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WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN

WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN

Regie Jakob Hüfner
Jörn Hintzer
Kinostart 11.08.2005

Kritiken • WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN

13. August 2005 | WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Julian Hanich hat Ideen gesehen, die das Land nicht braucht. "Um genau zu sein: Was uns die beiden hier auf heiter-anarchische Weise als WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN andrehen, wäre in der Lage, Deutschland auf dem Niveau von Karlvalentinien oder Schildbürgistan enden zu lassen. Mit Pseudoexperten-Interviews, Reportageaufnahmen von Seminaren, die nie stattgefunden haben, und Gesprächen mit Betroffenen, die es nicht gibt, gaukeln sie uns auf scheindokumentarische Weise vor, die Lösung für alles gefunden zu haben. ... Diese acht Deutschlandverbesserungsmaßnahmen sind Ideen, die das Land nicht braucht. Thomas Bernhards misanthropischer 'Weltverbesserer' hätte geflucht über diesen Unsinn. Amüsant anzusehen ist er trotzdem."

11. August 2005 | WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN • Kritik • Die Tageszeitung

Sven von Reden bewundert den Mut zahlreicher deutscher Filme, die sich an der Realität abarbeiten. "WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN gelingt zwar in zumindest zwei Episoden eine satirische Verdichtung aktueller gesellschaftspolitischer Fragen. Am Ende bleibt aber nicht viel mehr übrig als die Botschaft, dass wir nur unser Sozial- und Liebesleben in den Griff kriegen müssten, damit es uns wieder besser geht."

11. August 2005 | WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN • Kritik • Berliner Zeitung

Einigermaßen interessant findet Anke Westphal einige Vorschläge des Films. "Dieser Film dekliniert sich durch sieben zwar fiktive, in ihrer Absurdität aber auch real vorstellbare Fallbeispiele so genannter visionärer Politik; den Visionär trennt hier ebenso wenig vom Schwadroneur wie vom totalitären Fanatiker. Das Ganze kommt einem indes nicht ganz unbekannt vor ... Milieustudie oder Satire - das sind derzeit dessen öffentlichkeitswirksamste Optionen, wenn auch nicht zwangsläufig die publikumswirksamsten, aber auch WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN wird sein Publikum finden. Wiewohl dieser Film nicht halb so radikal ist wie der von Mittermeier und Stahlberg (MUXMÄUSCHENSTILL), signalisiert auch er, worüber neue deutsche Filmemacher vornehmlich grübeln: über der guten alten Sinnfrage."

11. August 2005 | WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Sascha Westphal feiert der Film den Erfindergeist und die Unverzagtheit derer, die sich nicht nur nach Veränderungen sehnen. "Man übersieht leicht, dass die Verbesserungsmaßnahmen hier auch Kinoverbesserungsmaßnahmen sind. Statt den sicheren Weg zu gehen und einen formalen Ansatz für alle Episoden zu wählen, haben die beiden jedem Feature einen eigenen Look gegeben. Nicht jedes der ästhetischen Konzepte geht auf. Doch selbst wenn Hintzer und Hüfner den Bogen mal überspannen, scheint hinter den Manierismen noch ein Gespür für Bilder und Rhythmus auf, das nicht nur im deutschen Kino selten geworden ist."

11. August 2005 | WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN • Kritik • Der Spiegel

Eine grimmige Ironie, die die Gemütslage der Hartz-IV-Republik schildert, ist der Film für Christian Buß. "Die Mockumentary von Jörn Hintzer und Jakob Hüfner fügt sich bestens in die Reihe von jungen deutschen Kinoproduktionen, die in der letzten Zeit halb- oder pseudodokumentarisch die schwelenden Konflikte der Hartz-IV- und Ich-AG-Republik aufarbeiteten und zu diesem Zweck die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit fast unkenntlich machten. ... Gerade in seinen lakonischsten Momenten, wenn nach Art alter Lehrfilme graphische und musikalische Elemente eingesetzt werden, als sollte damit der didaktische Auftrag untermauert werden, entwickelt die Satire ihre stärkste Wirkung. Dann kommt der Film daher wie eine Mischung aus DAS GESPENST DER FREIHEIT, Louis Buñuels surrealistischer Reportage über die Aushebelung aller gesellschaftlichen Normen, und einem Spot der Autofahrermahnung DER 7. SINN."

10. August 2005 | WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN • Kritik • fluter.de

Für Cristina Moles Kaupp besitzt der Film einen Exodenbonus. Die einzelnen Ideen sind nah an der Zeit, nah an den Defiziten unserer Gesellschaft. "ls knappe Dokufiktion kommen die Ideen daher, Interviews mit 'Experten' zollen selbst schrägsten Einfällen Respekt, Spielszenen verdeutlichen innere Kämpfe, die jede Neuerung begleiten. ... Die Welt als Witz und Verstellung? Mitnichten. "Fake ist nicht unsere Haltung", sagt Jörn Hintzer. "Verarschung wäre der falsche Weg." Dazu Jakob Hüfner: "Man muss nur das richtige Medium für die Ideen finden und vor allem darüber lachen können, wenn man im Schlamm sitzt." Auch davon wissen die WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN zu berichten und von jener Leichtigkeit, die die Welt ein bisschen runder macht."

10. August 2005 | WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN • Kritik • br-online.de

Heidi Reutter mag diesen kleinen, engagierten Film. "'Wenn man die Welt verbessern will, muss man sie mit anderen Augen sehen', lautet ein Credo dieses dokumentarisch anmutenden Films, der letztlich ein Augen zwinkerndes Experiment ist, ein filmisches Kunststückchen, interessant nicht wegen seiner Ästhetik, sondern wegen seines spannenden konzeptuellen Ansatzes. ... Auch das macht diesen Film interessant: dass seine augenscheinlich spontane, tatsächlich aber konsequent durchdachte Form den Visionen und Weltverbesserungsmaßnahmen eine große Glaubhaftigkeit verleiht. Das experimentelle Spiel mit Form und Inhalten - das macht diesen sympathisch subversiven Film über die hier präsentierten Utopien hinaus durchaus sehenswert."

August 2005 | WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN • Kritik • film-dienst 16/2005

Vertraute Genre-Konventionen mit gedanklicher Untiefe hat Rolf-Ruediger Hamacher gesehen: "Dokudrama, Reportage und Real Comedy sind die Stilmittel, aus denen die mehr oder weniger gelungenen Episoden schöpfen. Da es außer dem sechsmal auftretenden 'Experten' Johannes Schleede keine personelle Verbindung zwischen den einzelnen Geschichten gibt, wird man eigentlich mit thematisch verbundenen Kurzfilmen konfrontiert; mit acht bemühten Versuchen, sich mal satirisch, mal albern, nie aber wirklich tiefgründig dem Zustand der Welt zu nähern. ... Die bemerkenswerte Sicherheit, die die beiden Regisseure bei der Führung der Laien- und Profidarsteller an den Tag legen, hätte man ihnen auch beim Umgang mit den ästhetischen und dramaturgischen Möglichkeiten des Films gewünscht. So bleibt WELTVERBESSERUNGSMAßNAHMEN allzu oft auf dem Niveau einer ehrgeizigen Schülerproduktion stehen."

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