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3 GRAD KÄLTER

3 GRAD KÄLTER

Regie Florian Hoffmeister
Kinostart 16.03.2006

Kritiken • 3 GRAD KÄLTER

16. März 2006 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • Berliner Zeitung

Kühnes Grau in allen Tönen hat Katja Lüthge wahrgenommen. Irritierend ist das Regiedebüt von Florian Hoffmeister "nicht allein wegen der teilweise Aufsehen erregenden Bildgestaltung, sondern auch wegen der disparat eingesetzten dramaturgischen und ästhetischen Mittel. Die Anordnung der Figuren im Raum wirkt nicht selten statisch; das Pathos einiger Dialoge könnte es spielend mit dem einer Telenovela aufnehmen. Dennoch: Beim Filmfestival Locarno gab es für 3 GRAD KäLTER einen Silbernen Leoparden für den besten Nachwuchsfilm."

16. März 2006 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Stimmungs- und liebevoll schaut der Film auf die deutsche Provinz, meint Lasse Ole Hempel, vor allem dank hervorragender Schauspieler. "Man wird den Eindruck nicht los, dass Florian Hoffmeister ein Stück weit ein autobiographisches Filmdrehbuch geschrieben und anschließend inszeniert hat. Wie sonst könnte man so lakonisch und gleichzeitig so liebevoll auf die deutsche Provinz schauen. Die Blicke auf die einsamen, noch beschrankten Bahnübergänge, die die Dorfjugend auf ihren Mopeds so gerne in einem Gestus vollkommener Anarchie missachtet, die freien, übersichtlichen Plätze, die gedeckten, matten Farben, die sanft wie von Innen zu strahlen scheinen, fast so wie auf einem Gemälde von Edward Hopper."

16. März 2006 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Präzis ist der Film für Julian Hanich. "3 GRAD KäLTER ist ein Gespensterfilm, bevölkert mit lebenden Toten. Er ist zu Hause in leeren Restaurants, Clubs, Schwimmbädern. Auf verlassenen Flughäfen, Straßen, Bahndämmen. Die Welt ist grau und kühl. Die Gesichter der Menschen sind bleich und von Falten durchzogen. Unter den Augen: dunkle Ringe. Die Stimmen: gedämpft und isoliert, wie durch ein dickes Stück Stoff gesprochen. Abgelebte Figuren. ... Florian Hoffmeisters intensives Generationenporträt, in Locarno mit dem Silbernen Leoparden ausgezeichnet, stürzt den Zuschauer in Melancholie. Vor allem für die Anfang bis Mitte Dreißigjährigen ist sein Film alles andere als Selbsthilfekino. Die Angst vorm engen Zuhause, die Flüchtigkeit von Bindungen, die Distanz zum Lebensentwurf der Eltern – für alles findet Hoffmeister hochsymbolische Schauplätze und Requisiten."

15. März 2006 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • br-online.de

Die Bilder dieses deutschen Liebesreigens sind kalt, klar, dunkel und düster, schreibt Thilo Wydra. Die "Geschichten erzählt Hoffmeister, der zusammen mit Mona Kino das Buch schrieb, indem er sie mehr und mehr miteinander verknüpft. Ein Reigen eben über junge Deutsche alle so etwa um die 30, ein Reigen, bei dem einem fröstelt. Bei dem man sich teils auch wieder erkennen mag, die eigenen Verlassens-Ängste, die eigene Einsamkeit, die eigene Sehnsucht, geliebt zu werden und wieder lieben zu können."

15. März 2006 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • fluter.de

Jenni Zylka mag den Film. "In einer von Implosionen und Blicken lebenden Geschichte lauern Kitschfallen und Gefühlsklischees ohne Ende. Doch Regisseur Florian Hoffmeister und Drehbuchautorin Mona Kino umschiffen diese Klippen meisterhaft und liefern stattdessen das eindringliche, außergewöhnlich gespielte Porträt einer Gruppe Suchender. ... Bis auf ein paar gekünstelte Drehbuchsätze à la "Du bist nur zu Gast in deinem Leben" wirken Dialoge und Szenen echt und auf das Wesentliche reduziert. Gekonnt hat Hoffmeister den Rahmen für seine Bildausschnitte gesetzt – selten wurden Liebe, Zweifel, Selbstverdruss und Lebensangst so wunderschön inszeniert."

13. März 2006 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • film-dienst 06/2006

Mit seiner etwas pathetisch behaupteten Ernsthaftigkeit und Melancholie scheint der Film für Ulrich Kriest aus einer anderen Zeit, aus den späten 1970er-Jahren, zu stammen. "Mit dem ausgestellten Beharren auf 'Leerstellen', auf blinden Flecken in der Figurenpsychologie und der dennoch forcierten Selbstbefragung der Figuren ist 3 GRAD KäLTER vielleicht manchmal etwas zu larmoyant ausgefallen, vermag aber dem Eindruck der Bedeutsamkeit bloß suggerierenden Selbstgefälligkeit durch ein hervorragendes Darstellerensemble zu begegnen. Fernab der glänzenden Metropolenfassaden mit ihrem dröhnend hippen Werbe-Chic und den Szene-Aufgeregtheiten scheint der bundesdeutsche Alltag noch immer bleiern und trist."

16. August 2005 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • Die Tageszeitung

Um die konzentrischen Kreise rund um einen Verschwundenen geht es Anke Leweke in diesem Film. "Man muss 3 GRAD KÄLTER nicht gleich als Generationenporträt lesen, als Sinnbild der Unsicherheit und Bindungsangst. Doch manchmal entdeckt die Kamera in den Großaufnahmen eine Wahrheit. Dann reicht es, sich Meret Becker als eine der Freundinnen anzuschauen, ihr Gesicht, in dem alles miteinander hadert: die Liebe zu ihrem Mann und die Verletzungen angesichts seiner Untreue, die Frage nach dem zweiten Kind und die Furcht vor der Trennung."

16. August 2005 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • Neues Deutschland

Etwas beziehungslos steht die Figurenkonstellation für Heinz Kersten im Raum. Dabei hatte der Regisseur "beabsichtigt, die Beziehungen einiger befreundeter Paare durch die überraschende Rückkehr eines fünf Jahre lang verschwundenen Mitglieds der Clique auf den Prüfstand zu stellen. Der vorübergehende Heimkehrer sieht mit seinen Bartstoppeln lediglich genau so aus, wie man sich einen Abenteurer vorstellt (Sebastian Blomberg), und Bibiana Beglau als seine inzwischen verheiratete Ex kann für ihren Gefühlsstau ebenso wenig interessieren wie alle anderen Kunstkonstrukte dieses mit bedeutungsschwangerer Musiksoße übergossenen, in einem prätentiösen Ambiente präsentierten Kinostücks."

09. August 2005 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Eine Menge schöner Fotografie hat Daniel Kothenschulte gesehen, aber das reizvolle Thema des Films hat der Regisseur ihm nicht näher bringen können.

09. August 2005 | 3 GRAD KÄLTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz gibt der Minimalismus des Regisseurs leider immer wieder ins Banale. "Regisseur Hoffmeister und Ko-Autorin Mona Kino erzählen weniger vom Verschwinden als vom reduzierten Leben derer, die der Flüchtling hinterlässt. Vom Alltag, mit dem man sich arrangiert hat. Vom Lieben und Leiden auf Sparflamme, von Desillusion und Zukunftsangst. Lauter junge Menschen, vor der Zeit gealtert: Sittenbild einer verstörten Generation. ... Allerdings weiß der Regisseur [...] wie man Emotionen zu Filmbildern verdichtet. Die geduckten Häuser in der Provinz, der Bahndamm, ein Hallenbad, eine Klinik: lauter stille, kühle Metaphern für die Entfernung zwischen den Menschen. Sind alle so nah, sind so schrecklich weit weg: Distanzen, die Hoffmeister in Cinemascope ausmisst, dem Format des menschlichen Blickfelds."

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