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BRUDERMORD

BRUDERMORD

Regie Yilmaz Arslan

Kritiken • BRUDERMORD

18. August 2006 | BRUDERMORD • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Wie eine griechische Tragödie erzählt der Regisseur laut Bettina Spoerri die Geschichte. "Die Protagonisten (gespielt von Laiendarstellern) prallen unausweichlich aufeinander; selbst der (kurdische) Chor fehlt nicht. Diese traditionellen Elemente kombiniert Arslan mit einem kurzen Animationsfilm, wenn Ibo von einer besseren Welt träumt. Doch am dominantesten ist der krude Realismus, der die blutigen Szenen schonungslos - gar mit sadistischer Grausamkeit - abfilmt. Ob das dem politischen Anliegen des Films dient, ist fraglich."

09. März 2006 | BRUDERMORD • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn ist erbost darüber, daß der Film BRUDERMORD von Yilmaz Arslan noch keinen Verleih hat. "Es ist ein Film von der Größe einer antiken Tragödie, nur dass er in einem Deutschland spielt, das nur als Kulisse für den türkisch-kurdischen Brudermord dient. In welcher Stadt diese gesichtslosen Straßen und stereotypen türkischen Döner-Buden liegen, erfährt man nie. Deutsche treten nur als Statthalter der Obrigkeit auf. Sie geben in dem Übergangsheim, in dem der illegal eingereiste zwanzigjährige Kurde Azad sich des verwaisten Ibos annimmt, das Taschengeld aus. Sie sind Polizisten oder Gefängnispathologen. Niemals Gesprächspartner. BRUDERMORD ist ein reicher, atemberaubend ambivalenter Film, nachdenklich und poetisch bei aller Grausamkeit."

11. August 2005 | BRUDERMORD • Kritik • Frankfurter Rundschau

Mit Brudermord zeigt sich, daß der deutsche Film auf dem Locarno-Festival nicht verloren ist, schreibt Heike Kühn. Der Film "hat eine Kompromisslosigkeit, die an Fassbinder erinnert. Hier geht es ums Ganze, ums Überleben in einem fremden Land, das Deutschland heißt, aber nur die Kulisse abgibt für die nationalistischen Fehden und Konflikte, die die illegalen Einwanderer in die Welt hineintragen. ... BRUDERMORD ist eine ebenso wütende wie tieftraurige Abrechnung mit dem deutschen Traum. Entwurzelt und frustriert klammern sich die Exilierten ausgerechnet an ihre schlimmsten Traditionen, die der Blutrache und des Bruderkriegs."

09. August 2005 | BRUDERMORD • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz hat ein Kurdendrama über Asylbewerber und Kleinkriminelle, Einsamkeit, Familienbande und freundschaftliche Solidarität gesehen. "Arslans differenzierte Zeichnung des Migranten-Milieus fällt bald der archaischen Wucht blutiger kurdischer Rituale zum Opfer. Will der Regisseur etwa sagen, dass Kurden doch immer nur Blutrache und Ehrenmorde üben und der Krieg den Türken und Kurden irgendwie in den Genen steckt?"

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