Inhalt • BOUDU
Der komplett verschuldete Galerist Christian Lespinglet rettet einen Obdachlosen aus dem Kanal. Der Held wider Willen nimmt den glücklosen Selbstmörder Boudu mit zu sich nach Hause - nur für ein paar Stunden. Zu Hause das ist einerseits seine Frau Isolde, depressiv und unter ständigem Einfluss von Medikamenten, und andererseits seine Kunstgalerie, kurz vor der Pleite. Boudu, dessen Aufenthalt bei Lespinglet nur ein kurzer sein sollte, richtet sich in diesem Provisorium ein. Er strapaziert die Geduld und den guten Willen seiner Gastgeber, und bringt die Regeln des Miteinanders zwischen gehörig durcheinander. Boudu ist unerträglich, aber auch poetisch...
Wie es der Zeit entspricht, hat der Regisseur den Stoff seichter gemacht, kritisiert Andrea Dittgen. "Jugnot inszeniert die Geschichte vom Penner, der als Katalysator den emotional verkrüppelten braven Bürgern auf die Beine hilft, indem er sie erst schockt und dann umgarnt, recht flott in Bonbon-Bildern. Die ins sonnige Aix-en-Provence verlegte Handlung betont mehr die Heiterkeit des Theaterstücks von René Fauchois, das auch Renoirs Ausgangspunkt war. Man spürt, dass es Gérard Depardieu viel Spaß macht, wieder einmal ungehobelt, hemmungslos und egoistisch zu sein, wie er es häufiger zu Beginn seiner Karriere war ... Allzu viel Tiefgang darf man freilich nicht erwarten, zumal Jugnot nicht das Potenzial ausschöpft, das sich bei der Modernisierung des Stoffes förmlich anbietet."