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CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK

CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK

Regie Tim Burton
Kinostart 11.08.2005

Kritiken • CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK

13. August 2005 | CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK • Kritik • Die Tageszeitung

Alexandra Seitz mag Johnny Depp. Er "gibt Wonka mit einer explosiven Mischung aus unverbrüchlichem Optimismus und arroganter Reizbarkeit. In Sekundenbruchteilen wechselt seine Mimik von freundlich zu genervt und wieder zurück. So schnell, dass man über seinen wahren Charakter lange im Unklaren bleibt, unsicher, ob das exotische Wesen ein gefährlicher oder ein harmloser Irrer ist. Die Divenhaftigkeit der Figur spiegelt sich in ihrem gestylten Äußeren wider, künstlich wie ein übergroßes Bonbon. ... Mit 42 Jahren ist Johnny Depp noch immer die ideale Verkörperung von unerwachsenen Zwischenwesen jenseits von Sexualität und Geschlechterzuschreibungen. Er ist auch der Welt größter Schöpfer von Exzentrikern, die selbst dann unmittelbar anrühren, wenn sie deutlich ein Rad ab haben. Oder mehrere."

12. August 2005 | CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke wünschte sich, daß Johnny Depp einen Schritt zur Seite macht und den Blick frei gibt auf das, was hinter ihm passiert. "Denn Regisseur Tim Burton schöpft für sein neues Werk aus dem Vollen. Er schafft ein überbordendes, psychedelisches Schlaraffenland ... Warmherzigkeit ist eine Farbe, die weder auf Wonkas noch auf Burtons Palette zu finden ist. Der Versuch, den Film am Ende auf ein Lob der Familienwerte umzupolen, ist deplaziert. Denn mögen auch manche, die sich auf harmlosen Kinderquatsch einstellen, erschrecken vor der zügellosen Phantastik - dass Burton sich eine gewisse Rest-Grimmigkeit erlaubt, ist gerade das Besondere an dem Film, der sein junges Publikum nicht unterfordert, und der zwischen anderen Kinderfilmen wirkt wie ein seltener Trüffel: grellbunt glasiert, aber mit einem Kern aus dunkler Bitterschokolade."

12. August 2005 | CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Bei Thomas Binotto hat sich die Überraschung in Grenzen gehalten. "Wie immer ist Tim Burtons Wille zu Stilisierung und zur konsequenten Visualisierung beeindruckend und unbestechlich. Einmal mehr hat er einem grossen Studio einen Film untergeschoben, der absolut Burton und nur scheinbar Mainstream ist. Die Oberfläche mag noch so schreiend farbig aussehen, darunter verbirgt sich Burton- City, und die ist schwarz in grau. Leider drohen vor lauter Stimmung und Ästhetik aber auch Leblosigkeit und Leerlauf. Während es Burton gelingt, in der langen Exposition die Balance zwischen spitzer Satire, optischen Reizen und flottem Erzähltempo zu halten, kommt die Achterbahnfahrt durch die Fabrik deutlich ins Trudeln, weil der Abzählreim, der nun einsetzt, zu zerdehnt und zu repetitiv ist. Aus dem Praliné wird mehr und mehr ein zähflüssiger Gaumenkleber."

12. August 2005 | CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK • Kritik • Der Spiegel

Ein rundherum schmackhaftes Plädoyer für die kindliche Phantasie hat Gernot Gricksch gesehen. "Für Blockbuster-Fans könnte ein Besuch in Willy Wonkas Naschkram-Manufaktur mit Bauchschmerz enden. Denn was sie auf dieser surrealen Besichtigungstour zu sehen bekommen ist alles andere als das marktgängige Recyclingkino. Bei CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK gibt es keine aufgewärmten Mythen, keine Klischee-Variationen, keine Déjà-vus, sondern ein Panoptikum genuiner Ideen. Der neue Film des Regie-Exzentrikers Tim Burton zeigt eindrucksvoll, was anderen Hollywood-Produktionen so oft fehlt: eine echte Vision."

11. August 2005 | CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK • Kritik • Berliner Zeitung

Von manch Erfreulichem über den Film hat Anke Westphal zu berichten. Aber "Burton will seinem erwachsenen Publikum nicht nur über die ökonomische Verfasstheit der Welt etwas mitteilen. Produktpiraterie war nur eins von Willies Problemen: Die Seltsamkeit des Manns erklärt der Vater-besessene Regisseur, anders als Dahl, mit einer traurigen Kindheit. Und das ist sorgfältig ausgeführt, aber doch auch albern: Roald Dahl und Tim Burton waren sich mal darin ebenbürtig, dass sie die Klugheit ihres Publikums nicht unterschätzten. Und noch etwas unterschätzt Burton inzwischen: das Bildgedächtnis seiner Fans, die diese singende klingende Horrorpädagogik wohl freuen, aber nicht überraschen wird."

11. August 2005 | CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Als genialische Farce bezeichnet Daniel Kothenschulte CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK. "Das Milieu märchenhafter Armut im Schatten der Schokoladenfabrik übersteigert Burton zum reinsten Kinder-Caligari ... Zusätzlich erfindet der Film dem Schokoladentüftler einen überkorrekten Zahnarzt als Vater - eine Fußnote, die sich wunderbar in die liebevolle Adaption einfügt. Christopher Lee spielt ihn, eine Besetzung, die ahnen lässt, wie gut sich Burton in Dahls Biographie auskennt - ist Lee doch der Neffe Ian Flemings, dessen Romane Dahl einmal zu Drehbüchern verarbeitete. Man lebt nur zweimal, heißt einer davon - und Dahls Charlie ist nun ja wirklich ein zweites Mal lebendig geworden."

10. August 2005 | CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK • Kritik • fluter.de

Die Musik und einige billig wie geistlos anmutenden digitalen Bilder findet Ernst Kramer nicht gut. "Einen zwiespältigen Eindruck macht auch Burton-Intimus Johnny Depp, dessen sehr kalkuliertes, verwandlungssüchtiges Spiel mittlerweile zur Masche zu geraten droht: Mit großer, aber unangenehm kühler Geste macht er aus Willy Wonka einen gleichzeitig unsicheren und doch schnell wertenden, voreingenommenen Zeitgenossen, was ihm leider einige Nummern zu artifiziell gerät, um die Zuschauer/innen zu fesseln. So gelingt Burton lediglich eine visuell aufgemotzte, ansonsten aber uninteressante Neuausgabe der 1970er-Jahre-Verfilmung, die weder an Witz noch Doppelbödigkeit etwas Aufregendes bietet."

August 2005 | CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK • Kritik • br-online.de

Für Gunnar Mergner verfügt der Film über großes Verstörungspotential, ist eine knallbunte, hervorragend besetzte Verfilmung des Buches. "Für einen visuell so einfallsreich erzählenden Regisseur wie Tim Burton schien die Verfilmung der Story der perfekte Spielplatz. ... Zwei Stunden in der wüst kolorierten Fabrik mit diesem unterschwellig immer bedrohlichen Schoko-Erfinder hinterlassen am Kinoausgang das Gefühl, man sei mit Süßwaren vollgestopft in ein quietschbuntes Karussell gesteckt und ordentlich durchgeschüttelt worden. Ein Erlebnis der besonderen Art. ... Trotzdem muss gemeckert werden: Burtons modernes Märchen hat leider auch einen recht brüchigen Spannungsbogen, und dank nicht immer gelungener Gesangseinlagen der Umpa Lumpas (der Miniatur-Fabrikarbeiter), viel lakonisch erzähltem Unheil und dem undurchsichtigen Fabrikherren ein beträchtliches Potential zur Irritation von Menschen aller Altersschichten."

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