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DAS LEBEN IST EIN WUNDER

DAS LEBEN IST EIN WUNDER

Regie Emir Kusturica
Kinostart 16.06.2005

Kritiken • DAS LEBEN IST EIN WUNDER

20. Juni 2005 | DAS LEBEN IST EIN WUNDER • Kritik • Neues Deutschland

Dicht beieinander liegen Leben und Tod beim Regisseur, meint Marion Pietrzok. "Emir Kusturica neuestes Werk ist in diesem Jahr mit dem französischen César für den besten europäischen Film ausgezeichnet worden. Dennoch wird es von der Filmkritik eher bemäkelt. Es sei Kusturica-typisch, wie immer, und das langweile langsam. Vor allem aber fehle diesmal die Schärfe im Politischen. Gewiss, es geht turbulent zu wie stets, knapp am Rande des Wahnsinns manchmal auch hier, nichts allerdings ist vergrinst und verkalauer ... die Landschaften in allen Jahreszeiten und Farben sind so bildschön wie das Leibliche prall und deftig ist; ein Hauch Surrealismus ist dem wie eh atemkräftigem Fabulieren beigemischt. Die üblichen Skurrilitäten und krawalligen Grotesken sind jedoch diesmal im Zaum gehalten. Aber politisch ist der Film durch und durch."

17. Juni 2005 | DAS LEBEN IST EIN WUNDER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Heike Kühn verpaßt der Film die Chance, sich ernst zu nehmen. "Die Vorliebe für die anarchische Unvernunft liegt in Kustoricas rasend komischen Kino (Musik: Das 'No Smoking Orchestra' mit seinem Balkan-Pogo) nahe, gerät aber zur Demonstration einer an Selbstverliebtheit implodierenden Ästhetik. Die Darstellung der serbischen Dekadenz gipfelt in einer Szene, in der örtliche Schmugglerbarone von den länderverbindenden Gleisen, die Luka gelegt hat, das Kokain auflecken, das dickbusige Mädchen vor ihnen ausstreuen. Die Lebenslust, die sich aus todsicherer Geilheit speist, wird zwar mit dem Schmugglerkönig von einem serbischen Offizier in die Luft gesprengt, aber das Vergnügen an der Inszenierung des Wahnsinns bleibt doch erkennbar."

16. Juni 2005 | DAS LEBEN IST EIN WUNDER • Kritik • Berliner Zeitung

Das Chaos der balkanischen Seele hat der Regisseur laut Harald Jähner inszeniert. "Der Bosnier Kusturica ist der Filmemacher, der das Zelluloid-Pendant zum Redeschwall erfunden hat. Er gerät bei jedem Film aufs Neue in Gefahr, sich in grotesken Einfällen zu verzetteln und seine Geschichte in absurde, zusammenhangslose Nebenepisoden zu zerhäckseln. So herrlich sie auch sein mögen, irgendwann geht einem der Krawall auf die Nerven. Diesmal aber kontrolliert Kusturica seinen hysterischen Einfallsreichtum durch eine klare Story und die Beschränkung auf zwei Leitmotive. Das Leben ist tatsächlich ein Wunder."

16. Juni 2005 | DAS LEBEN IST EIN WUNDER • Kritik • Die Tageszeitung

DAS LEBEN IST EIN WUNDER ist provokant, einseitig und gleichzeitig vielschichtig - aber nicht so bildmächtig wie sonst, meint Jochen Schmidt, der eine ausführliche Beschreibung des Films liefert. "Diese Interpretation der Ereignisse lässt sich natürlich diskutieren, aber von Kusturica ist man es gewohnt, dass seine Bilder alles Konkrete locker transzendieren. Ein bisschen enttäuscht der neue Film in dieser Beziehung, es gibt wenig Szenen von herzzerreißender Schönheit. Immerhin wird die Landschaft Bosniens in den herrlichsten Farben gezeigt, es lag dem Regisseur offenbar am Herzen, dem von den Medien gezeichneten Bild eines Bosnien als Minenfeld etwas entgegenzusetzen."

16. Juni 2005 | DAS LEBEN IST EIN WUNDER • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz hat festgestellt, wie es bei dem sturen Emir Kusturica ist: "Mitten im Leben sind seine Bilder vom Tod umfangen, der Mensch ist des Menschen Bestie, das Tier aber hat eine romantische Seele. Und so ist es auch in DAS LEBEN IST EIN WUNDER: noch ein Kriegsmelodram des Regie-Berserkers aus dem Balkan, noch ein anarcho-fantastisches, ekstatisches Stück Kino voller gefährlicher Bären, Kissen zerreißender Hunde, terroristischer Gänse, marodierender Kriegsgewinnler, balgender und ballender Männer. ... Eigentlich kann man sich an Kusturicas Panoptikum nicht satt sehen: an der wütenden Zärtlichkeit, die er für seine irren Typen hegt, an den aberwitzigen Fahrzeugen, Fehden und Festen, all den Kollisionen zwischen Mensch und Kreatur. Aber ob Bärenhetzjagd oder Torwart-Schikane oder Bürgermeister-Kleinkrieg: Das ganze Tohuwabohu gerät ihm diesmal zur Nummernrevue."

15. Juni 2005 | DAS LEBEN IST EIN WUNDER • Kritik • fluter.de

Frank Geissler fühlte sich an "Romeo und Julia" erinnert. "Der Rest aber kommt, Krieg hin oder her, geradewegs aus Kusturicas Kuriositätenkabinett: Da gibt es neben den üblichen Horden an gackernden Hühnern, streunenden Hunden und angriffslustigen Katzen eine unglücklich verliebte Eselin, die auf den Bahngleisen dem Tod entgegenfiebert. Die Autos fahren auf Schienen, als seien sie eine Landstraße. Und zwischendrin darf auch der gern verwendete Scherz vom ahnungslosen Soldaten nicht fehlen, der die Bazooka verkehrt herum hält und statt seines Ziels ein Haus hinter ihm in die Luft jagt. Über allem liegt der Tuba-lastige, quietschfidele Balkanrock, den Kusturica mit seinem "No Smoking Orchestra" eingespielt hat."

15. Juni 2005 | DAS LEBEN IST EIN WUNDER • Kritik • br-online.de

Pralles, lärmendes Kino vom Balkan voller Hiebe, Triebe und etwas Liebe hat Margret Köhler gesehen. "Kusturica vereinigt nach eigenen Worten Shakespeare und die Marx Brothers in dieser Romeo & Julia-Burleske voller Slapstick-Elemente. Wein, Weib und Gesang, dazu die Musik, komponiert vom Regisseur selbst und Dejan Sparavolo, gespielt vom "No Smoking Orchestra" - das ist manchmal etwas zuviel des Guten ... Ein manchmal ziemlich lärmendes Vergnügen, das durch großartige Bilder in den Farben der vier Jahreszeiten vieles wettmacht. Feingeistern wird dieser laute Balkan fremd bleiben, Freunde deftigen Spaßes sollten jedoch auf ihre Kosten kommen."

Juni 2005 | DAS LEBEN IST EIN WUNDER • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

Juni 2005 | DAS LEBEN IST EIN WUNDER • Kritik • film-dienst 12/2005

Für Oliver Rahayel stellt DAS LEBEN IST EIN WUNDER einen "vorläufigen Höhepunkt von Kusturicas Schwerpunktverlagerung auf die Wildheit des Lebens, auf Skurrilität und Buntheit" dar. "Die Massiertheit, mit der Kusturica sein Publikum mit dem Bild seiner Heimat als Land der Exzesse konfrontiert, ist bemerkenswert. Es geht dem 50-jährigen Regisseur sicher nicht allein um das Zelebrieren des Lebens, das sich im Titel des Films niederschlägt. Dem ausufernden Treiben ist neben der Gewalt immer auch eine Ich-Bezogenheit anzumerken, die gerne auf Kosten anderer ausgelebt wird; dies ist fast jeder dieser Szenen abzulesen. ... Daran zeigt sich aber auch, dass sich Kusturica immer mehr in Zustandsbeschreibungen verliert, in impressionistischen Tableaus, und darüber den Wunsch des Publikums nach einer fesselnden Geschichte verdrängt."

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