Inhalt • THE WOODSMAN
Nach zwölf Jahren Gefängnis wird Walter, verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger, in eine Welt entlassen, die er kaum noch kennt und die ihn nicht kennen will. Walter versucht ein normales, unauffälliges Leben zu führen. Er zieht in ein kleines Apartment und findet einen Job im Sägewerk. Doch seine Umwelt begegnet ihm mit Misstrauen, Ablehnung und Hass. Allein seine Arbeitskollegin Vicki versucht ihn nicht nach dem zu beurteilen, was er vor Jahren getan hat. Zwischen den beiden könnte eine Liebe entstehen, aber Walter lebt in ständiger Angst vor Repressalien, vor allem aber der Angst vor seinen eigenen Impulsen und Gefühlen, die durch die Bekanntschaft mit einem jungen Mädchen wieder auszubrechen drohen.
Kritik • THE WOODSMAN • 10. Mai 2005 • Die Tageszeitung
Für Andreas Busche wehrt sich THE WOODSMAN gegen reflexhafte Affekte, gerät aber in Erklärungsnöte. "Nicole Kassells Regiedebüt "The Woodsman" bremst solche Reflexe allein schon durch eine seltene formale Strenge aus. Dramatische Überzeichnungen durch penetranten Musikeinsatz hat die Regisseurin ebenso vermieden wie unnötige Schnitte oder aufdringliche Close-ups. Oft ist Bacon nur in der Halbtotalen oder angeschnitten zu sehen; es ist eine respektvolle Distanz. Kein Ekel drückt sich in den Bildern aus, aus denen jede Farbe gewichen zu sein scheint. ... Argumentativ derart in die Beweispflicht genommen, gerät der Film spätestens ab der Hälfte in arge Erklärungsnöte. Je weiter sich die Fallstudien ausdifferenzieren, desto mehr entpuppt sich THE WOODSMAN als wackelige Konstruktion von Missbrauchsverhältnissen."