| Regie | Tommy Lee Jones |
| Kinostart | 08.11.2007 |
Ein junger Polizist hat versehentlich einen Schäfer erschossen und muss die Leiche nun gemeinsam mit dessen Freund, der dem Toten die letzte Ehre erweisen möchte, in dessen Heimat schaffen.
Den besten Western seit langem sah Michael Althen. "Wenn ein Mann wie Tommy Lee Jones selbst einen Film inszeniert, müsste er idealerweise genauso sein wie der Schauspieler: genauso rauh und schweigsam und in jeder Sekunde präsent. Das Wunder an THREE BURIALS ist, dass der Film all dies einlöst, was man sich von ihm erhofft. Es ist ein Film wie ein Fels, ein Solitär in der Kinolandschaft, der schönste Western seit Eastwoods ERBARMUNGSLOS; und das einzig Irritierende ist, dass es anderthalb Jahre seit seiner Premiere in Cannes gedauert hat, bis er den Weg in unsere Kinos gefunden hat."
Tommy Lee Jones spricht mit Mariam Schaghaghi über sein Regiedebüt.
Holger Kreitling ist begeistert: Er nennt das Debüt toll. "Am Ende ist doch alles Vergebung. Und ein bisschen absurde Erlösung. Letzte Blicke werden getauscht, dann steigt der Held aufs Pferd und reitet davon. Tiefer hinein nach Mexiko, ins Irgendwo. Der Film THREE BURIALS kommt mit ungeheurer Wucht daher. So eindrücklich, überlegen und zugleich schlicht hat lange niemand mehr von Freundschaft, Tod, Schuld, Rache und Sühne erzählt. Tommy Lee Jones inszeniert sich in seinem Regiedebüt selbst als Unbeirrbarer. Ein Ereignis!"
Andreas Busche ist begeistert. "Vergebung und Vergeltung sind die beiden großen Themen, die Tommy Lee Jones' Regiedebüt seelenruhig umkreist wie ein Aasgeier seine Beute. In THE THREE BURIALS OF MELQUIADES ESTRADA verschlägt es den Zuschauer tief in Sam-Peckinpah-Country. Lange nicht mehr hat eine Filmkamera die Gegend um den Rio Grande mit solch visueller Klarheit eingefangen. ... Schönheit und Tod liegen in THE THREE BURIALS ... dicht beieinander, und Jones macht auf seine unnachahmliche No-Nonsense-Manier, die in den besten Momenten an Clint Eastwood oder Warren Oates erinnert, klar, dass es das eine nie ohne das andere gibt. Was im Übrigen auch für die Sache mit der Vergebung und der Vergeltung zutrifft."
Geri Krebs sieht in der Geschichte eine "Metapher für die Freundschaft und Loyalität zwischen einem Amerikaner und einem Mexikaner". Das Filmteam zeigt die "bizarre Story einer kathartischen Reise, die nicht nur mit einem erstklassigen Schauspielerensemble von diesseits und jenseits des Rio Grande aufwartet, sondern auch mit hervorragenden Landschaftsaufnahmen."
Wie Tommy Lee Jones durch die Wüste reitet ist für Verena Lueken eine kleine Offenbarung. Der Film wirkt so, "als habe Jones nie etwas anderes getan als inszeniert. Souverän und außerordentlich wortkarg erzählt er, inspiriert von einem tatsächlichen Vorfall, eine Geschichte aus dem Grenzgebiet zwischen Texas und Mexiko. ... Erzählt wird das in Rückblenden und Vorschauen, ohne lineare Chronologie nach einem Drehbuch von Guillermo Arriaga, der seit AMORES PERROS und 21 GRAMS, die er für Alejandro Gonzales Inarritu schrieb, der bekannteste mexikanische Drehbuchautor sein dürfte."
Für Daniel Kothenschulte ist THE THREE BURIALS "ein kleines Independentjuwel, das zugleich aussieht wie ein großer Spätwestern, bevölkert von Figuren, die Diane Arbus fotografiert haben könnte, und die dennoch niemals karikiert erscheinen.
Für Andreas Borcholte erweist sich der Regisseur und Schauspieler als überaus humorbegabt. "THREE BURIALS ist eine echte Festivalentdeckung, die voller grandios komischer Szenen und skurriler Figuren steckt. Allein der schauspielernde Countrysänger Dwight Yoakam als neurotischer Polizeichef, der Schussangst hat und bei der drallen Kellnerin keinen Ständer kriegt, ist ein unvergessliches Original."