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KÖNIGREICH DER HIMMEL

KÖNIGREICH DER HIMMEL

Regie Ridley Scott
Kinostart 05.05.2005

Kritiken • KÖNIGREICH DER HIMMEL

04. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Die Tageszeitung

Für Christina Nord trägt sich der Regisseur in eine universale Kriegsfilm-Ikonografie ein. "Dabei greift er meist auf bewährte Inszenierungsmuster zurück: Aufsichten auf Massen wechseln mit halbnahen und nahen Einstellungen aus dem Kampfgewimmel. Slow Motion macht die Bewegungen der Waffen effektvoll sichtbar, und in der Regel wird das Resultat dieser Bewegung - die Wunde, die Verstümmelung, der Tod - von der Wucht der Montage zugleich geschluckt und ausgestellt. ... Der Kontrast von europäischer Individualität und arabischer Kollektivität, den der Film an dieser Stelle behauptet, lässt sich für das 12. Jahrhundert kaum veranschlagen. Individualität ist ein Konzept, das vor über 800 Jahren auch in Europa nicht existierte. Zu tumb freilich ist KÖNIGREICH DER HIMMEL, ein solches Dilemma zu bemerken."

04. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Frankfurter Rundschau

Jeder Sandalenfilm ist für Daniel Kothenschulte ehrlicher als KÖNIGREICH DER HIMMEL. "Wenn Scott uns mit seinen Augen die Schönheiten der Wüsten bewundern lässt - aber auch die wahre Wüstenschönheit, Prinzessin Sibylla (Eva Green), die Schwester des sterbenden Königs von Jerusalem - dann beginnt das erste Dilemma: Schon das Schwelgen im Exotismus kann eine gewaltige Unkorrektheit sein in diesen strengen Zeiten. ... Scotts Film bleibt blutleer, weil er Parteinahme vorgeblich vermeidet, den Vorwurf des Eurozentrismus mit großer Geste von sich weist und doch nichts anderes zu zeigen weiß, als einen überwirklich edlen Europäer. Kein Hollywoodfilm, der seit den späten Fünfzigern entstanden ist, hätte sich eine derart ungebrochene Heldenfigur leisten können."

04. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus unterstellt dem Regisseur, daß er nicht wirklich an der Geschichte interessiert ist. "Doch so laut Ridley Scott sein Regie-Besteck hier klappern lässt, so großspurig der inszenatorische Gestus der einzelnen Szenen auftrumpft, so hohl tönt es immer wieder aus dem Innern seines Films heraus. ... Angesichts des tollen Kriegsspielzeugs, der großen Logistik und einer durch Computereffekte schier unbegrenzten Narration scheinen selbst Regie-Individualisten wie Scott und Oliver Stone nicht mehr in der Lage, auf den Feldherrenhügel zu steigen - und die Sicht frei zu räumen für ihre ureigene Vision. Für den Blick auf eine Epoche, ihre historische Textur und ihre Figuren. Wenn sich die großen Epen nicht mehr für ihre eigentliche Basis interessieren, dann helfen auch die schönsten Schauwerte nichts."

04. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • fluter.de

"Ridley Scott, der vor fünf Jahren mit GLADIATOR den Höhepunkt des modernen Historienepos schuf, ist sich nicht zu schade, nun auch gleich noch den Tiefpunkt mitzuliefern", konstatiert Ernst Kramer. Beim Regisseur "ist es immer herrlich feucht und düster, selbst die Wüste sieht bei ihm aus, als läge sie nur einen Block entfernt von einem dunklen New Yorker Hinterhof. Visuell bleibt auch KÖNIGREICH DER HIMMEL ein Meisterwerk. Die flirrenden, grobkörnigen Bilder gaukeln Realismus vor; das verleiht der Action einen Extraschub Heroismus. Allerdings nur bis es, so viel muss verraten werden, zur Belagerung Jerusalems kommt."

04. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • br-online

Angelika Wittlich nimmt der gewaltige Aufwand ein. "KÖNIGREICH DER HIMMEL besticht durch Präzision und Opulenz. Dennoch folgt man den Heldentaten des jungen Balian ohne wirkliche Spannung und Begeisterung. Liegt es an Orlando Bloom, der seine Rolle ordentlich, aber nicht mitreißend bewältigt? Liegt es an den komplizierten historischen Fakten (eine kleine Recherche vor Kinobeginn erleichtert das Verständnis)? Liegt es an der allzu naiven Erzählung, die niemals das Gefühl aufkommen lässt, hier jenseits aller Pracht wirklich etwas über die Zeit der Kreuzzüge zu erfahren? KÖNIGREICH DER HIMMEL bedient vor allem einen Jungens-Traum vom Rittertum. Ein Vergnügen für alle, die selbst einmal davon träumten, Ritter zu sein oder es heute noch tun."

03. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Berliner Zeitung

Stephan Speicher fragt, wo die Kreuzritter bleiben. "Die Konfliktlinie verläuft nicht zwischen Christen und Muslimen, sie verläuft innerhalb der christlichen Seite: zwischen den Klugen, Mäßigen, Toleranten hier und den Kriegslüsternen, Intoleranten dort. Soweit sind Ridley Scott und sein Drehbuchautor William Monahan den Quellen auf der Spur. Aber etwas anderes bleibt ihnen ganz fremd - so etwas wie religiöse Begeisterung, die beide Seiten kannten. Im Königreich der Himmel gibt es deshalb nur die Einsichtigen, Toleranten ("Heiligkeit liegt in der gerechten Handlung") und die Verantwortungslosen, die Kriegshetzer, Männer der Gewalt und der Besitzgier."

03. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Der Tagesspiegel

Thomas Willmann bringt es für sich auf den Punkt: KÖNIGREICH DER HIMMEL ist ein politisch überkorrekte Jerusalemer Schlachteplatte. "Einerseits will er ein Lanze für Völkerverständigung und Religionsfreiheit brechen. Andererseits weiß er, dass keiner einen Kreuzzugsfilm wegen Diplomatie und Friedensabkommen anschaut. ... Verdrängen ist ohnehin eine Stärke des Films: Die Juden sind ihm einen Halbsatz wert und ansonsten anscheinend alle im Urlaub. Aber was will man mit solchen Spitzfindigkeiten kommen, es geht um ein Genre, nicht um Geschichte. Historischer Hintergrund wie tagesaktueller Polit-Bezug sind nur Wandteppiche."

03. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz haben sich die Befürchtungen der Historiker nicht bewahrheitet. "Wenn dieser Film Partei ergreift, dann nicht gegen den Islam, sondern gegen Fundamentalismus und Bigotterie vor allem abendländischer Provenienz. ... Die opulent ausstaffierten, in Spanien und Marokko gedrehten Szenen beschwören das Chiaroscuro historischer Schlachtengemälde herauf, die ästhetische Strenge eines Georges de la Tour genauso wie die Leinwandschlachten eines Kurosawa oder die Fata Morgana von Tausendundeiner Nacht. Ein Paradox: Ausgerechnet die Überfrachtung des Historienschinkens sorgt für Kurzschlüsse mit den Nachrichtenbildern von heute. ... Leider trägt der Assoziationsreichtum nicht zu einem komplexen Menschenbild bei. Es bleibt gefährlich simpel, selbst in den Wirren von Krieg und Intrigen."

03. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke spricht mit Ridley Scott über Krieg, politische Korrektheit und die Vorzüge des Genre-Kinos.

03. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Der Spiegel

Tatsächlich bemüht sich Scott nach Kräften, den religiösen Kontext der Geschichte zu verschleiern, schreibt Martin Wolf. "Im Schnittstakkato der zahlreichen Schlachtszenen läuft der Actionfilmer Scott zu großer Form auf: Tausende marokkanische Statisten reiten durch die Wüste, der aufgewirbelte Feinstaub leuchtet malerisch im Gegenlicht. Deutlich schwerer tut sich der Regisseur mit den Szenen zwischen den Kämpfen. Dann behandelt er die Zuschauer fast wie jene jungen Männer, die im Film zu Rittern geschlagen werden. ... Leicht paradox ist die Botschaft, die Scott dem Betrachter aufs Auge drückt: Gewalt, schon klar, lohnt sich nicht - aber die besseren Kinobilder liefert sie allemal."

02. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Der Spiegel

Jennifer Wilton spricht mit der französischen Schauspielerin Eva Green.

01. Mai 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Der Tagesspiegel

Rüdiger Suchsland porträtiert Eva Green, die junge französische Schauspielerin, die in KÖNIGREICH DER HIMMEL von Ridley Scott die weibliche Hauptrolle spielt.

29. April 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal spricht mit dem Regisseur Ridley Scott über Historienschinken, Kreuzritter und den Vorwurf der Islamophobie.

April 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

April 2005 | KÖNIGREICH DER HIMMEL • Kritik • film-dienst 09/2005

Für Rüdiger Suchsland versucht Ridley Scott die Wiederbelebung eines in die Krise geratenen Genres. "Mit Leichtigkeit gelingt die Anknüpfung an klassische Ritterfilme Hollywoods. Ohne in Konventionen zu erstarren, gibt er dem Publikum, was es erwartet: Abenteuer pur, edle Helden und veritable Schurken. Von Beginn an trifft der prächtig inszenierte Film einen epischen Ton, wechselt ökonomisch zwischen ruhigen Phasen, Charakterzeichnung und Action. Die Erzählung, nicht Krieg und Schlachten stehen im Mittelpunkt. Besonders gut gelungen, streckenweise phänomenal sind die eindrucksvollen - nur selten CGI-unterstützten - Bauten, die ein stimmiges Bild entwerfen, ohne plumpe Aktualisierung, aber auch ohne Mittelalter-Kitsch."

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