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MATCH POINT

MATCH POINT

Regie Woody Allen
Kinostart 29.12.2005

Kritiken • MATCH POINT

29. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Berliner Zeitung

Christian Aust spricht mit Hollywoodstar Scarlett Johansson über Gagen, Glück und Fastfood im Kino.

29. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Klar und eindeutig hat MATCH POINT bei Daniel Kothenschulte gesiegt. "Johansson, das darf man einmal vollmundig behaupten, ist auf dem Weg, die Monroe unserer Zeit zu werden. Allen offeriert Scarlett, worauf Marilyn lange warten musste - eine anspruchsvolle, aber beherrschbare Rolle über den Kampf zwischen innerer und äußerer Identität. Inwendig von Frustration zerrieben, scheint diese Nola äußerlich um so zugänglicher. Ihre komplexe psychische Struktur aber widersetzt sich der zugewiesenen Rolle als Sexobjekt. ... Hauptdarsteller Jonathan Rhys-Meyers lässt er wie Scarlett Johansson, die einzige Amerikanerin am Set, ohne jeden Zwang zur nervösen Witzigkeit gewähren. Dazu kommt ein Ensemble allerfeinster britischer Charakterdarsteller wie Brian Cox, der als großzügiger Brautvater ausnahmsweise keinen Schurken spielen muss."

29. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Die Tageszeitung

Vieles ist der Film für Dietrich Kuhlbrodt: Lehrstück, Upper-Class-Satire, Klischee-Sammlung, Literaturverarbeitung, Märchen. "Woody Allen hat es raffiniert und schön und vom Glück begünstigt hingekriegt, dass ich mich in Fragen von Moral, Sitte und Anstand auf der völlig falschen Seite wiederfand, und das auch noch mit Überzeugung. Alle Achtung, Woody Allen, du hast es geschafft, du hast mich geschafft. Ich habe mit dem Bösen mitgefiebert, und weil das immer wieder überraschend und dauerhaft spannend war, rede ich hier herum, statt Einzelheiten zu konkretisieren."

29. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok ist begeistert. Der Regisseur erzählt "geradlinig, ohne jede Verdruckstheit, Verschachtelung oder Nervosität, in zügigem Tempo, eine Szene perlt in die nächste, rund und weich und jede von unaufdringlichem, aber edlem Glanz. ... Nach Art der großen Gesellschaftsdramen des 19. Jahrhunderts hat Allen das Seziermesser geführt, mit Genauigkeit, Eleganz, Witz, pointierten Dialogen. Aber so aufs Angenehmste konzentriert wie selten. Endlich sei Allen wieder ein Meisterwerk gelungen, hieß es denn auch nach der Uraufführung von MATCH POINT in Cannes. Und, vermeintlich, ein ganz anderer Allen. Dennoch, der alte Stadtneurotiker, Ehedramatiker und geborene Gag-Schreiber ist in dieser tiefgründigen Versuchsanordnung wiederzuerkennen."

29. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Junge Welt

Auf den ersten Blick hat MATCH POINT laut Hendrik Welling wenig von Woody Allen. "Und doch ist MATCH POINT ein unverwechselbarer Woody Allen. Die Fragen, die er aufwirft, sind aus den bislang 38 Regiearbeiten vertraut. "Es ist ein Film über das Glück, über die Widersprüche von Ehrgeiz und Leidenschaft und über die Straflosigkeit", wie Allen es auf den Punkt brachte. ... Allen hantiert wie immer geschickt mit den Genres. Aus dem Porträt eines Aufsteigers wird erst ein Liebesdrama, dann ein Kriminalstück. Was anfängt wie eine Komödie, wird unweigerlich zur Tragödie mit überraschendem Ende. Viel Lust an der Destruktion ist zu spüren; die Liebe glänzt vornehmlich durch Abwesenheit."

29. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Die Zeit

Weil MATCH POINT so klar, hart und unversöhnlich ist, ist der Film für Katja Nicodemus der beste Woody Allen-Film seit langem. "Ein Film, der vorführt, wie schlecht die Menschen sind, obwohl ihnen schon tausendmal erzählt, vorgesungen und vorgespielt wurde, dass sie besser sein könnten, ist natürlich auch eine Aussage des Kinos über sich selbst. Woody Allen, der kleine jüdische Junge aus New York, dieser großartige Verfasser von Holocaust- und Naziwitzen, hat noch nie an die moralische Kraft der Kunst geglaubt. Andererseits hat er uns auch noch nie so klar und so ernüchternd ihre absolute Wirkungslosigkeit vor Augen geführt."

28. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Berliner Zeitung

Als gelungen altmodisch bezeichnet Peter Uehling den neuen Film von Woody Allen. "Zuweilen meinte man aus den Kritikerstimmen die Erleichterung heraus zu hören, endlich wieder einen Allen-Film gut finden zu können. Und in der Tat ist vieles rühmenswert: Der Erzählfluss ist von klassischer Ruhe und durch die Spannungen des Geschehens dennoch immer interessant. Das Kalauern handelsüblicher Woody Allen-Filme wirkt hier satirisch zugespitzt und wird sparsamer eingesetzt. Und schließlich bietet der Film zwei großartige Hauptdarsteller auf. ... Allerdings importiert Allen hier eine Ideologie, die die Treffsicherheit des Films als Zeitkritik empfindlich herabsetzt. Der Gedanke, dass die Gefühlswelt der "einfachen Menschen" wahrhaftig sei und die der upper class dekadent, half dem Bürgertum bei der Bestimmung seiner Identität. Doch er sagt über die Gegenwart genau so wenig aus wie die Aufstiegsgeschichte."

28. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Der Tagesspiegel

Ein unverwechselbares, von Alltagswitz und Alltagsmelancholie sprühendes, süchtigmachendes Etwas, eben eine typische Woody-Allen-Komödie hat Jan Schulz-Ojala gesehen. "MATCH POINT ist fraglos anders - nicht bloß, weil Allen dafür erstmals komplett in das höchst förderliche Kreativ-Exil London umgezogen ist. Sondern weil er konsequent von jemandem erzählt, der das Pech hat, vom Glück verfolgt zu sein. Die wachsende Bitterkeit darüber, dass das Leben womöglich nicht mehr bereithält als das, worüber er sich stets lustig machte, hat der alternde Woody Allen zuletzt in mitunter zähnefletschende Komödien gewendet. In MATCH POINT grinst uns eine Tragödie entgegen, über deren sonnigen Ausgang wir uns geradewegs totlachen dürfen."

28. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Der Spiegel

Ganz anders alle die anderen Woody Allen-Filme sieht dieser für Birgit Glombitza aus. "Ungewohnt kühl und nüchtern ist dieses neue Allen-Werk geworden ... In MATCH POINT gibt es keine Plänkeleien über monströs aufgebauschte Nichtigkeiten, keine ins Absurde gedrechselte Intellektualität. Und auch keinen verhuschten kleinen Mann, der mit schwerer Brille und hängenden Schultern den tagtäglichen Zumutungen eines mittelständischen Lebens ausgesetzt ist. Trotzdem spürt man den Allenschen Einfallsreichtum an jeder Ecke, seine sophistischen Purzelbäume, mit denen er die Gewissheiten des bürgerlichen Lebens kippt und seine assoziative Wendigkeit, mit der er immer wieder auf die Urthemen seines Oeuvres zusteuert."

26. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Der Spiegel

Für Marianne Wellershoff brilliert Scarlett Johansson in der Rolle einer scheiternden Schauspielerin. Der Film "ist eine so großartige Gesellschaftssatire, weil sie am Beispiel der britischen Upperclass die generelle Frage analysiert: Was bedeutet es, wenn eine Gesellschaft soziale Mobilität abblockt und der Aufstieg nicht mit Hilfe von Beruf und Karriere möglich ist? Sondern nur auf Grund von Glück oder Beziehungen? Und welches sind die moralischen Fundamente dieses gespaltenen Systems?"

23. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Der Freitag

Für Barbara Schweizerhof zeigt Woody Allen mit MATCH POINT, daß er auch in London Filme machen kann. Er schließt "direkt an eines seiner Meisterwerke aus den späten achtziger Jahren an: In VERBRECHEN UND ANDERE KLEINIGKEITEN zog er schon einmal die Gerechtigkeit des Lebens in Zweifel, indem er "unverdientes" Glück gegen noch viel unverdienteres Unglück ausspielte. Aber Allen ist kein Fatalist. Und mit fatalistisch wäre auch die Grundstimmung in Match Point falsch beschrieben. Im Gegenteil: Man verlässt den Film eher frohgemut. Denn im Gedanken, dass Glück sich nicht verdienen lässt, liegt auch eine Utopie: Die Befreiung aus den Leistungszwängen, in denen kleine Sünden sofort und große mit langen Qualen bestraft werden."

22. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das Beste an Woody Allens neuem Film ist, dass man kaum merkt, einen Woody- Allen-Film vor sich zu haben, schreibt Volker Mazassek. "Die auffallendste und wirkungsvollste Änderung: Der typische Allen-Humor ist komplett verschwunden - eine gute Entscheidung. Und der Regisseur versucht sich erfolgreich an anderen Genre-Elementen. MATCH POINT wandelt sich vom Gesellschaftsporträt zum handfesten Thriller mit einer kleinen surrealen Einlage kurz vor Schluss. Neu ist die Präsentation, der Stoff selbst ist es nicht. Er hat im Allen-Kosmos seinen Platz. Es geht darum, wie viel im Leben von Glück und Zufall abhängt und wie ungleich das Lebensglück verteilt ist."

21. Dezember 2005 | MATCH POINT • Kritik • Jungle World

Für Jürgen Kiontke ist dies ein Film über die Berechenbarkeit und die Unberechenbarkeit des Glücks. Weise findet der Kritiker den Film: "Schnell, schön und bunt geht's auf Rundreise über Komödie, Sarkasmus und Zynismus, Themen seiner früheren Filme, die hier nur noch Stilmittel sind, als wären sie Perioden des Erwachsenwerdens: Mit der Jugend geht auch die Unschuld dahin. Biografie ist tragisch, weil sie ein Witz ist, aus der Komödie wird mit einem Schuss Bitterkeit die Farce. Liebe, Lust, Euphorie, all die schönen Dinge - warum sollten gerade sie in Elend und Verderben enden? Und trotzdem tun sie es, weil das Glück des einen das Unglück der vielen bedeutet."

14. Mai 2005 | MATCH POINT • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala kriegt Woody Allen immer wieder die Kurve. "Der Film hebt an wie ein wunderbar federnd aktualisierter britischer Gesellschaftsroman, der vom Aufstieg eines ebenso armen wie hübschen Tennislehrers zum Upperclass-Businessman erzählt. Verwandelt sich mittendrin mit fast dokumentarischem Widerspiegelungsfuror in ein Ehebruch-Kammerspiel. Und landet ziemlich unversehens beim Polizeifilm. Ein erst aufregendes Abenteuer. ... Aber vielleicht pickt man sich aus dem etwas disparaten MATCH POINT-Gesamtkunstwerk besser ein Spiel, einen Satz, einen kleinen Sieg heraus - und schon ist man mit dem neuen, alten Woody Allen glücklich."

13. Mai 2005 | MATCH POINT • Kritik • Der Spiegel

Laut Lars-Olav Beier tut Woody Allen der Schauspielerin Scarlett Johansson ein paar hässliche Dinge an. "Frauen, die uns im Kino um den Verstand bringen können, so zu behandeln, ist ein Verbrechen. Da wird Johansson, die auf der Leinwand strahlt wie nur wenige Schauspielerinnen, vom Regisseur von Szene zu Szene immer mehr runtergedimmt - und am Ende dreht er ihr einfach nur das letzte verbliebene, bereits spärliche Lebenslicht ab. So hat der Zuschauer, noch bevor der Film zu Ende ist, das Gefühl, auf eine schwarze Leinwand zu schauen."

13. Mai 2005 | MATCH POINT • Kritik • Berliner Zeitung

MATCH POINT ist für Anke Westphal nicht nur ein wundervoller, sondern auch ein ganz und gar erstaunlicher Woody-Allen-Film. Der Regisseur verläßt hier die Sicherheit seiner als überinszeniert erkennbaren Versuchsanordnungen und stellt sich einer ganz harschen Realität - der Realität einer heutigen, durchschnittlichen Existenz. "Woody Allens neuer Film wäre auch aus anderen Gründen als denen der repräsentativen Prominenz und des Kunstgenusses die perfekte Eröffnung dieses Festivals gewesen."

13. Mai 2005 | MATCH POINT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das erste, was Daniel Kothenschulte angenehm auffällt, ist, dass einmal nicht jeder im Ensemble Woody Allen imitiert. Auch der Regisseur hält sich zurück. "Scarlett Johansson, die einzige Amerikanerin am Set, lässt er ohne jeden Zwang zur nervösen Witzigkeit gewähren. Sie hat den besten Auftritt ihrer rasanten Karriere. Aus einer Rolle, die eigentlich nur durch ihre Schönheit definiert ist, nicht mehr scheint als der Auslöser für den moralischen Konflikt des Protagonisten, wird in ihren Händen plötzlich ein hoch komplexer Charakter: Man muss nicht einmal der schwache Charakter zu ihren Füßen sein, um sich ihr nur mit Gewalt entziehen zu können. Nur mit Gewalt kann man sich diesen herrlichen zwei Stunden Woody Allen diesmal entziehen."

07. Januar 2005 | MATCH POINT • Kritik • Die Tageszeitung

Peter Unfried fragt, warum die Leute plötzlich wieder über Woody Allen reden. "MATCH POINT ist verdammt nah dran am Leben, das ist das Neue. Das ist, was so wehtut. Geld oder Liebe. Geld oder Sex. Liebe oder Sex. Wo keine Schuld ist, ist auch keine Sühne. Oder umgekehrt. Gerechtigkeit ist Zufall. Leben ist nicht berechenbar, sondern eine Frage des Glücks. Moral? Haha."

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