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GLUT

GLUT

Regie Fred Kelemen
Kinostart 13.10.2005

Kritiken • GLUT

29. Juni 2006 | GLUT • Kritik • Die Tageszeitung

Wilfried Hippen hat in langen, düsteren Einstellungen wenig gesehen. Mit "zum Teil recht komplexen Plansequenzen scheint Fred Kelemen es darauf hin angelegt zu haben, möglichst viel im Dunkeln zu lassen. Die Geschichte wird wie nebenbei und scheinbar ohne viel Interesse daran erzählt - es ist fast so, als wäre sie nur zufällig ins Blickfeld der Kamera geraten, als diese dem Mann folgte. ... Dieser Plot ist erstaunlich konventionell gestrickt und es fehlt auch nicht die bitterironische Schlusspointe. Diese Diskrepanz zwischen Inhalt und Form irritiert zunehmend. Der ungarische Regisseur Béla Tarr, für den Kelemen als Kameramann arbeitete, und dessen Einfluss hier deutlich spürbar ist, würde nie solch eine zwar posthume, aber dennoch adrette Dreiecksgeschichte mit schwermütig langen Kamerablicken kreuzen."

13. Oktober 2005 | GLUT • Kritik • Berliner Zeitung

Jan Brachmann hat nur Häme für den Film. "Da wollte einer ganz, ganz große Kunst machen und landet bei Existenzialismus-Trash. Wer sich mit dem zeitgemäßen Jargon der Uneigentlichkeit abgefunden hat, mag den Film genießen."

13. Oktober 2005 | GLUT • Kritik • Die Tageszeitung

Zu viel und zu wenig zugleich bietet der Film für Ekkehard Knörer. "Zu viel Plot dafür, dass der Film an ihm kein wirkliches Interesse entwickelt. Zu viele Worte auch dafür, dass er auf das Schweigen und die Geräusche setzt. Und zu wenig Zeit, alles in allem, für die langen Sequenzen, in denen wenig und dann doch zu viel geschieht. So zwingend der Beginn von GLUT sein mag, so entstehen auf die Dauer störende Interferenzen zwischen Sehen und Nichtsehen, Geschehen und Nichtgeschehen. Kelemen lässt sich nicht geduldig genug ein auf die Figuren, auf deren Suchen und Leiden. Und er verfällt immer wieder auf nahe liegende Klischees."

13. Oktober 2005 | GLUT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Peter W. Jansen findet der Regisseur seine ganz eigenen Bilder. "In den ersten Minuten finden sich Form und Moral vereinigt, sie lassen sich nicht voneinander trennen. So wenig wie vom Bild der Ton. GLUT kann nicht anders als ein Film in Schwarzweiß sein. Trümmer und Verfall allenthalben, leer stehende Häuser und andere, bei denen sogar der Abbruch abgebrochen worden ist. Es ist, in Riga, die Landschaft wieder wie im Berlin von Verhängnis oder im Portugal von Abendland, es ist Europa. Mit den gleichen Kaschemmen, in denen immer die gleiche Atzung verabreicht wird, die in Lettland Wodka heißt."

13. Oktober 2005 | GLUT • Kritik • Neues Deutschland

Einsamkeit ist das große Thema des Regisseurs, schreibt Margit Voss. Der Zuschauer muß sich "auf alles einlassen, was die Sinne schärft, den puren Sound beispielsweise. In GLUT sind die ersten Einstellungen, der abendliche Gang über die Fußgängerbrücke von Froschquaken, Vogelpiepsen und Hundegebell begleitet. Solche Film-Situationen vertragen keine musikalische Begleitung, zumal der Regisseur die Kamera schwarz-weiß erzählen lässt. Licht und Schatten kommen aus natürlichen Quellen. Die Gasse atmet Einsamkeit. Gut so. Sie ist auch den Charakteren eigen. All dies setzt die Imagination des Zuschauers in Gang. Seine Fantasie wird gefordert, nicht beschnitten."

11. Oktober 2005 | GLUT • Kritik • film-dienst 21/2005

Josef Lederle empfiehlt, sich nur auf die eigene Wahrnehmung zu verlassen. "Hier drängt sich nichts auf oder hält in Atem, hier wird das Auge nicht überwältigt, die Seele nicht manipuliert; im Gegenteil: selbst die losen Erzählfäden drohen in den minutenlangen Passagen ins Ungefähre zu entschwinden, die Figuren sind keine psychologisch grundierten Charaktere, sondern höchstenfalls einsame Sonderlinge, Gattungsexemplare, die durch eine freudlose, unbehauste Welt taumeln. ... Kelemen verschiebt den erzählerischen Fokus mit zunehmender Dauer in Richtung Handlungslogik, bis der Film am Ende eine überraschende Wende nimmt, die nicht nur dem einsamen Helden, sondern auch dem Zuschauer einen radikalen Perspektivenwechsel abverlangt. Ein solcher Kniff erzwingt zwar Aufmerksamkeit, weil das Geschehen plötzlich aus einer anderen Perspektive beleutet wird, untergräbt aber auch die nicht-narrative Ästhetik von Kelemens Kino."

Oktober 2005 | GLUT • Kritik • filmz.de

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