| Regie | Peter Lichtefeld |
| Kinostart | 09.06.2005 |
Laut Anke Westphal läßt der Regisseur die europäische Idee Wirklichkeit werden. Allerdings krankt PLAYA DEL FUTURO "an Lichtefelds demonstrativer Liebe zur europäischen Idee: Wenn der Film am Ende einen ungarischen Ex-Seemann, einen deutschen Koch, eine spanische Kellnerin und eine finnische Geschäftsfrau bei ungarischen Tapas und spanischem Kesselgulasch (!) zusammenbringt, dies an den Gleisen einer eben stillgelegten andalusischen Bahnstation, fühlt man sich einigermaßen belehrt."
Philipp Bühler sagt es kurz und knapp: "PLAYA DEL FUTURO ist ein sterbenslangweiliger Film, der sich die Banalisierung edler Gefühle wie Sehnsucht und Melancholie zur Aufgabe gesetzt hat. Die Begegnung mit dem Fremden - auf einen deutschen Tapaskoch hat man hier gerade gewartet - liefert manch skurrile Anekdote und stiftet Sinn in der Krise der eigenen, unzufriedenen Existenz. Mit Lichtefelds Vorbild Aki Kaurismäki, dem finnischen Meister der Trostlosigkeit, hat dieses Trostkino nur die Entschleunigung gemeinsam. Bietet doch bei Kaurismäki jede Kopfbewegung mehr Action als hier ein ganzer Film."
Von einer einigermaßen abenteuerliche Geschichte berichtet PLAYA DEL FUTURO, meint Jan Schulz-Ojala. "Leider fehlt dem Film völlig der Sinn für die ökonomische Mobilisierung starken Gefühls, die ZUGVÖGEL - mit dem großartigen Joachim Król - so unwiderstehlich machte. Stattdessen gibt er sich in Charakterzeichnung, Dialogen und Bildern hemmungslos sentimental und siedelt, ungeachtet zeitweiliger fast irritierender Abstecher ins Humoristische, stets dicht am Triefekitsch."
Volker Mazassek schreibt über den sich treu bleibenden Peter Lohmeyer, aber der Film überzeugt ihn nicht wirklich. "Zwar passieren die wichtigen Dinge nach wie vor beiläufig, doch durch die Vielzahl der Schicksale, die [der Regisseur] verfolgt, verschwimmt der Fokus und es wird gelegentlich hektisch."
Der Regisseur versucht laut Ernst Kramer die gleichen Elemente wie bei ZUGVÖGEL ... EINMAL NACH INARI zu nutzen: Die Suche nach dem kleinen Glück und eine ruhige, sanfte Melancholie. "Aber das Vergnügen wird diesmal erheblich gestört. ... Gegen ihre undankbaren Rollen und das unausgegorene Drehbuch haben die Darsteller kaum eine Chance. ... Dazu soll dann das andalusische Hinterland wohl einen tollen Flair verbreiten, doch am Ende bewirken die ideenlos abgefilmten, ultradrögen Bilder der kargen Landschaft nur, dass man Andalusien im Geiste für immer aus der Liste möglicher Urlaubsorte streicht. Dem Zuschauer mangelnde Inspiration als "Lakonie" oder gar "Skurrilität" zu verkaufen," schafft der Regisseur nicht.
Trotz eines etwas skurrilen Happy Ends findet hier Margret Köhler nichts sacharin-süß. "PLAYA DEL FUTURO ist ein herbes Stück Kino, auf das man sich einlassen muss, fehlt es doch an jeglichem Aktionismus oder Dramatik. Wie in ZUGVÖGEL ... EINMAL NACH INARI gibt es hier kein Wort zuviel, lassen sich die vom Schicksal gebeutelten Helden nicht kleinkriegen, sondern kämpfen, werden Verlierer zu Gewinnern. Mit Peter Lohmeyer, Nina Petri, Hilmi Sözer und Kati Outinen, die eine kleine Gastrolle spielt, sammelt Lichtefeld erneut seine Lieblingsschauspieler um sich, die auch ihr Herz einbringen."
Oliver Baumgarten hat die Gemütlichkeit in PLAYA DEL FUTURO entdeckt. Der "Plot wird mit zahlreichen Nebenfiguren und -geschichten angereichert, die auf äußerst charmante Art autark funktionieren, am Ende aber dann doch zu einem Punkt zusammengeführt werden. Bernd Euschers Schnitt und Stefan Wachners Kamera vermögen beim Konstruieren dieses Reigens prächtig zu harmonieren und schaffen mit Peter Lichtefeld so einen fließenden Rhythmus. Das ausgezeichnet agierende Ensemble schließlich sorgt endgültig dafür, daß man gerne dem Weg der Figuren zum Playa del Futuro folgt, dorthin, wo die Metronome harmonieren."
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