch barbarischen Amerika. Weil aber Ang Lees Sorge um die Rechte der Schwulen und die feinen Emotionen mit seiner Liebe zu den amerikanischen Mythen kollidiert, ist BROKEBACK MOUNTAIN ein ergreifend sentimentaler Film geworden."

03. September 2005 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Die Tageszeitung

Eine Verbindung von Western und Melodram sah Christina Nord. "Der aus Taiwan stammende, seit vielen Jahren in den USA arbeitende Regisseur nutzt die Landschaft und die Figuren des Westerns, um aus ihnen eine Liebesgeschichte zu gewinnen. ... BROKEBACK MOUNTAIN widmet sich weniger den glücklichen, ausgelassenen Momenten, die Jack und Ennis erleben, er interessiert sich mehr für die Frustration zwischen den Begegnungen, für die Kränkungen."

03. September 2005 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Liebesfilm ist für Daniel Kothenschulte im asketischen Stil in Szene gesetzt. Der Regisseur erzählt "die Chronik einer heimlichen Affäre über zwei Jahrzehnte mit der Ausdauer eines großen Melodramatikers, doch er forciert nichts, und er verheimlicht auch nichts. Dabei gelingt ihm, was schon TIGER AND DRAGON so erfolgreich unternahm: Die Überführung eines Minderheitengenres (als das schwule Liebesgeschichten auf unserem Filmmarkt ebenso gehandelt werden wie fernöstliche Kung-Fu-Dramen) ins große Erzählkino. Dies ist nicht weniger als DIE BRÜCKEN AM FLUSS des schwulen Kinos, ein Film, der seine Zuschauer in einen Gefühlsraum jenseits der Zeit entführt und - einigermaßen mitgenommen von der geleisteten Anteilnahme - wieder daraus entlässt."

03. September 2005 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Der Tagesspiegel

Darüber, daß Ang Lee den ersten ausdrücklich schwulen Western der Filmgeschichte vorlegt, haben viele zunächst gespottet, verrät Jan Schulz-Ojala. "Doch nicht lange: BROKEBACK MOUNTAIN, der eine Short Story von Annie Proulx zum filmischen Epos weitet, ist eine sehr gefühlvolle und zugleich völlig unsentimentale Elegie auf die Unbesiegbarkeit der Liebe. ... Ang Lees 135 Minuten langer Film schildert, gelassen und hoch konzentriert, zwei Jahrzehnte im erschütternd von Leugnung, Verdrängung und Schweigen umstellten Leben dieses (Nicht-)Paars - und mündet in zwei atemberaubend stille Szenen. Eine gewaltige Geschichte aus Tabus und Freiheitsdurst, Sehnsucht und Irrtum, Trauer und Glück."

03. September 2005 | BROKEBACK MOUNTAIN • Kritik • Der Spiegel

Wolfgang Höbel fragt, ob so eine Geschichte zum Popcornkino taugt? "Der Regisseur verzichtet auf jede direkte Anklage der Außenwelt und schildert nur, wie es den Protagonisten ergeht - ihre unbeholfenen Umarmungen, ihre jähen Gewaltausbrüche, ihr Versagen gegenüber der eigenen Familie. Erst am Ende gewinnt der Film die Leidenschaft, die er zuvor eineinhalb Stunden lang behauptet. Man kann Lee den prächtigen Landschaftkitsch und den zarten Schwulenkitsch dieses Films vorwerfen, seine Botschaft aber ist von schöner universaler Gültigkeit: In einer Welt, die vom Terror der Moralapostel vergiftet wird, können die Menschen nicht glücklich werden."

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