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YASMIN

YASMIN

Regie Kenny Glenaan
Kinostart 26.05.2005

Kritiken • YASMIN

26. Mai 2005 | YASMIN • Kritik • Berliner Zeitung

Etwas schematisch wirkt der Film für Carmen Böker, da der gesamte Typenkatalog der Moslems in Yasmins nächster Familie versammelt ist.
"Der Film führt also Vorurteile gegen die Einwanderer vor, die deren Isolation weiter verstärken - und damit womöglich, so legen es Kenny Glenaan und sein Drehbuchautor Simon Beaufoy aus, auch den Weg in den Extremismus ebnen. Der Film differenziert allerdings sorgsam bezüglich "der Moslems", er kennt nicht nur den Fanatiker und die Verhüllte. ... Glenaan hat sich geschult am Kino seiner Kollegen Ken Loach und Mike Leigh; von ihnen hat er das Lakonische, Sozialkritische, den Ansatz, ein Einzelschicksal wie eine allgemein gültige Parabel zu erzählen."

26. Mai 2005 | YASMIN • Kritik • Die Tageszeitung

YASMIN liefert für Bert Rebhandl kaum Anhaltspunkte für britischen Klassenromantizismus. "Die Qualität von YASMIN erscheint eher innerhalb der Beschränkungen seines Formats, eines "kleinen" politischen Films, auf Video gedreht, auf Feldforschung beruhend. Viele Nuancen werden hier einer Vorstellung von Repräsentation geopfert, die auf Typologie hinausläuft: Jede Figur vertritt eine Option im Kräftespiel. Nicht das Spezifische an ihrem Verhalten interessiert, sondern die Position im allgemeinen Zusammenhang. ... YASMIN will gesellschaftliches Wissen popularisieren, erreicht in den Programmkinos aber nur eine Mittellage zwischen tatsächlich populärem Kino und radikaleren, spezifischeren Formen."

26. Mai 2005 | YASMIN • Kritik • Der Tagesspiegel

Eine ergreifende, sinnbildhafte Geschichte für den absurden Sieg der Gesinnungen über das Gefühl hat Hans-Jörg Rother gesehen. "Das Drehbuch schrieb Simon Beaufoy. Wieder konstruiert er eine glasklare Handlung, deren plötzliche Wendungen bestürzen. Den Drehpunkt bildet das überfallartige Eindringen der Polizei in Yasmins Wohnung. ... Die verstörte Frau findet sich für Stunden in einer kahlen Zelle wieder, auf deren Pritsche der Koran liegt. Nie zuvor hat Yasmin darin gelesen, nun schlägt sie das Buch auf. Ob sie damit 'sich selber' findet, wie die Ökumenische Jury auf dem Filmfestival von Locarno ihren Preis begründete, bleibt indes fraglich."

26. Mai 2005 | YASMIN • Kritik • Neues Deutschland

Caroline M. Buck schreibt über das Fazit des Films: "Wer überall Terroristen wittert, sorgt dafür, dass überall welche erstehen. Denn erst der Druck von außen macht Yasmin zur Muslima und treibt ihren Bruder in die Arme radikaler Islamistengruppen."

25. Mai 2005 | YASMIN • Kritik • fluter.de

Ingrid Arnold steht dem Film eher kritisch gegenüber. "So viel Konfliktstoff hätte gar nicht eines so lautstarken dramatischen Musikeinsatzes bedurft. Und bei aller Authentizität der realen und filmischen Ereignisse: Der sehr ambitionierte Film wiederholt leider auch in Überdosis die Klischees und Vorurteile gegenüber einem multikulturellen Zusammenleben - und manifestiert sie damit ungewollt einmal mehr."

25. Mai 2005 | YASMIN • Kritik • br-online.de

Gutes politisches Kino hat Thilo Wydra gesehen. "YASMIN ist beides - detailgenaue Milieustudie und intensives Porträt einer Frau zwischen den Welten. Ein Film über ein äußeres wie inneres Drama, über den abrupten Wandel von zwischenmenschlichen, sozialen Verhältnissen durch den Terroranschlag am World Trade Center, und auch über die innere Befindlichkeit einer Einzelperson, die aufgrund ihrer ambivalenten persönlichen Situation vor grundlegende Entscheidungen gestellt wird. ... YASMIN ist ein kleiner, leiser, beinahe unauffälliger Film, vor allem aber gutes politisches Kino, das authentisch daher kommt, das ernst zu nehmen ist, das lebendig und ehrlich ist, und dem eine Plattform gewünscht sei."

Mai 2005 | YASMIN • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

Mai 2005 | YASMIN • Kritik • film-dienst 11/2005

Für Ulrich Kriest stellt der lehrstückartig entwickelte Film fest, "dass die politischen Kurzschlussreaktionen auf die Herausforderung des internationalen Terrorismus die interkulturellen Annäherungen der letzten 30 Jahre hinweggefegt haben. Der Film registriert dies so scharfsinnig wie zornig, ist aber selbst der (idealistische) Gegenbeweis seiner konstatierten Einsicht, denn die Zusammenarbeit des schottischen Regisseurs Kenny Glenaan und seines Drehbuchautors Simon Beaufoy funktioniert nur deshalb so stimmig, weil sie (noch) auf vorzügliche pakistanische Darsteller trafen, deren politisches Bewusstsein und auch Selbstironie für die Darstellung kultureller Eigenarten hinreichte, um an diesem außerordentlich wichtigen politischen Filmprojekt mitzuwirken."

Mai 2005 | YASMIN • Kritik • schnitt

Laut Ekkehard Kern ist YASMIN ein gut gemeinter Film, der hält, was er verspricht. "Durch das verwendete Material mutet der Film dokumentarisch an. Von Anfang bis Ende sich nah an der Protagonistin haltend, gewährt Regisseur Kenny Glenaan dem Zuschauer einen präzisen und überzeugenden Einblick in den Alltag von Yasmin."

Mai 2005 | YASMIN • Kritik • epd-film 06/2005

Wie schnell Angst in Hysterie und Intoleranz umschlagen kann, zeigt der Regisseur für Jörg Taszman eindringlich. "YASMIN ist mehr als nur ein weiterer britischer Film, der den Clash der Kulturen thematisiert. Waren EAST IS EAST oder KICK IT LIKE BECKHAM Komödien und JUST A KISS von Ken Loach eine Liebesgeschichte, so zeigt Yasmin erstmals den Konflikt zwischen islamischer und westlicher Kultur aus der Sicht einer jungen Frau, die versucht, mit den Widersprüchen zu leben. Getragen wird der Film von der Leinwandpräsenz der Hauptdarstellerin: Archie Panjabi, die ebenso stark wie verletzlich, selbstbewusst wie zweifelnd spielt."

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