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FALSCHER BEKENNER

FALSCHER BEKENNER

Regie Christoph Hochhäusler
Kinostart 18.05.2006

Kritiken • FALSCHER BEKENNER

18. Mai 2006 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • Berliner Zeitung

Großartig ist FALSCHER BEKENNER laut Knut Elstermann. Der Kritiker porträtiert Constantin von Jascheroff, der die Hauptrolle wunderbar ausfüllt.

18. Mai 2006 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • Die Tageszeitung

Eine bemerkenswert gekonnte Fallstudie über moderne Adoleszenz sah Bert Rebhandl. "Hochhäusler betont diese Verfremdung durch einen modernistischen Soundtrack und steigert die Irrealität bis zu einer irritierenden Szene, in der Armin sich bei einem Begräbnis einschleicht und dort eine Zerfallserfahrung macht, die der bis zum Ende ungerührt und souverän durchkomponierte Film für sich selbst nicht zulässt. Hochhäusler macht sich die Beobachterposition zu Eigen, die Musil in seinem Text über "Das Fliegenpapier" modellhaft entworfen hat: Fasziniert, aber ungerührt sieht er einem Wesen dabei zu, wie es sich bei seinen Befreiungsversuchen zerstört."

18. Mai 2006 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • Der Tagesspiegel

In der präzisen Entfremdungsstudie geht es laut Julian Hanich darum, wie man sichtbar wird unter all den anderen Gespensterexistenzen des modernen Alltags. Der Film "würde herausragen allein wegen seines genauen Blicks auf die westdeutsche Gutbürgerlichkeit – vom sonntäglichen Essen mit Freunden bis zum Verdauungsspaziergang am Nachmittag. Auf einer hochauflösenden Videokamera im breiten Cinemascope-Format gedreht, ist der Film aber noch viel mehr: das unspektakuläre und dennoch gestochen scharfe Porträt eines jugendlichen Außenseiters. Dieser Armin Steeb merkt, dass man im Kampf um Anerkennung in einer egalitären und zugleich hoch individualisierten Gesellschaft manchmal zu verschärften Mitteln greifen muss. Und mehr scheint Armin gar nicht zu wollen. Ein jugendlicher Rebell, ein Stürmer-und-Dränger, ein Umstürzler mit utopischen Ideen ist er nicht."

18. Mai 2006 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Hellsichtiger und humorvoller kann ein Film kaum vom heutigen Deutschland sprechen, lobt Sascha Westphal. "Hochhäuslers grandiose Cinemascope-Kompositionen verengen nicht nur die Räume um Armin so weit, dass er im doppelten Sinne ein Gefangener ist - seiner Phantasie wie einer ihm feindlichen Umwelt. Sie offenbaren auch durch ihre bitterböse Komik das Kleinliche des Lebens in den geordneten Vorstadtsiedlungen der alten Bundesrepublik, die inzwischen nichts als ein Relikt einer idyllischeren Zeit sind. Die Erstarrung, die von dieser Welt Besitz ergriffen hat, ist so komisch wie sie brutal für die Nachkommenden ist. Selbst in Hochhäuslers wenigen, geschickt eingestreuten Totalen bleibt das Gefühl des Beengten bestehen."

17. Mai 2006 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • fluter.de

Silke Kettelhake hat umsonst auf den Knall gewartet. "Constantin von Jascheroff, der 2005 den Darstellerpreis beim Filmfest München gewann, bietet eine glänzend verkörperte lethargische Introvertiertheit: Armin ist einer, der nichts kann, nichts will, nichts hat. Und der doch auf der Suche ist, etwa nach nächtlichem Sex mit anonymen Motorradfahrern auf nahe gelegenen Autobahnraststätten. 'Dieses Schwimmen, dieser Schleier', sagte der Absolvent der HFF München Christoph Hochhäusler, 'ist für mich kennzeichnend für eine ganze deutsche Generation. Eine Generation, die in einem schwammigen, undefinierten, diffusen Zustand lebt.'"

17. Mai 2006 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • br-online.de

Andrea Mirbeth wünscht dem Film viel Erfolg an der Kinokasse. "Konsequent verwischt Hochhäusler die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung. Er tut dies in genau komponierten Bildern, viele Worte braucht er dazu nicht. Sein Film funktioniert als genau gezeichnetes Psychogramm der Hauptfigur. FALSCHER BEKENNER ist ein ungewöhnlich stiller Film. Eine Erzählweise, die selten ist und deshalb mit Sehgewohnheiten bricht."

11. Mai 2006 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • film-dienst 10/2006

Irritierend vielschichtig ist der Film für Ulrich Kriest, das "Porträt einer indifferenten Generation, sondern ein recht umfassendes und schlüssiges Bild einer Gesellschaft, der die eigene Mitte bereits vor Jahrzehnten abhanden gekommen ist. ... Hochhäusler zeigt die Bundesrepublik als Konglomerat von Nicht-Orten: In die Jahre gekommene Vorstadt-Architektur, Autobahnen, Schnellrestaurants, Tennishallen und Brachland. Autoritäten sind dekonstruiert, an ihre Stelle sind die netten Eltern getreten, die sich ein wenig sorgen und ansonsten ihren eigenen Hobbies nachgehen, ältere Brüder, die reibungslos funktionieren, für die Rebellion keine Option mehr ist."

20. Mai 2005 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • Der Tagesspiegel

Erhellend findet es Jan Schulz-Ojala, "wie miserabel die denn doch kleine Misere verpufft; nur hat der Film bis dahin mit Klischee-Nebenfiguren, papierenen Dialogen und arg laxen Improvisationen beträchtlich strapaziert."

16. Mai 2005 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • Der Spiegel

Die letzten zehn, kryptisch-elliptischen Minuten haben Lars-Olav Beier Rätsel aufgegeben. "Überaus geschickt, scheinbar immer schnurgerade auf das Klischee zusteuernd und es zum Glück immer haarscharf verfehlend, beschreibt Hochhäusler das betäubend ereignislose Leben in der deutschen Provinz. Mit einem beeindruckend genauen Blick für familiäres Alltagsleben beschreibt er eine stille Rebellion: Lieber ist Armin für ein Verbrechen verantwortlich, das er nicht begangen hat, als weiterhin das täglich Einerlei ohne jede Perspektive zu erdulden."

12. Mai 2005 | FALSCHER BEKENNER • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus ist traurig, daß es dieser Film hierzulande so schwer hat. Er "ist die präzise Zustandsbeschreibung eines Jugendlichen, der bei seinen Eltern lebt und eine Lehrstelle sucht. Er hat sich eingerichtet in einer Zwischenexistenz. Zwischen Suche und Lethargie, Anpassung und Verweigerung, Selbstversunkenheit und hilflos absolvierten Bewerbungsgesprächen. Wie ein Vorhang senkt sich die Stimmung des jungen Helden über die Bilder. ... Es wird wenig gesprochen in diesem Film. Beredt ist vielmehr die Position eines Körpers im Bild, ein Gang, eine von fern betrachtete Geste. Und manchmal hallt eine Einstellung noch lange in der nächsten nach."

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