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NVA

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Regie Leander Haußmann
Kinostart 29.09.2005

Kritiken • NVA

07. Oktober 2005 | NVA • Kritik • Der Freitag

Die Geschichte des NVA-Films ist eine Geschichte des Scheiterns, stellt Matthias Dell fest. "Worum es geht, kann man am Ende des Abspanns erahnen. Da taucht ein Bild von Leander Haußmanns Rekrutenausweis auf, das - statt den persönlichen Bezug zum Stoff zu bezeugen - eitel auf den Privatismus dieses Erinnerungsprojekts verweist. NVA reiht sich damit in die Phalanx seiner Vorgänger ein, die es sich im Rückblick alle auf dem weichen Kissen der Verklärung bequem machen, dass eine Zeit so schlimm nicht gewesen sein kann, in der man so nette Kumpels hatte. Bezeichnenderweise wird auch bei NVA das Drama der Armee in der DDR ausgespart: Die Erziehung des Aufmüpfigen, das "Rundmachen", findet außerhalb statt, von wo er als stumpfe Maschine zurückkehrt."

04. Oktober 2005 | NVA • Kritik • Die Tageszeitung

David Denk führt ein Interview mit Kim Frank über weiche Drogen, frühen Erfolg und seine neue Rolle als Soldat in NVA von Leander Haußmann.

01. Oktober 2005 | NVA • Kritik • Berliner Zeitung

Andreas Kurtz berichtet von der Premiere des Films.

29. September 2005 | NVA • Kritik • film-dienst 20/2005

Ein Produkt der Ostalgie ist der Film nicht, meint Michael Kohler. "Als Komödienregisseur sucht Haußmann in Deutschland derzeit seinesgleichen - und doch verkauft er sich und seine Geschichten stets etwas unter Wert. Die Leichtigkeit, mit der Haußmann und sein Co-Autor Thomas Brussig obrigkeitshörige Knallchargen und abenteuerlustige Spätpubertierende aufs Papier und auf die Leinwand bringen, verrät mehr als nur einen winzigen Schluck Feuerzangenbowle, und das Frühlingserwachen ist als politische Metapher sowieso ein ewig grünes Motiv. Mehr als eine melancholische Komödie über die im Presseheft so getaufte 'unattraktivste Armee aller Zeiten' ist allerdings nicht zu erwarten."

29. September 2005 | NVA • Kritik • Die Tageszeitung

Jochen Schmidt geht der Film - trotz stimmender Details - nicht weit genug. "Allerdings wirkt es bei der Fülle der Episoden schnell so, als sei der Armeedienst spannend und abwechslungsreich gewesen, wie ein Ferienlageraufenthalt, dabei war er genau das Gegenteil. ... Kurz nach der Pubertät kam für die meisten der Wehrdienst, eine einschneidende Erfahrung, die auch ein Teil der DDR-Identität der Ostdeutschen ist. Gut, dass sich dem endlich ein Spielfilm widmet. NVA sollte ein Anfang sein. Keinen, der dabei war, wird der Film allerdings restlos zufrieden stellen können. Schließlich hat jeder seinen eigenen Film im Kopf, und wer es erträgt, sich den ungeschnitten anzusehen, der hat Glück gehabt, oder er war ein Schwein."

29. September 2005 | NVA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Kein Klischee läßt der Regisseur aus, hat Sascha Westphal herausgefunden. "Dass sie dabei nicht einmal vor den plattesten Gags zurückschrecken und uns neben einem weltfremden Kommandanten, den Detlev Buck gewohnt stoisch verkörpert, und einem sich schon am Rande der Senilität bewegenden Hauptfeldwebel auch noch ein schwules Offizierspärchen präsentieren, das mit dem Fall der Mauer sein Coming-out erlebt, verdient fast Bewunderung. Der Mut, mit dem sie sich kopfüber selbst noch auf das abgenutzteste Klischee gestürzt haben, zeugt von Chuzpe und verleiht ihrem Film sogar einen gewissen Charme."

29. September 2005 | NVA • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker spricht mit dem Regisseur über Drill, Langeweile, Heldentum - und die Flucht in den Unfug.

29. September 2005 | NVA • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Christiane Peitz macht NVA den Osten endgültig zum Märchen. Der Film "gehorcht der Dramaturgie einer Nummernrevue: hier ein Pennäler-Streich, dort Politpalaver und Kasernensprech oder wahlweise Schlager-Kitsch bei Henriks Romanze mit der Tochter des Obersten. ... Haußmann baut Spannung auf, flicht running gags ein und weiß dann nichts damit anzufangen. Mag sein, dass er die NVA-Gurkentruppe auf diese Weise kongenial ins Bild setzen möchte. Was aber nichts daran ändert, dass die Sprengkraft seiner Komik verpufft. Jede Pointe ein Rohrkrepierer."

29. September 2005 | NVA • Kritik • Neues Deutschland

NVA ist für Gunnar Decker kein großer Film geworden. "Haußmann und Brussig gehen ein schwieriges Thema ohne das heruntergeklappte Visier neudeutscher Moral-Korrektheit an - allein das ist groß. Was an Haußmann also den einen so gefällt wie den anderen missfällt, ist der Grundgestus, mit dem dieser Regisseur auf seine DDR-Vergangenheit blickt. Ohne Rechthaberei, ohne Sieger- oder Verliererposen. Haußmanns Humor ist sowohl aus bösem Witz als auch aus mitleidiger Schonung gemacht. Er ist gerecht, weil er human sein will. NVA wird zum Versöhnungsversuch eines NVA-Hassers mit denen, die dort noch länger aushalten mussten als die Grundwehrdienstler."

29. September 2005 | NVA • Kritik • Die Zeit

Alle Geschichte wird Klamauk, merkt Christoph Dieckmann an. "Die Damals-in-der-DDR-Shows haben nie ganz aufgehört. NVA ist eine solche Show, die ihr Thema völlig im Gestern belässt. Aber jedes wirkliche Erinnern ist heutig. Es hat mindestens so viel mit den aktuellen Bedürfnissen des Memoranten zu tun wie mit dem Gestern, von dem er zu sprechen glaubt. Umso mehr ärgert die anbiedernde Infantitilität des Haußmannschen Rückblicks. Ein Klischee-Erinnern, museal und anekdotisiert, zum Kollektivgedenken an glimpflich überstandene Desaster: Immer werden wir's erzählen, und immer sind wir dann wieder herrlich jung. Zonenkinder, Zonenkindereien, da lacht der Markt."

28. September 2005 | NVA • Kritik • Der Spiegel

Jürgen Schmieder spricht mit Hauptdarsteller Kim Frank über sein überraschendes Comeback, die Oberflächlichkeit der Medien und seine persönlichen Helden.

28. September 2005 | NVA • Kritik • fluter.de

Jenni Zylka hat nur Ironie übrig für den Film. "Die Streiche, die man sich gegenseitig spielt, wechseln sich ab mit den lahmen Versuchen des Protagonisten ("Echt"-Sänger Kim Frank, der ein guter Sänger und kein guter Schauspieler ist), die schöne Tochter des Haupttrottels von sich zu überzeugen. Zwischendurch läuft die Musik, die Regisseur Leander Haußmann durch seine eigene Militärzeit begleitet hat, und am - viel zu spät angesetzten - Ende fällt die Mauer, wie immer bei Haußmann, der zusammen mit Thomas Brussig das Drehbuch schrieb und sich jetzt hoffentlich genug am Thema DDR abgearbeitet hat."

28. September 2005 | NVA • Kritik • br-online.de

Eine verständliche und charmante Schadenfreude und Erleichterung über das Ableben des Arbeiter- und Bauernstaates hat Gunnar Mergner bei dem Regisseur ausgemacht. "Die Resistenz der Jugend gegenüber der sozialistischen Indoktrinierung - das Thema, das der SONNENALLEE zugrunde lag - wird in NVA stilistisch irgendwo zwischen romantischer Komödie und Militärfarce noch einmal variiert. Auch wenn man SONNENALLEE als den witzigeren und bewegenderen Film in Erinnerung hat: NVA ist auf jeden Fall eine unterhaltsame Abrechnung mit dem DDR-Militär und erfreut mit einigen treffsicheren Dialogen. Die längeren Strecken Kasernen-Klamauks und gesamtdeutscher Armee-Klischees sollte man trotzdem ebenso wenig verschweigen, wie den Eindruck, dass der Plot die einzelnen Gags nicht ganz zusammenhält."

27. September 2005 | NVA • Kritik • Der Spiegel

Günter Schabowski will der Kult-Spaß diesmal nicht so recht schmecken. "Was der Film an Kasernenleben zeigt, ist eine Folge von lose verknüpften Szenen, die den Drill und die mehr oder weniger rüde Praxis der Vorgesetzten im Umgang mit den Untergebenen ins Bild setzen. Das hat man schon häufig in Filmen gesehen, und die Späße erinnern durchaus an westdeutsche Kasernenkomödien. Doch ist es nicht auch wesentlich, dass von der SED-Führung nicht nur erwogen wurde, die Armee mindestens als Drohkulisse gegen das demonstrierende Volk einzusetzen? ... Der Film lässt die "Castro-Kaserne" zeitweilig wie eine von der Endzeit-Realität in der DDR kaum berührte Exklave erscheinen. Aber auch dort hätte es dazu kommen können, dass die Rekruten zum Einsatz gegen die Volksbewegung abkommandiert worden wären."

27. September 2005 | NVA • Kritik • Berliner Zeitung

Eine verspätete Nummernrevue sah Anke Westphal. "Einmal mehr versucht ein Film, aus der symbolischen Sprache der untergegangenen DDR humoristischen Mehrwert zu schlagen. Doch warum soll man es lustig finden, wenn hier etwa bei der Manöverübung versehentlich mit scharfer Munition geschossen wird? ... NVA ist ein zutiefst rhetorischer Film; und auch die Tristesse der DDR ist hier einmal mehr unübertroffen rekonstruiert; aber einige der Schauspieler sind fabelhaft, allen voran Oliver Bröcker als Krüger. Seinetwegen sollte man sich diesen Film nicht entgehen lassen, dessen Dringlichkeit sich ansonsten nicht erschließt."

24. September 2005 | NVA • Kritik • Berliner Zeitung

Christina Bylow interviewt den Regisseur Leander Haußmann über seine NVA-Zeit, Verletzungen und Träume, traurige Songs, nicht bezahltes Bier und seinen neuen Film NVA.

23. September 2005 | NVA • Kritik • Berliner Zeitung

Oliver Bröcker spielt in der Filmklamotte alle an die Wand, meint Torsten Wahl.

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