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MAUER - MUR

MAUER - MUR

Regie Simone Bitton
Kinostart 12.05.2005

Kritiken • MAUER - MUR

15. Mai 2005 | MAUER - MUR • Kritik • Der Tagesspiegel

Schon den Titel findet Silvia Hallensleben programmatisch. "Vor ideologischen Sackgassen schützt die in Marokko geborene Regisseurin schon ihre Mehrfachidentität als Französin, Araberin und Jüdin. Auch in ihrem Film stehen arabische Stimmen neben hebräischen: Die Fanatiker beider Seiten kommen nicht zu Wort, stattdessen palästinensische Bauarbeiter, enteignete Bauern, israelische Familienväter, Wachturmkonstrukteure. ... Bittons Film macht diesen Verlust in langen Einstellungen spürbar: eine Elegie auf vertane Chancen."

12. Mai 2005 | MAUER - MUR • Kritik • Berliner Zeitung

Die Dokumentation zeigt sich ratlos über Israel, findet Jan Brachmann. "So sehr Bitton die "einfachen Leute" als friedlich und verständnisvoll darstellt - die andere Wirklichkeit verdrängt sie damit nicht völlig, und sie ist ehrlich genug, es aussprechen zu lassen: 24 Prozent aller Kinder im Gaza-Streifen möchten den Märtyrertod als Selbstmordattentäter sterben, noch bevor sie 18 Jahre alt sind. Hier liegen ganz harte Tatsachen vor, die dem Mauerbau eine gewisse Dringlichkeit verleihen, die man tragisch nennen könnte. Simone Bitton transportiert mit ihren ruhigen Bildern wenig von dieser Dringlichkeit."

12. Mai 2005 | MAUER - MUR • Kritik • Die Tageszeitung

Für Bert Rebhandl geht der Film deutlich über journalistische Ansätze hinaus. "Mit ihrem französischen Team sammelt Bitton kontemplative Momentaufnahmen aus einem Land, das seinem Belagerungszustand mit dem "Sicherheitszaun" Dauer gibt. Da die Filmemacherin Hebräisch und Arabisch spricht, bewegt sie sich problemlos auf beiden Seiten. Sie sammelt paradoxe Beobachtungen ... Gegen Ende bringt Simone Bitton die Situation technologisch auf den Punkt: Mit einem Freund, der im Gaza-Streifen lebt, lässt sie sich aus dem nahen Ramallah via Satellitentelefon verbinden. Sie kann ihn nicht treffen, um ihm Fragen zur Psychologie der Einschließung zu stellen. Ohnehin wird aus ihrem Film nur zu deutlich, dass Israel in einer neurotischen Situation lebt."

12. Mai 2005 | MAUER - MUR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Film ist für Rebecca Hillauer der persönliche Aufruf der Regisseurin, Brücken statt Mauern zu bauen. "Simone Bitton zeigt den Mauerbau als ein weiteres Kapitel der israelischen Palästinenser-Politik der schrittweisen Enteignung, Vertreibung und Entrechtung, doch sie findet sich mit dieser Logik des Krieges nicht ab. Insbesondere nicht, da sie in beiden Kulturen verwurzelt ist. ... Sie hat sich stets geweigert, sich für eine Seite zu entscheiden. So interviewte sie für ihren früheren Film Das Attentat in Jerusalem sowohl die Eltern der jüdischen Opfer eines Bombenattentats wie auch die der palästinensischen Selbstmordattentäter. Wie in diesem Film ist auch in Mauer von Hass keine Spur, das überwiegende Gefühl ist Trauer."

11. Mai 2005 | MAUER - MUR • Kritik • fluter.de

Der unaufgeregt beobachtende Film ist Peter Zemla eine Anklage. "Da mag sie Recht haben. Und gerne will man den aufklärerischen Hintergrund von MAUER gutheißen. Doch vergessen sollte man dabei auch nicht, dass das Kino für papierene Leitartikel der falsche Platz ist. Auch und gerade auf dem Gebiet des Dokumentarfilms. Auch dann müssen nämlich die Bilder sprechen. Im Fall von MAUER bedeutet das, dass man sich gewünscht hätte, mehr zu sehen, was die gigantischen Sicherheitsbauten mit den von ihnen betroffenen Menschen anrichten. Und man hätte gerne konkret gezeigt bekommen, was die Angst der Israelis so groß hat werden lassen, dass sie sich selbst einsperren."

11. Mai 2005 | MAUER - MUR • Kritik • br-online.de

Als ratlos stimmend bezeichnet Kirsten Liese die Dokumentation. "Als Außenstehender schüttelt man nur den Kopf. Wer diesen Film gesehen hat, wird die Welt nicht mehr verstehen. Eine Welt, in der seit der Sperranlage mehr palästinensische Kinder - rund 24 Prozent - den "Märtyrertod" wählen als je zuvor. Ob Sie selbst schon ein bisschen verrückt sei, weil sie sich als "arabische Jüdin" verstünde und diese ganze Situation mit der Mauer so absurd fände, fragt die Regisseurin am Ende einen Psychologen aus Gaza. Nein, sie sei absolut normal, versichert der ihr, doch leider seien die Normalen längst in der Minderheit, regiert werde die Welt von der Schizophrenie."

Mai 2005 | MAUER - MUR • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

Mai 2005 | MAUER - MUR • Kritik • film-dienst 10/2005

Für Oliver Rahayel ist die Regisseur bestrebt, "so abrupt wie möglich zu vermitteln, wie es ist, in einem Land zu leben, in dem die Politik kläglich versagt hat und Nachbarn kollektiv zu Feinden erklärt werden. ... Anders als das Projekt ROUTE 181, das überwiegend aus Interviews bestand, ist MAUER eine eher stille Beschreibung des Verschwindens einer Welt aus dem Blickfeld der anderen, ein persönlicher Film, der, so Bitton, keine politischen Botschaften abgibt, sondern nur mitteilen will, was sie selbst empfindet. Wobei sie mit jenen sympathisiert, die den Beton nicht auch in ihren Köpfen haben. Aber vielleicht ist es ja bloß der Zuschauer, dem diese Stimmen inmitten des ganzen Elends am nächsten sind."

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