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SNOW WHITE

SNOW WHITE

Regie Samir
Kinostart 03.05.2007

Kritiken • SNOW WHITE

03. Mai 2007 | SNOW WHITE • Kritik • Berliner Zeitung

Wie ein Groschenroman kommt der Film für Alexandra Seitz daher. "Über einen Mangel an dramatischen Ereignissen kann man sich hier wahrlich nicht beklagen. Im Gegenteil - in SNOW WHITE verbündet sich das vollblütige Melodram mit dem wendungsreichen B-Picture und schrammt sodann quietschend am verfilmten Groschenroman entlang. Eine ambitionierte Rundreise durch Himmel und Hölle in Spielfilmlänge. Manche mögen darin eine Klischee-Kollision mit Totalschaden sehen, anderen nötigt der Mut zum Opernhaften vielleicht Respekt ab."

01. Mai 2007 | SNOW WHITE • Kritik • critic.de

Ohne Klischees geht es leider nicht, meint Thorsten Funke. "Regisseur Samir hat in verschiedenen Interviews auch gar nicht verhehlt, dass er sich für seinen Film an Soap Operas orientiert hat, dass er Kitsch liebt und explizit ein jüngeres Publikum ansprechen wollte. Leider geht das sehr zulasten der Dramaturgie. Die formalen Experimente können die vorhersehbare Geschichte nicht retten. Zwar wird die der Soap entlehnte Emotionalität permanent auf fast schon brechtsche Weise durchbrochen, zum Beispiel durch den Einsatz von zwei Ich-Erzählern und dadurch, dass der eine von beiden, Paco, direkt in die Kamera spricht. Aber beide Materialien wollen sich nicht vereinigen, sie stoßen sich ab, wie Wasser und Öl in einem Reagenzglas."

05. April 2007 | SNOW WHITE • Kritik • Die Tageszeitung

Dosenweise Kokain macht auch nicht glücklich, meint Dietmar Kammerer. Es "bleibt in der Passionsgeschichte einer tief Gefallenen ein moralisierender Unterton sowie ein unglücklicher Hang zur symbolischen Überdeutlichkeit auf Kosten des Wahrscheinlichen: Wenn sich SNOW WHITE am Ende mit einem Sprung durchs Glas aus ihrem Eispalast befreit, schafft sie sportlich ausgezeichnete zwanzig Meter. Der Film schüttelt jede Menge solch visueller und erzählerischer modischer Tricks aus dem Ärmel: Split Screen, unmittelbare Ansprache der Zuschauer, Kombinationen von Video- und Filmmaterial, Drehbuchellipsen. All das wird nicht unsympathisch, aber letztlich schematisch und behäbig eingesetzt."

02. September 2005 | SNOW WHITE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Andreas Maurer glaubt, daß Klischees auch zum Erfolg verhelfen können. Der Film "lässt keinen kalt, weil der Spielfilmdebütant Samir sein Medium wie ein Hip-Hopper instinktiv begreift: Weniger die Story hat er im Sinn als vielmehr den Beat, den Affekt, den schnellen Effekt. ... Kann man sich (ungeachtet einiger Missklänge wie Julie Fourniers Züridütsch-Synchronisation) eine eingängigere Mischung von Stilwillen und Kommerzdenken vorstellen? Es erwartet uns ein Happy End, wie's im Buche steht. Und wenn sie nicht ausgestorben sind . . . verwandeln die Träumer unter den Kinogängern SNOW WHITE in einen Hit."

11. August 2005 | SNOW WHITE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Als obzön erscheint Heike Kühn dieser Film. "Zwar klappert Samirs Film Snow White Zürichs soziale Brennpunkte ab, um einen dekorativ vergammelten Hintergrund für die Luxusprobleme der armen reichen Tochter Nico zu schaffen, aber dieser filmische Elendstourismus macht die banale Geschichte nur schlimmer. Nico ist 21 und strohdoof, ergo versessen auf Koks, Parties und Sex mit zwielichtigen Vaterfiguren. Der Film suggeriert, dass sie unter der Kälte ihres Banker-Vaters und ihrer Golf-Mutter leidet. Es bleibt ein Rätsel, warum man sich auf einem Festival, das einen aufrüttelnden maghrebinischen Schwerpunkt und ein engagiertes Human-Rights-Programm vorzuweisen hat, für einen Film interessieren soll, der 100 Minuten braucht, um die zum Himmel schreiende Oberflächlichkeit seiner Hauptfigur zum Selbstmordversuch zu steigern."

10. August 2005 | SNOW WHITE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Andreas Maurer wollte anfangs den Film als Schnee von vorgestern abtun, aber der Regisseur versteht es brilliant, Klischees ironisch umzuformen. "Auf die Techniken seiner Videoexperimente zurückgreifend, orchestriert Samir in der ersten Hälfte seines Spielfilmdébuts verschiedene Filmmaterialien, Formate, Farbpaletten und die Musik zu einem audiovisuellen Hip-Hop, um den Rausch von 'Sex, Exzess und American Express' zu versinnlichen ... Dann die Ernüchterung, auch des Stils. Kaum ein andrer Schweizer Filmemacher besitzt ein solches Gefühl für das Medium, den Rhythmus, das Licht, von monochrom bis goldschimmernd - ungeachtet einiger Missklänge (Fourniers Synchronstimme etwa) vor dem letztlich überstürzten Happy End, bei dem Schneewittchen aus dem Glashaus in die Arme ihres Prinzen fällt."

09. August 2005 | SNOW WHITE • Kritik • Der Tagesspiegel

Heftig umstritten ist der Film, weiß Christiane Peitz. "Was sich erst wie ein sympathisch altmodischer Klassenliebeskampf ausnimmt, mündet schnell in eine abgeschmackte Drogenstory. Trotz formaler Wagnisse mit Split Screen und experimenteller Kinosprache reproduziert Samirs Bildästhetik eben jene simplen Rollen-Zuschreibungen, die sie zu kritisieren vorgibt. Frauen sind Huren, Männer sind Dealer, Zuhälter oder Traumprinzen, die ihr Geschäft mit den Gefühlen anderer Leute machen. Totale Warenwelt."

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