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GOOD NIGHT AND GOOD LUCK

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK

Regie George Clooney
Kinostart 06.04.2006

Kritiken • GOOD NIGHT AND GOOD LUCK

07. April 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Der Freitag

Der Film erzählt eine einfache wie wahre Geschichte, meint Barbara Schweizerhof. "In GOOD NIGHT AND GOOD LUCK geht es weniger um Glorifizierung als um Stil. Im ausgeprägten Stil des Films nämlich zeigt sich ein eigener Plan: Schwarz-Weiß ist der Film nicht nur, um die Originalaufnahmen von damals nahtloser einbinden zu können, in seinen glamourösen Kontrasten feiert Clooneys Film weniger seine Helden als vielmehr eine Epoche und eine bestimmte Kultur. Das eigentlich Überraschende daran: es handelt sich um die amerikanische Erwachsenenkultur der fünfziger Jahre. Denn GOOD NIGHT AND GOOD LUCK ist kein "Dokudrama", das reale Geschichte nachinszeniert. Die strenge Arbeitskleidung der Protagonisten mit ihren weißen Hemden und dunklen Hosen, ihre Kunstfertigkeit im Smalltalk, ihre Ernsthaftigkeit, das alles steht für ein professionelles Ethos, das man heute allgemein vermisst."

06. April 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Der Spiegel

Subtil stellt der Film die Frage nach dem politischen Anstand im heutigen Amerika und hat dabei das Herz am rechten Fleck, schreibt Jan Distelmeyer. "Ganz unabhängig davon, wie konsequent oder eitel man es finden mag, dass George Clooney sich dabei gleich selbst als Lancelot an Murrows Tafelrunde inszeniert, oder ob man die Parallele zwischen McCarthy und Bush nachvollzieht: Angehoben auf dieses politische Level ist es bemerkenswert, dass die hier formulierte Kritik nie in Frage stellt, ob Kommunisten denn überhaupt verfolgt werden sollten. ... Die von Clooney selbst ins Blickfeld gezwungene politische Haltung seines Films erscheint so vielleicht weniger links oder besonders liberal, als vielmehr wie eine Kino-Übersetzung der Welch-Anklage: Haben Sie keinen Sinn für Anstand?"

06. April 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Berliner Zeitung

Christian Aust erklärt George Clooney, warum er ein politischer Mensch ist.

06. April 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn beschäftigt sich mit Journalisten im Film. "Sicher ließe sich der unermüdliche Mahner, der in George Clooneys zweiter, unglaublich spannender Regiearbeit Good Night, And Good Luck den Kampf gegen die als Hexenjagd bekannt gewordenen Machenschaften McCarthys aufnimmt, für die Rubrik der Heiligen vereinnahmen. Dagegen spricht die sachliche, beinahe trockene Art, in der Clooney seinen Protagonisten als Helden der Genauigkeit Distanz zu seiner eigenen Empörung gewinnen lässt. ... Die Kamera, die den wunderbar (wieder-)belebten Set einer unübersichtlichen, von Rauchschwaden vernebelten Redaktion in eleganten und undogmatischen Blickachsen erforscht, ist Murrows alter Ego: Winkelzüge dienen der Erfassung einer verschachtelten Perspektive. Im Endeffekt aber ist alles ganz klar, das Denken wie das Bild vom verantwortungsbewussten Menschen."

06. April 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Neues Deutschland

George Clooney hat einen Film gemacht in Schwarzweiß. Einen Film über die Schwarzweiß-Zeit, die Anfangszeit des Fernsehens in den USA, schreibt Hanno Harnisch. "Murrow war für Journalistengenerationen in den USA ein Vorbild. In diesem Film ist er ein lebendiger Mensch, einer, der brennt für seinen Beruf. Da darf er auch mal ein bisschen eitel sein. Hervorragend gespielt von David Strathairn, brilliant begeschrieben und inszeniert von George Clooney. So ein Film bekommt schon mal in Venedig einen Preis für das beste Drehbuch und den besten Hauptdarsteller, geht aber auch mal leer aus bei der diesjährigen Oscar-Verleihung."

06. April 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Die Zeit

Die korrekten Kettenraucher überzeugten Michael Naumann. "Zwei Dinge zeigt Clooney: Erstens, TV-Produktionen im vordigitalen Zeitalter lebten noch vom Pioniergeist des Rundfunk- und Printjournalismus, der gerade ein neues Medium entdeckt hatte. Lauter nervöse Männer mit aufgekrempelten Hemdsärmeln laufen bedeutungsvoll durch die Szenen. ... Und zweitens behauptet Clooney, dass in den guten alten Zeiten des amerikanischen Urfernsehens noch publizistische Rahmenrichtlinien vorherrschten, die direkt aus der verfassungsgebenden Versammlung von Philadelphia zu stammen schienen. Jeder glaubte an die Freiheit des Wortes und der Meinung."

05. April 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Berliner Zeitung

George Clooney wünscht sich eine kritische Öffentlichkeit, meint Anke Westphal. "Auch ästhetisch, mit Bildern in strengem Schwarz-weiß und in der Rhythmisierung durch einen Jazz-Score wahrt sein Regisseur den Abstand zum Gängigen der Gegenwart. Dabei galt George Clooney vielen mal als einzig legitimer Erbe Cary Grants - von seinen Anfängen als Fernsehserien-Doktor über Paraderollen im Genre-Kino nahm er indes eine erstaunlich integrierende Entwicklung hin zum glamourösen Gewissen Hollywoods. Mit seiner zweiten Regiearbeit (nach CONFESSIONS OF A DANGEROUS MIND hat sich Clooney nun nicht einfach als engagierter, sondern als aufregender Filmemacher durchgesetzt."

05. April 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Die Tageszeitung

Von der Zukunft der Massenmedien als Vision der Vergangenheit, schreibt Andreas Busche. "Clooneys Film ist in vielerlei Hinsicht die vollkommenste Manifestation politischen Unterhaltungskinos; ein lang gehegter Traum in Hollywoods linksliberaler Kolonie, der es seit Warren Beatty und Robert Redford auch entschieden an charismatischen Figuren mangelte. Vielerorts wurde GOOD NIGHT AND GOOD LUCK gar als eine Art Schlüsselereignis angesehen: Hollywoods "Linke" meldete sich nach Jahren selbst verordneter Unmündigkeit mit einem fulminanten Befreiungsschlag zurück. Für Clooney wiederum ist "Good Night, and Good Luck" - außer einer persönlichen Genugtuung - vor allem ein unerwarteter künstlerischer Triumph."

05. April 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Der Tagesspiegel

Seine Berühmtheit gibt Clooney die Freiheit, heikle Themen auf der großen Leinwand zu verhandeln, behauptet Christiane Peitz. "Ein keineswegs nur amerikanisches Thema: die Macht der Medienkonzerne, die Rücksicht auf die Quote, der Konflikt zwischen eigener Überzeugung, Wahrheitsstreben und der Verpflichtung zur Neutralität. Wie viel taugt eine Demokratie, fragt Clooneys Film, wenn der Staat seinen Bürgern misstraut? Wenn er abwägen muss zwischen Sicherheitsdenken und Persönlichkeitsrechten, Terrorismusbekämpfung und Meinungsfreiheit? Wie gefährdet ist diese Freiheit heute in Zeiten von Guantanamo, Abu Ghraib, Lauschangriffen und Karikaturen-Streit? George Clooney eckt an."

12. Januar 2006 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Thomas Binotto sah eine filmische Geschichtslektion mit Aktualitätsbezug. Dem Regisseur ist eine solche gelungen, weil sie präzise, weil sie hochkonzentriert ist. "In Schwarzweiss gedreht, um historisches Quellenmaterial verwenden zu können, erzählt er seine Story in 93 Minuten ohne jeden Schlenker. Es ist ein seltenes Vergnügen geworden, mit derart eleganten Ellipsen als Zuschauer ernst genommen und gleichzeitig unterhalten zu werden. GOOD NIGHT AND GOOD LUCK wird so zur szenischen Reportage - und damit seinem sperrigen Helden auch in formaler Hinsicht gerecht."

08. September 2005 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Die Zeit

Nach dem Sehen des Films ist Katja Nicodemus wütet: auf alle Sabine Christiansens dieser Welt. Das "elegant fotografierte schwarzweiße Kammerspiel porträtiert den Nachrichtenmoderator Edward Murrow, in dessen traumhaft mutiger Redaktion jeder gerne arbeiten würde. ... Der Film ist ein Statement mit bitterem Nachgeschmack, ein liebevoller Abgesang auf eine politische Fernsehkultur, die nicht nur in den Vereinigten Staaten verschwunden ist. So erregt GOOD NIGHT AND GOOD LUCK nicht nur Zorn auf den dumpfen Patriotismus von damals und heute, sondern vor allem eine große Wut."

07. September 2005 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Marli Feldvoss sieht in dem Film einen Favoriten für den Löwen. "Clooney hat sich mit dem Porträt über den CBS-Fernsehjournalisten Edward R. Murrow einen langgehegten Wunsch erfüllt und dem mutigen Einzelgänger, der in den fünfziger Jahren zu den wenigen gehörte, die sich in aller Fernsehöffentlichkeit kritisch mit der Hexenjagd Senator McCarthys auseinandersetzten, ein wahres Denkmal errichtet. Die scharf gestochenen, dokumentarisch anmutenden Schwarzweissbilder lassen sich im Nachhinein wie der Auftakt zu einer Reihe politisch engagierter Filme in der Reihe 'Orrizonti' lesen."

03. September 2005 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Anke Westphal glückte dem Regisseur "hier in ästhetischer Hinsicht ein Film, der gleichzeitig Plädoyer sein will für die Verantwortung der Medien beim Erhalt der Bürgerrechte: Wie jeder historische Film adressiert auch dieser die politische Gegenwart."

03. September 2005 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Als hervorragenden Politthriller bezeichnet Daniel Kothenschulte den Film. "George Clooney inszeniert seinen stringenten, schnörkellosen Film in glasklarem Schwarzweiß, und Orson Welles hatte nicht Unrecht, wenn er einmal sagte, dass diese Farbe großen Darstellern besonders schmeichelt.
Es könnte gut sein, dass David Strathairn in der Hauptrolle für einen Oscar nominiert wird. Hier auf dem Lido erhielt er für eine reine Verfassungsanalyse Szenenapplaus."

03. September 2005 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Film ist streng, diszipliniert, klar, schreibt Jan Schulz-Ojala. "David Strathairn gibt - vielleicht eine Spur zu sehr von der Würde seiner Rolle eingenommen - den unbeugsamen Fernsehjournalisten, Clooney selber, stets warmherzig, den Produzenten der Sendung. GOODNIGHT AND GOOD LUCK ist, anstrengungslos unterfüttert mit Originaldokumenten, eine Hymne auf die Zivilcourage - und in Bushs Amerika, wo der FBI den Großen Lauschangriff praktiziert und eine Journalistin wegen ihres Festhaltens am Informantenschutz seit Wochen im Gefängnis sitzt, wohl nötiger denn je."

03. September 2005 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Der Spiegel

Wolfgang Höbel nennt den Film ziemlich gut. "Es ist eine ergreifende, nur streckenweise etwas heftig pathetische Kampfansage gegen die Herrschaft der Stumpfsinnigen und Bornierten - und gegen die Feinde der Meinungsfreiheit in den USA. ... GOODNIGHT AND GOOD LUCK ist die Floskel, mit der sich Murrow nach jeder seiner Sendungen von seinen Hörern verabschiedet - und genauso altmodisch und gentlemanlike wie diese Floskel ist der ganze Film. In bestechend ausgeleuchteten, zwischendurch mit lässigen Jazzklassikern untermalten Schwarzweißbildern zeigt Clooney den Heldenmut einer kleinen Schar von Unbeugsamen, ihre Zweifel und ihr Zaudern, ihre Attacke und ihren Triumph."

02. September 2005 | GOOD NIGHT AND GOOD LUCK • Kritik • Die Tageszeitung

Christina Nord findet den Film erfreulich. "Gespielt wird dieser aufrechte Journalist von David Strathairn, er dominiert den Film mit seiner steinernen Miene und dem skeptischen Blick. Strathairns Augen sind wie geschaffen für die Bildkompositionen von Robert Elswit, dem Director of Photography: In den satten Schwarzweiß-Arrangements blitzen sie als tiefschwarze Punkte. Häufig setzt Clooney historisches Originalmaterial ein. ... Zwar wird es an keiner Stelle ausgesprochen, doch GOODNIGHT AND GOOD LUCK lässt keine Zweifel daran, dass das Panorama der Verdächtigung, der Willkür, der Denunziation und des Duckmäusertums, das der Film zeigt, in die Gegenwart hereinragt."

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