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LEMMING

LEMMING

Regie Dominik Moll
Kinostart 13.07.2006

Kritiken • LEMMING

15. Juli 2006 | LEMMING • Kritik • Der Spiegel

Ein subtiles Psychodrama sah Jenny Hoch. Die "Mischung aus Psycho-Thriller und Seelenwanderungsgeschichte macht LEMMING, der im vergangenen Jahr die Filmfestspiele in Cannes eröffnete, so außergewöhnlich. Das Eindringen des Fremden und Bedrohlichen in eine heile Welt inszeniert der deutsch-französische Regisseur als albtraumhafte Reise ins Ich. Jede einzelne der sorgfältig komponierten Einstellungen ist mit Bedeutung aufgeladen. Dennoch wirkt der Film trotz seines aufreizend langsamen Erzähltempos niemals schwerfällig."

13. Juli 2006 | LEMMING • Kritik • Berliner Zeitung

Sichtbar sucht der Regisseur den Anschluss an zwei moderne erratische Ehedramen, meint Peter Uehling. "Dass der Rand zwischen Traum und Realität unscharf wird, der Zuschauer selbst zuweilen vor einem Rätsel steht, was denn nun wahr ist und was falsch, erinnert an LOST HIGHWAY - wie das Haus der Gettys und manches andere ohnehin direkt aus diesem Film zu stammen scheint. Und es gibt in Molls Film, wie bei Kubrick und Lynch, Momente, in denen die Schlüssigkeit des Dargestellten bewusst durchbrochen wird und Dinge geschehen, die nicht sein können; in denen der Film hinter der fingierten Realität seiner inneren künstlerischen Anarchie freien Lauf lässt."

13. Juli 2006 | LEMMING • Kritik • Die Tageszeitung

Wilfried Hippen lobt Charlotte Rampling, "die zur Zeit wohl tödlichste femme fatal des Kinos. Keine andere kann so unausstehlich, enervierend aber zugleich auch so faszinierend sein, und Dominik Moll weiß genau, wie und wann er dieses Bündel von Bosheit in seinem Film explodieren lassen muss. ... Der Film ist extrem symmetrisch strukturiert. Alles kommt in Paaren und wird gespiegelt. Wie Hitchcock liebt Moll es, falsche Spuren zu legen, und er lädt mit seinem Film zu einer intellektuellen Fährtensuche ein, bei der die Auflösung am Schluss dann natürlich selbst die gewagtesten Kombinationen des Publikums übertreffen muss."

13. Juli 2006 | LEMMING • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte ist LEMMING eine ungewöhnliche Mischung aus Thriller, Ehedrama und überwirklichem Horrorfilm. "Alles ist Prätention an diesem moralischen Drama, das vorgetragen wird mit jener schadenfrohen Bourgeoisie-Kritik, die anscheinend unsterblich ist, auch wenn ihr Angriffsziel längst verschmolzen ist mit dem eigenen künstlerischen Milieu. Doch wie der Lemming, der sich - das wollen wir ihm ruhig zu Gute halten - den Menschen zur Warnung in den Tod stürzen wollte, erinnert der Film im eigenen Scheitern auch an alle verpassten Chancen."

13. Juli 2006 | LEMMING • Kritik • Der Tagesspiegel

Leicht surreal findet Daniela Sannwald LEMMING. Der Film "macht frösteln. Das liegt an den glatten, gut ausgeleuchteten Oberflächen der Interieurs, die durch wenige bizarre Landschaftstotalen konterkariert werden, das liegt an einem die Feinheiten der Beziehungsmechanik sorgfältig auslotenden Drehbuch, vor allem aber an der schneidenden Präzision der Hauptdarsteller: Charlotte Rampling als Hysterikerin voller mühsam gezügelter Aggressionen, André Dussolier als emotional defizitärer Lebemann, Laurent Lucas als in seinen Grundfesten erschütterter Techniker und die stets ein wenig somnambule Kindfrau Charlotte Gainsbourg als eben so eine. Angucken, frieren!"

15. Juni 2006 | LEMMING • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Andreas Busche versucht sich der Regisseur an der Entlarvung bürgerlicher Verhältnisse. "In der ersten halben Stunde entwickelt Moll noch virtuos ein Gefühl der Entfremdung. Beiläufige Merkwürdigkeiten und genau beobachtete Manierismen erzeugen eine stetig wachsende Spannung zwischen den Eheleuten, doch mangelt es Moll entschieden an Timing. Nach seinem ersten Höhepunkt findet LEMMING nicht mehr zu der Präzision seiner Eröffnung zurück. Stattdessen verliert er sich in einem diffusen Gespinst aus Realität und Traumsequenzen, das immer bizarrere Ausmaße annimmt. Es gelingt Moll nicht, die Illusion von Normalität aufrechtzuerhalten."

24. April 2006 | LEMMING • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Marli Feldvoss rezenisiert den Film LEMMING, der einen die Reihe "French Touch - La série française" in der Schweiz eröffnet. "Dominik Moll liebt den Gegensatz und die Ambivalenz, um zwischenmenschliche Belange auf die Spitze zu treiben. Der mit Charlotte Rampling exzellent besetzten Alice - das ganze Beziehungsquartett zeigt Schauspielkunst vom Feinsten ... Die in LEMMING wütenden Identitätskrisen gehorchen indes nicht nur den Gesetzen der Gesellschaftskritik, sondern genauso jenen von Suspense, schwarzer Komödie und phantastischem Film. Wobei die Spannung erst ganz zum Schluss nachlässt."

13. Mai 2005 | LEMMING • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte paßt der Film nicht in die Kategorie "feel-good-movie". "LEMMING des aus Baden-Baden stammenden deutsch-französischen Filmemachers Dominik Moll zielte auf die andere, die düstere Seite des französischen Kinogeschmacks: Den Mysterythriller, wie er seit Feuillade, Franju und Clouzot eine lange Tradition in dieser großen Filmnation besitzt. Doch der symbolische Fund eines der titelgebenden, nach dem Volksglauben chronisch selbstmordgefährdeten Nagetiere in der Abwasserleitung war eher unfreiwillig programmatisch: In dem Sinne, dass es sich bei dem ganzen Film um einen Rohrkrepierer handeln könnte."

12. Mai 2005 | LEMMING • Kritik • Der Spiegel

Romain Leick findet das Finale werder vorher- noch bestimmbar. Der Regisseur "führt die Zuschauer durch das moderne Drama des Liebespaares wie durch ein antikes Labyrinth, in dem jede Orientierung verloren geht, verschiedene Wege und Interpretationen möglich sind, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, Phantastischem und Erlebten, Grusel und Komik sich verwischen. Ein Spiel mit der Komplexität der Gefühle und der Angst, spannend inszeniert wie ein Thriller à la Hitchcock, in dem es keinen Helden und keinen wirklichen Übeltäter gibt, sondern nur die Herrschaft des Unberechenbaren."

12. Mai 2005 | LEMMING • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal mag der Film vielleicht nicht die beste Möglichkeit gewesen sein, Cannes zu eröffnen, doch ein totaler Missgriff war er auch nicht. "Die kunstfertige Konstruktion von Wirklichkeiten und Unwirklichkeiten darf man gewiss als vornehmste Absicht des Kinos ansehen, doch bei allem Willen zum Überschuss fehlt Molls Film dann doch die Schlüssigkeit im Metaphorischen: Ein Lemming und zwei Paare - da herrscht irgendwo eine Bezugslücke, und dass der Regisseur die Rätselei am Ende total zu lösen vorgibt, ist nicht wirklich ein Ausweg aus dem Labyrinth der Deutungsmöglichkeiten."

12. Mai 2005 | LEMMING • Kritik • Die Tageszeitung

Für Christina Nord "verwirbelt" sich der Regisseur zwischen Realität und Imagination. Der Filmemacher "folgt mit seinem Film vielleicht eine Spur zu deutlich einer freudianischen Versuchsanordnung, in der Realitätsverlust, ödipale Konflikte sowie Macht und Ohnmacht des Schaulustigen zusammenfließen. Doch das will nicht allzu schwer wiegen, da das ödipale Drama einen feinen Sinn entwickelt für die Absurdität des Alltäglichen. So vermittelt Molls Film überzeugend drei Dinge", (die in der Kritik nachzulesen sind.

12. Mai 2005 | LEMMING • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala ist LEMMING ein Suspense-Cocktail im bürgerlichen Milieu, gemächlich anzusüffeln. "Vielleicht hat sich Regisseur Dominik Moll, der mit Gilles Marchand das Drehbuch schrieb, irgendwann ein bisschen zu sehr verliebt in die Lemming-Metaphorik und ein paar (para-)psychologische Taschenspielereien. Das Publikum aber, das das großartig zurückgenommene Spiel der vier Hauptdarsteller, die fein entwickelte und perfekt aufgelöste Story genießen dürfte, muss sich an derlei Einwänden nicht stören."

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