| Regie | Louis Leterrier |
| Kinostart | 12.05.2005 |
Wenn Jet Li losgelassen wird, knacken die Knochen, schreibt Sascha Rettig. "Allerdings stehen sich die Gegensätze in den überdeutlichen Wechseln von kühl-stylischer zu wohliger Ästhetik, von brutalen Martial-Arts-Choreographien zur vorsichtigen Erweckung zu oft etwas ausbremsend im Weg. Die hochkarätige Besetzung kann diese Schwächen jedoch weitestgehend wegspielen ... Die deutliche Zweiteilung des beschleunigt inszenierten UNLEASHED - ENTFESSELT dürfte aber besonders die Action-Aficionados herausfordern, die zwar einige druckvoll zulangende Kampfeinlagen zur Musik von Massive Attack zu sehen bekommen, aber auch die Menschwerdung Jet Lis aussitzen müssen."
UNLEASHED - ENTFESSELT bricht laut Margret Köhler in zwei Teile auseinander. "Auf der einen Seite simples Haudrauf und choreographierte Martial Arts in sämtlichen Variationen, auf der anderen die "Menschwerdung", die so weit geht, dass der arme Junge sich nach und nach an seine Kindheit erinnert ... So ist der mittlere Teil für empfindsame Zeitgenossen ein Vergnügen, unterhält mit heiteren Szenen. Wenn Danny einfachste Zivilisationstechniken lernt, ist er in seiner Naivität zum Knuddeln. Action-Fans dagegen werden sich bei dieser Gemächlichkeit langweilen. Oscar-Preisträger Morgan Freeman macht nie etwas falsch, also auch nicht hier als Musikliebhaber, Bob Hoskins gefällt als knallharter Kotzbrocken, Jet Li versucht gar etwas wie Mimik in die steinernen Gesichtszüge zu bekommen und Kerry Kondon bezaubert als nettes Girl. Nützt alles nichts, wenn die einzelnen Film-Puzzles nicht zusammenpassen."
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Einen Zwitter zwischen Brutalo-Film und Mélo-Tragödie hat Jörg Gerle gesehen, bei dem die Action erstaunlich kurz kommt. "Das Sujet ist typisch asiatisch, und unter der Regie von Johnny To, Takeshi Miike oder Park Chan-Wook hätte daraus Meisterliches werden können. Sie hätten wohl auch den nötigen Mut und das Understatement, um eine als Tier gehaltene kindliche Kampfmaschine und den Versuch ihrer Sozialisierung in aller Härte und Unmenschlichkeit zu inszenieren. Was im politisch korrekten westlichen Kino daraus wird, ist ein vorhersehbar banales, in ruhigeren Passagen angestrengtes, in den Actionmomenten überdrehtes Star-Vehikel ohne Seele. Die gelackten Bilder strahlen Arroganz aus, und das nur geheuchelte Interesse an den Figuren trägt deutlich die Handschrift des Produzenten Besson, dessen Kino stets auf die reine Oberfläche ausgerichtet ist."