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SCHLÄFER

SCHLÄFER

Regie Benjamin Heisenberg
Kinostart 11.05.2006

Kritiken • SCHLÄFER

11. Mai 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte sah endlich einen guten Film über Stasimethoden. "Ein beklemmendes Gefühl wie im gut gemachten Science-Fiction beschleicht den Zuschauer. Befinden wir uns etwa in den Wohlstandsdiktaturen von Fahrenheit 451 oder Minority Report, oder in einer Welt, die aussieht wie unsere, nur eben mit einem intakten Staatsicherheitsapparat? Der politische Mut von Heisenbergs Vision besteht darin, keinen Unterschied zu machen zwischen den Methoden der Geheimdienste. Es geht um Konspiration, das Säen von Argwohn und Neid, das Vergiften von Freundschaft zum Zweck der Spionage. Es ist seine Gegenwärtigkeit, die den Bezug zu den schlimmsten deutschen Zeiten so deutlich macht."

11. Mai 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Jungle World

Der Film beschreibt ein Post-9/11-Klima, in dem die permanent beschworene Angst vor dem islamistischen Terror durch Überwachung und soziale Kontrolle noch weiter befeuert wird, meint Esther Buss. "Selten ist ein Überwachungsplot so unspektakulär und »klein« in Szene gesetzt worden. Weder gibt es imposante Gebäude oder Architekturen, noch mit Druckmitteln arbeitende Staatsdiener, auch fehlen irgendwelche Anzeichen eines hochtechnologischen Apparats. Das Milieu ist fast piefig. ... Zwar ist es eine richtige Entscheidung, die Hauptfigur weder als Rassist noch als paranoiden Hysteriker zu konstruieren. Aber das politische Thema so stark auf eine private Dimension zu reduzieren, macht SCHLÄFER zum konventionellen Drama über Freundschaft und Verrat."

10. Mai 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Berliner Zeitung

Für Knut Elstermann deckt der Film das Wesen des Verrats auf. Der Regisseur "hat für seinen Film eine Ästhetik der Geheimhaltung gefunden, die den Bildern manchmal etwas Unheimliches verleiht, so als würden auch sie sich tarnen. Sätze werden ins Off gelegt; wie zufällig verschwindet bei einem wichtigen Dialog Farids Gesicht hinter einem Regal, und am Ende scheint die Dämmerung in jeden Winkel zu kriechen. Vor einem Jahr erlebte SCHLÄFER seine Premiere in Cannes. Seither hat dieser eindringliche Film, der nun endlich ins Kino kommt, nicht nur fast alle verfügbaren Preise gewonnen - er hat seine Aktualität auch im Umfeld einer neuen Stasi-Debatte bewiesen."

10. Mai 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Neues Deutschland

Für Ralf Schenk ist SCHLÄFER ein kluger Film. "Es geht vielmehr darum, wie ein Mensch beschaffen sein muss, der, einem Geheimdienst Auskunft gebend, ins Leben der anderen eingreift. Und um eine Gesellschaft, die an die Wahrheit, Wirksamkeit und Notwendigkeit von solchen Berichten glaubt. Nicht Farid ist der wirkliche Schläfer, sondern Johannes, der dem BND und der eigenen Karriere seine Unschuld opfert. DAS LEBEN DER ANDEREN war gestern. SCHLÄFER, der stillere, klügere, nachdenklichere Film von beiden, ist heute."

10. Mai 2006 | SCHLÄFER • Kritik • fluter.de

"Benjamin von Heisenberg inszeniert “Schläfer” als kühlen Thriller in der Welt der Wissenschaftler/innen zwischen kargen und beängstigenden Betonplatten eines Uni-Instituts. Dabei geht es weniger um den Blick auf den potenziellen Terror-Schläfer als viel mehr um die Personen drumherum. Langsam und schleichend erleben die Zuschauer/innen den emotionalen Prozess der Hauptfigur Johannes, der vor allem von einer Sache geprägt ist: Unsicherheit." Außerdem spricht David Siems mit Regisseur Benjamin Heisenberg.

10. Mai 2006 | SCHLÄFER • Kritik • br-online.de

Thilo Wydra lobt den Film: "SCHLÄFER handelt natürlich auch vom islamischen Terror. Von dessen kurz- und langfristigen Folgen. Von der Macht des übergeordnet Großen auf das individuell-persönlich Kleine. Ein anderer kleiner deutscher Film, FREMDER FREUND erzählte bereits davon. Heisenberg, der auch das Drehbuch verfasste, thematisiert aber vor allem dieses Misstrauen, dieses Beobachtende auf Schritt und Tritt. Diesen unangenehmen Moment, der sich zwischen zwei Menschen schleicht, ganz gleich ob in der Liebe oder wie hier in einer Freundschaft, diesen Moment, der erst Risse, dann Brüche aufkommen lässt, bis der Graben zu tief ist, unüberwindbar."

09. Mai 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala sah das Böse in den Normalos. "SCHLÄFER ist die beunruhigende Psychostudie eines Menschen, der sich aus beruflichem Neid und privater Eifersucht zu eigenen und fremden Zwecken moralisch einschmutzt und schließlich Verrat begeht. ... SCHLÄFER funktioniert dabei, mit präzis gesetzten Auslassungen für die beunruhigte Fantasie des Zuschauers, selber wie eine Versuchsanordnung, wie ein wissenschaftliches Experiment. Es ist gewissermaßen die Physik der Seele, die Heisenberg interessiert und die er seinem ersten langen Spielfilm eingeschrieben hat; gerade so, als fermentierten Gefühle erst richtig im Labor."

05. Mai 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Berliner Zeitung

Sven von Reden hat ein in intelligenter Distanz entwickeltes realitätsnahes Drama um Terrorangst, Konkurrenz und Paranoia gesehen. "Heisenberg vermeidet es, die Hinweise eindeutig werden zu lassen. Er spielt mit den Genreerwartungen, die das Hollywoodkino vorgibt. Doch SCHLÄAFER entwickelt sich nicht zum Thriller, in dem sich nach und nach die Details zu einem schlüssigen Bild eines Verbrechens fügen. Und erst recht wird Johannes nicht zum Helden, der an der Gefahr wüchse. Die Verschwörung bleibt Theorie, die Teile wollen sich nicht zu einem Ganzen fügen - hier erweist sich Heisenberg als Schüler Jacques Rivettes."

Mai 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Begründung der Jury auf dem Filmkunstfest Schwerin

"Große Emotionen sind oft Triebfedern unseres Handels: Zuneigung, Vertrauen, Neid, Eifersucht. »Schläfer« ist kein vordergründig politischer Film, er beschreibt einen archetypischen menschlichen Konflikt. Dahinter steht eine gesellschaftliche Problematik, die uns bewegt und wichtig ist. ... Benjamin Heisenberg hat für diese Fragestellungen einen adäquaten erzählerischen Ansatz gefunden. Die subtile Bildsprache seines Kameramanns Reinhold Vorschneider lässt uns nachempfinden, wie es ist, beobachtet zu werden. In aussdruckstarken Bildern tauchen wir in die Gefühlswelt des Helden."

03. Februar 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Der Freitag

Bernd Buder hat viele Sorgenkinder auf dem Max Ophüls-Festival ausgemacht. "Heisenberg attestiert unserer Gesellschaft in seinem mit ruhiger Hand inszenierten Film einen modernen Treibhauseffekt, ein "Grundrauschen", das geprägt ist von einem Misstrauen, das gegen unseren Willen in uns wächst. Eine gesellschaftliche Atmosphäre, in der man beginnt, wie in Heisenbergs Film, jeden Dialog zwischen den Zeilen zu lesen."

31. Januar 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Rüdiger Suchsland ist der Psychothriller des Regisseur vom Genretypischen weit entfernt. "Ähnlich wie Michael Haneke in CACHÉ erzählt SCHLäFER von der Mitte unserer Gesellschaft und von der Rückkehr der Repression hinter der Maske der Sicherheit. Ein kluger, genau beobachtender Film über Verrat und seine Folgen - und das sensible, ganz gegenwärtige Portrait einer Welt, in der jeder jeden betrügt."

30. Januar 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Kerstin Decker lotet der Regisseur "tief in die Ozeangräben der Seele, die sich immer auftun, wenn es um die Lüge im Dienste einer höheren Wahrheit geht. Auch Merveldt (Gegentypus des Spitzels, großartig: Bastian Trost) hat bald ein agonisches Herz. Aber nicht nur Menschen missbrauchen Menschen."

29. Januar 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Begründung der Jury des Max Ophüls Preises

Von diesem Film geht eine tiefe Beunruhigung aus. Ein junger Mann steht am Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere und gerät in einen existenziellen Konflikt zwischen freundschaftlicher Loyalität und beruflicher Konkurrenz. Eindrucksvoll verbindet der Film die Grundparanoia unserer Zeit, die Angst vor Terror, mit Fragen nach persönlicher Schuld und Verantwortung. Mit klaren nüchternen Bildern entwickelt der Film eine große Intensität und emotionale Bindung an die Figuren, deren Verunsicherung sich auf uns überträgt. Ein überraschend reifes Debüt mit hervorragenden Schauspielern, das vor allem durch seine Geschlossenheit überzeugt.

29. Januar 2006 | SCHLÄFER • Kritik • Begründung der Jury des Max Ophüls Preises

In diesem strengen stillen Film entfaltet die sparsam und klug eingesetzte Musik eine große Wirkung. Sie eröffnet einen emotionalen Zugang zum Protagonisten, manchmal scheint sie mehr über ihn zu wissen als er selbst. Songs und das schöne Streichermotiv, oft kontrapunktisch eingesetzt, verändern die Realität und schaffen eine neue Dimension. Die eindringliche Musik von SCHLÄFER schafft Räume des Innehaltens, des Nachdenkens.

20. Mai 2005 | SCHLÄFER • Kritik • Der Tagesspiegel

Imponierend rund findet Jan Schulz-Ojala SCHÄFER. Eine feine Psychostudie über Freundschaft, Vertrauen, Neid, Eifersucht und schließlich Verrat hat der Kritiker gesehen. Die Protagonisten sind noch sehr von jung, aber unversehens nehmen sie eine Schuld auf sich.

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