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TONY TAKITANI

TONY TAKITANI

Regie Jun Ichikawa
Kinostart 09.06.2005

Kritiken • TONY TAKITANI

10. Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • Der Freitag

Für Barbara Schweizerhof bewahrt die Verfilmung den melancholischen Klang der Murakami-Vorlage. Der Regisseur "verfährt mit der kurzen Erzählung wie mit einer wertvollen Glas-Skulptur, die nur mit äußerster Vorsicht von ihrem angestammten Platz zwischen Buchdeckeln den Gefährdungen auf der Leinwand ausgesetzt werden darf. Man fühlt sich als Zuschauer wie auf Sicherheitsabstand gehalten. Man kann dieser Vorsicht natürlich auch etwas Positives abgewinnen. Indem er eine Erzählerstimme aus dem Off einen großen Teil der Handlung verlesen lässt, bewahrt Ichikawa in seiner Verfilmung den speziellen Murakami-Sound, jenen trockenen, einfachen Ton, in dem Absurdes und Alltägliches, Hocherotisches und Abseitiges in knappen Worten zusammenkommt."

09. Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl hat eine gute Literaturadaption gesehen. "Die Stimme eines Erzählers dominiert den Film und charakterisiert ihn als eine Literaturadaption, die sich strenger an den Text kettet, als es üblich ist. Vielleicht ist es aber auch die besondere Ökonomie des Erzählens von Haruki Murakami, der Jun Ichikawa hier genügen will. Viele Szenen werden nur angedeutet, keineswegs wird ein historisches Panorama entfaltet. ... Auch Jun Ichikawa begnügt sich mit einer edel ausgestatteten und ausgeleuchteten Studie in Melancholie, in die nie ein Funke Leben dringt."

09. Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • Die Tageszeitung

Karge Kulissen, leblose Farben machen den Film für Susanne Messmer wunderbar stimmig. "Immer wieder rücken Untersichten den unendlich leeren Himmel in den Vordergrund. Dem ganzen Film ist die Farbe entzogen, es bleibt viel lebloses Braun und Grau. Die Kulissen, die Jun Ichikawa für den Film gebaut hat, wirken karg. Zugleich wird dadurch eine entrückte Stimmung erzeugt, in der der Einzelne nur einsam sein kann ... Doch ist es nicht nur die Leere, die diesen Film so besonders macht, es sind auch seine Techniken der Distanzierung. ... Das Seltsame ist: Je harscher man immer wieder daran erinnert wird, dass man sich in einem Film befindet, desto näher geht einem diese Geschichte. Man kann sich auf einmal in diese Figuren hineinversetzen, die nie wissen, was sie empfinden sollen."

09. Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Regisseur - mehr noch als der Romancier - ist für Daniel Kothenschulte ein Freund der formalen Eindeutigkeit. "Seine klaren Bilder verbergen nichts, und es trifft sich gut, dass ihr Gegenstand, die mondäne Leere im Leben des Toni Takitani, nicht viele Geheimnisse birgt. Jedes Wort des seinen Film begleitenden Erzähltextes findet auf diese Weise visuelle Entsprechung. ... Toni Takitani ist sein Ästhetizismus bereits wiederholt zum Vorwurf gemacht worden, aber ebenso gut könnte man ihn für einen Dokumentarfilm über die Plage des guten Geschmacks halten."

08. Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala ist bezaubert von der Geschichte und den zwei Hauptdarstellern. "Äußerste Reduktion. So spielt Issey Ogata zwei Rollen. Er gibt der Figur des Toni Takitani sein Gesicht, seinen Körper, und den Vater spielt er auch: Vorgeschichte der Einsamkeit. Am Anfang ist es ein Gefängnis, in dem der Vater kauert; eine Überblendung weiter liegt Toni so zwischen den Sachen seiner gewesenen Frau. Rie Miyazawa spielt diese blasse Schönheit, und nachher finden wir ihr Gesicht, ihren Körper in der Person des Mädchens wieder, das Toni einstellt, weil es im Büro all die schönen Kleider auftragen soll. So geht das: Alle Frauen verschmelzen zu einer einzigen, die auftaucht und verschwindet im Leben eines Mannes, der allein ist."

08. Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • fluter.de

Das Gefühl Traurigkeit hat sich bei Jenni Zylka eingestellt. "Regisseur Ichikawa hat mit seinem Film eine völlig eigene, von filmischen Konventionen wie selbstverständlich losgelöste und fast bis zum körperlichen Schmerz anrührende Bildsprache entwickelt, der man sich nur schwer entziehen kann. Er gibt dem Roman so viel Raum, wie das Buch braucht, und sorgt mit seinen Bildern gleichzeitig für allergrößte Anteilnahme. Man sollte sich den Film darum nur angucken, wenn man in seinem Leben Platz für Traurigkeit - auch für die anderer, gar nur ausgedachter Personen - hat."

08. Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • br-online.de

Kirsten Liese lobt die wunderbaren Bildkompositionen. Die filmischen Szenen sind "allemal sensibel inszeniert. Über die architektonisch kühlen Räume vermittelt sich die Isolation der Figuren. Die vielleicht einzige verfremdende Wirkung besorgt die Doppelbesetzung der Schauspieler. ... Beschreitet TONY TAKITANI zwar keine neuen Wege auf dem Gebiet der Literaturverfilmung, so ist es zumindest doch ein sehr poetischer Film, in dem die Bildkompositionen aufs Wunderbarste mit meditativ-melancholischen Klängen harmonieren."

08. Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • Schnitt

Für Tina Hedwig Kaiser kommt hier Kunstfilm, wie man ihn sich nur wünschen kann. "Die stillen, zurückhaltenden Bildan- und -ausschnitte, die leeren, behutsam in Farbe und Form konstruierten Räume erinnern zuerst einmal an die Bilder Edward Hoppers. ... Angeschnittener könnte ein Kopf nicht auftauchen, die Konzentration des Bildes liegt auf einem fast schon brutal offen gehaltenen und weiten städtischen Panorama, das sich die Distanz zum Zuschauer bewahrt. Unser Blick bleibt ungeneigt, wir sehen nicht nach unten, zur Stadt hinunter, nein, eine Neigung ist nicht möglich. Wir sehen nur immer geradeaus und können nur das erkennen, das uns langsam entgegen kommt. Ein Kameraschwenk wäre bei Ichikawa schon zuviel der Bewegung."

Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

Juni 2005 | TONY TAKITANI • Kritik • film-dienst 12/2005

Für Alexandra Wach ist dem Regisseur der Respekt vor der literarischen Vorlage deutlich anzusehen. "Klar und sanft sind seine Bilder, die Dekors und Kostüme eingetaucht in verwaschene, reduzierte Grau-Blau-Töne. Die Kamera gleitet mit Vorliebe von links nach rechts an den wie in einem Puppenhaus arrangierten Innenräumen vorbei ... Den ruhigen Duktus der literarischen Vorlage integriert er kunstvoll in die Erzählung, indem er einen Off-Sprecher einsetzt, der im scheinbaren Dialog mit Tony die Ereignisse kommentiert; eine weitere Dopplung, die dessen Leben ins Exemplarische überhöht. TONY TAKITANI ist eine stimmige Parabel über die Einsamkeit, die sich über Generationen fortsetzt, eingefangen in eine Bildsprache und Eleganz, die der Vorlage mehr als gerecht werden."

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