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DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES

DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES

Regie Byambasuren Davaa
Kinostart 28.07.2005

Kritiken • DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES

28. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • Berliner Zeitung

Sabine Vogel hat das Thema des Films entdeckt: Die zunehmende Urbanisierung der mongolischen Nomaden. "Die Filmsprache von Byambasuren Davaa ist glatter, professioneller geworden; jede Szene hat nun ihren Platz in der Dramaturgie. Wo beim "weinenden Kamel" noch unschlüssige Abschweifungen auf scheinbar unwichtige Beobachtungen den Reiz des Erzählens ausmachten, wo lange, suchende Einstellungen auf den blanken Himmel und den weiten Horizont eine eigene Zeitvergessenheit erzeugten und die Kamera sich im Detail eines haarigen Kamelbeins verlieren durfte, da macht nun alles Sinn. Das ist die Crux der Fiktion. ... Im Gegensatz zur unschuldig herumschweifenden Neugier des ersten Films von Byambasuren Davaa ist nun alles Teil einer Erzählstruktur. Einer Geschichte mit richtigem Anfang, Höhepunkt und glücklichem Ende."

28. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • Die Tageszeitung

Schade findet es Susanne Messmer, daß der Film auf große Teile der mongolischen Wirklichkeit nicht eingeht. Die Kritikerin erwähnt viel zur Entstehungsgeschichte des Films. "Wenn man all das weiß, dann fragt man sich schon, ob man statt der HöHLE DES GELBEN HUNDES nicht lieber eine Art Making Of gesehen hätte - einen Film, der den Blick und die Distanz der Filmemacher mitreflektiert. So ist "Die Höhle des Gelben Hundes" nur ein Film geworden, der ab und zu den Blick und die Distanz der mongolischen Helden durchscheinen lässt. Aber das ist ja auch schon mehr als alles, was man von Filmen wie diesen gewohnt ist."

28. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Heike Kühn vermittelt der Film gewissermaßen im Handumdrehen die traditionellen Werte der Nomaden. "Jede Geste, jede Handhabung erzählt von Bescheidenheit und dem Wissen um die eigene Vergänglichkeit. Die Natur, der sich die Nomaden unterordnen, häuft keine Reichtümer an und kennt keine Angst vor dem Tod. ... Das Wundersame wächst ... in DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES aus der Selbstverständlichkeit, mit der sich die Gegenstände des Alltags als magisches Werkzeug nutzen lassen. Dinge und Nahrungsmittel verwandeln sich unvermittelt in Attribute des Kults, weil Menschen und Götter dieselben Speisen und Bedürfnisse teilen."

28. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • Neues Deutschland

Die Dokumentation ist laut Caroline M. Buck "eine Eloge auf menschenleere Landschaften und die Reduktion aller Bestrebungen auf das Wesentliche: Essen, Schlafen, Familie. Trotzdem ist der Film nicht naiv: Aus der Stadt kommt auch Gutes, dort liegt die Schule, die acht Monate im Jahr für die Bildung der Nomadenkinder sorgt, von dort kommt das Motorrad, das Beweglichkeit bringt. Und gelegentlich Wahlpropaganda, die sich im Lebensrhythmus der Nomaden seltsam fehl am Platz ausnimmt."

28. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke hat mit den Kindern gelernt. "In ihrer erstaunlich zwanglosen Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm hat Byambasuren Davaa eine Idealform für ihr Erzählen gefunden, mit der sie sich diesmal sogar ein wenig in die Nähe des Emotionskinos wagt - und damit auch gefährlich nahe an den heiteren Folklorefilm. Denn das stadtferne Idyll bleibt weitgehend ungebrochen. Die Moderne bekommt darin nur einen kurzen Auftritt - als knallgrüne Plastik-Schöpfkelle, die in Mutters Wok vergessen wird und dort einfach zerschmilzt."

27. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • fluter.de

Für Ula Brunner ist die Dokumentation kein Ethno-Kitsch. Der Film "wird gerade dann spannend, wenn man den etwas holprigen, dünnen Plot vergisst, der sich um eine alte mongolische Fabel rankt. Wie im Vorgängerfilm machen die unverfälscht dokumentarischen Einblicke in das tägliche Leben der Nomaden den besonderen Reiz des Films aus. ... Kameramann Daniel Schönauer fängt in seinem ersten Spielfilmprojekt mit poetisch-stillen Bildern das abgeschiedene, raue, aber auch erstaunlich gelassene Dasein dieser Familie vor der großartigen Kulisse der mongolischen Steppe ein."

26. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • Der Spiegel

Wie ihr erstes Werk zeigt der Film für Lars-Olav Beier "stille, unspektakuläre Bilder aus dem Alltag der Mongolen. ... Davaa beschönigt und romantisiert nichts, sie filmt mit einem unbestechlichen Blick. Sie schaut in DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES nicht weg ... Weil die Nomaden dazu verdammt sind, extrem pfiffig und erfindungsreich zu sein, um ihr Leben zu meistern, kann Davaa immer wieder die Phantasie bei der Arbeit zeigen. Das Kino, hat Alfred Hitchcock einmal gesagt, sei das Leben, aus dem man die langweiligen Teile herausgeschnitten habe. DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES, von der Cutterin Sarah Clara Weber rigoros auf den Punkt geschnitten, belegt diesen Satz idealtypisch: Der Film macht aus hartem Alltag spannendes Kino."

21. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • Junge Welt

Tom Dorow ist enttäuscht über diesen "Lassie-Film über mongolische Nomaden". Der Kritiker argumentiert wie folgt: "Davaas Filme liegen auf einer Linie mit Blockbustern wie DER MIT DEM WOLF TANZT über Indianer-Merchandising zu Dalai-Lama-Geschenkbüchern und südafrikanischer Buschmann-Romantik reicht. Latenter und manifester Rassismus spiegeln sich in der Idealisierung vermeintlicher Naturvölker. Die Sehnsucht nach einem unentfremdeten Leben öffnet einen usurpatorischen Blick auf gesellschaftliche Strukturen, die naiv als 'natürlich' deklariert werden. ... Was bleibt, sind beeindruckende Bilder der mongolischen Landschaft und viele Szenen von niedlichen Kindern, die niedlich miteinander spielen. Lieb, aber auch ein bißchen doof."

21. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • film-dienst 15/2005

Als minimalistisches Doku-Drama bezeichnet Josef Lederle den Abschlußfilm der Regisseurin. Der "Plot, der sich wie das Treatment eines Spielfilms liest und in seinen Grundzügen in der Tat auf einer Erzählung fußt, ist in bilderstarke Alltagsschilderungen eingebettet, die das Leben rund um eine Jurte mit Passion und hoher Aufmerksamkeit beschreiben. ... In gewisser Weise muss man die eindrucksvollen Bilder gegen ihren naiven Charme lesen, um ihre Hinter- und (verborgenen) Abgründe zu erahnen: DIE HöHLE DES GELBEN HUNDES ist ein Ausflug in die Kindheit der Regisseurin, die ihre Sommermonate bei ihrer Großmutter in der Steppe verbrachte."

20. Juli 2005 | DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES • Kritik • br-online.de

Einfühlsam nähert sich die Regisseur für Anni Seitz der nomadischen Lebensweise. "Lange, ruhige Einstellungen lassen dem Zuschauer genügend Zeit, um in eine fremde Welt einzutauchen. Der Film zeigt nicht nur die romantische Seite des Nomadenlebens, sondern thematisiert auch die Problematik des gesellschaftlichen Wandels im Land, ohne jedoch tiefgreifender auf Hintergründe einzugehen. ... Der Film ist sicherlich allen als sehr sehenswert zu empfehlen, die sich für fremde Lebenswelten und Kulturen interessieren oder sich einfach nur von schönen Naturbildern inspirieren lassen wollen."

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