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HWAL

HWAL

Regie Kim Ki-Duk
Kinostart 27.07.2006

Kritiken • HWAL

27. Juli 2006 | HWAL • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Sebastian Handke erzählt der Film von Liebe und Verlust. "Auch in seinem neuen Film bettet der koreanische Regisseur Kim Ki-Duk Archetypisches in west-östliche Mystik und blendend schöne Bilder. Nicht zum ersten Mal führt er den Menschen wie ein Naturwesen vor, seine Fähigkeit zu emphatischer Liebe: Zart kann sie sein oder leidenschaftlich, besessen, ausbeuterisch, gewalttätig oder gar sadistisch. Unter Ki-Duks ungerührtem, stets auch das Destruktive verzaubernden Blick bleibt sie immer unschuldig. HWAL kommt ganz ohne Gewalt aus, knüpft aber so eng an einige von Kim Ki-Duks früheren Filme an, dass man meinen könnte, ihn schon gesehen zu haben."

27. Juli 2006 | HWAL • Kritik • Die Tageszeitung

Claudia Lenssen sagt es direkt. In HWAL haben die Riten völlig die Oberhand gewonnen: Das Drama um eine Zwangsheirat ist kaum mehr als Folklore-Kitsch. "Der Alte gibt sich den Tod, ein letzter Pfeil, den er in den Himmel schoss, schlägt zwischen den gespreizten Beinen der schlafenden Braut ein. Erst nach dieser wie ein orgiastisches Opferritual inszenierten Entjungferung kann das junge Paar romantisch vereint dem versinkenden Kahn zuschauen. Die Apotheose kippt in ein Mysterienspiel um stigmatisierenden Inzest und traditionelle Autoritäten. Nicht nur im Dirndlkleid auf dem Bodensee wäre das Folklorekitsch, auch im koreanischen Pazifik verkommt das Spirituelle zur Show."

27. Juli 2006 | HWAL • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für unausgegoren und kitschig hält Heike Kühn den Film. "Der Bogen erweist sich in Hwal als Instrument einer Deutungssucht, die vom Regisseur Besitz ergriffen hat und seinen Betrachtern erschreckend wenig Spielraum lässt. Besonders peinlich ist es, wenn der Alte auf dem offensichtlich stimmlosen Bogen herumgeigt. Die Musik des Films, die unbeabsichtigt als Parodie von Inbrunst aus dem Off erschallt, ist so schwülstig, dass man über die verlorene Urteilskraft des Regisseurs verzweifeln möchte. Es bleiben Wind und Wellen und Himmelsblau und Farben, die sich davon strahlend absetzen. Und die Hoffnung auf den nächsten Film von Kim Ki-Duk."

20. Juli 2006 | HWAL • Kritik • film-dienst 15/2006

Laut Ralf Schenk jongliert der Film mit der Dialektik von Refugium und Gefängnis, Zärtlichkeit und Sadismus, Liebe und Gewalt. "Das alles sieht äußerst gediegen aus und ist in schönen Bildern fotografiert, mit einer engelsgleichen Hauptfigur, die schweigend durch den Film schwebt. Allerdings stellen sich in HWAL auch diverse Déjà-vu-Effekte ein, so als ob Kim Ki-duk die wirkungsvollsten Elemente einiger vorangegangener Arbeiten gefiltert und zu einem neuen malerischen Opus vorzugsweise für schwärmende westliche Metaphysiker kombiniert habe. ... HWAL scheint, bei allen Finessen im Detail, ein Intermezzo, ein Atemholen des Regisseurs vor einem neuen, hoffentlich wieder innovativen nächsten Werk."

20. Juli 2006 | HWAL • Kritik • br-online.de

Der Film ist eine Mischung aus Kraft, Poesie und visionären Bildern, meint Margret Köhler. "Zärtlichkeit und Sadismus, Liebe und Gewalt, Besitzdenken und Unabhängigkeitsstreben bilden eine explosive Allianz. Kim Ki-duk verteilt keine Sympathiepunkte für die Protagonisten, sondern lässt uns zuschauen, wie ein kleines intimes, aber auch künstlich konstruiertes Universum langsam zerfällt. Dabei setzt er auf meditative Bildkompositionen mit großem Schauwert. Die handelnden Personen verständigen sich vor allem durch Blicke oder Gesten, Worte scheinen in diesem dialogarmen Drama überflüssig."

13. Juni 2006 | HWAL • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Grosse Symbolkraft schöpft der Regisseur laut Till Brockmann einmal mehr aus den Objekten und der Szenerie. "Wie schon so oft besticht der Regisseur mit einer ganz eigentümlichen, über weite Strecken eleganten Handhabung filmischer Stilmittel. Und doch wirkt diesmal einiges, als kopiere Kim seinen eigenen Stil. Besonders beim Finale jagt eine bedeutungsschwangere Metapher die nächste. Vieles erscheint schemenhaft, berechnet, wie eine Art existenzialistische Poesie vom Reissbrett. Ein Fehlgriff leider auch die Musik: Traditionelle koreanische Instrumente, angedickt mit moderner orchestraler Begleitung, ergeben ein schwer verdauliches Gemisch aus asiatisierender Allerweltsmusik, Kitsch und gesuchter Emotionsmache, was die sehr schönen Bilder weder nötig noch verdient haben."

13. Mai 2005 | HWAL • Kritik • Die Tageszeitung

Weil der Regisseur über eine außergewöhnliche visuelle Gestaltungsgabe verfügt, ist er bei Kritikern wie Festivalmachern beliebt. Christina Nord steht seinem neuen Film kritisch gegenüber. Die Bilder "schwelgen in der Schönheit der Protagonistin. Nahaufnahmen ihres Gesichts vor strahlend blauem oder verhangenem Himmel strecken den Film, als er längst auf der Stelle tritt. Pittoresk flattern Fahnen, keck sitzt das Mädchen auf einer Schaukel dicht über der Wasseroberfläche, anmutig räkelt es sich im Spiel des Lichts und des Winds. Hier paart sich nicht große Bildintelligenz mit einem zwar harten, doch nüchtern vorgebrachten Stoff; hier paart sich schlicht und einfach Kitsch mit Lüsternheit."

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