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CACHÉ

CACHÉ

Regie Michael Haneke
Kinostart 26.01.2006

Kritiken • CACHÉ

28. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Der Spiegel

Kunstvoll variiert der Regisseur laut Christian Buß das Thrillergenre - und zermürbt eine bürgerliche Familie. "Der Zuschauer fungiert nicht als Ermittler, der Hinweise sammelt, um diese korrekt zu kombinieren und dadurch eine detektivische Genugtuung zu erlangen. Das Geheime bleibt geheim; es gibt keine Lösung - und erst recht keine kathartische Auflösung. Dazu bleibt Haneke zu sehr auf Distanz zu der verunsicherten Familie. Der Zuschauer ist also einerseits nicht schlauer als die Figuren im Film, darf andererseits aber nicht mit ihnen leiden. Aktives Zuschauen könnte man Hanekes Technik nennen, das Publikum ist zur schonungslosen Selbstbefragung gezwungen."

28. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Neues Deutschland

Michael Haneke provoziert liberale Selbstgefälligkeit, schreibt Gunnar Decker. "Hanekes Fragen sind nicht bloß ungemütlich, sie greifen uns immer dort an, wo wir gerade am wenigsten gewappnet sind.
Große Filme, gefährliche Filme von einer quer zu allem Bilderkonsum liegenden Härte, die uns mit ihrem dokumentarischen Stil so nahe rücken, dass es stellenweise absolut unerträglich wird. Hanekes Filme sind aus panischer Angst gemacht - etwas, das im liberalen Diskurs eigentlich nicht zugelassen ist. Seine Filme handeln von uns, die auf die Frage, wie es uns geht, meist eine Spur zu schnell antworten: Danke, gut! Was sonst, nur das belanglos Gute eignet sich für Konversation. Alles normal mit uns, was sonst. Was sonst?"

27. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Der Freitag

Als subtil schätzt Matthias Dell den Film ein. "Michael Haneke hat mit Caché einen Krimi inszeniert, in dem der Fall nie gelöst wird. Die Suche nach dem Täter bleibt ergebnislos und überdeckt - zumindest aus Georges´ Sicht - alles, wozu eine Kriminalhandlung gewöhnlich Vorwand ist: zur Freilegung der psychosozialen Deformationen von Opfer und Täter. So wie die Bilder stumm sind, weil sie scheinbar nur zeigen, was sowieso zu sehen ist, so sind es die Dialoge. ... In der erschütternsten Szene des Films, die Haneke als Meister der Plötzlichkeit einmal mehr als unmittelbaren Einbruchs von Gewalt in die Trägheit der Normalität inszeniert, nimmt Majid sich das Leben, das es mit ihm, anders als mit Georges, nie gut gemeint hat. What you see is what you get."

26. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Die Tageszeitung

Dominik Kamalzadeh führt ein Gespräch mit dem Regisseur über Schuld, schlechtes Gewissen und das Erbe des Algerienkrieges.

26. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Regisseur ist gern schlauer als sein Publikum, stellt Daniel Kothenschulte fest. "Wer einen Gewaltfilm ansieht, so Hanekes kulturpessimistische These, habe sich bereits einer äußeren Gewalt überantwortet - der des manipulativen Bildermachers. Als Aufklärer im Hintergrund spielte er diese Rolle erst einmal mit einem gewissen Sadismus aus - nur um dem Zuschauer schließlich den heilsamen Schreck der Desillusionierung zuzumuten. Davon ist dieser feinsinnige Film weit, weit entfernt. Video ist hier nur noch eine Metapher. "Ich sehe", sagt das braune Band, doch der Empfänger, der seiner selbst generierten Tragödie nicht entfliehen kann, ist längst geblendet. In der Iris-Straße vor der Haustür steht ein anderer."

26. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Volker Mazassek haust in den Michael Haneke-Filmen das Grauen. "Es gibt keinen Halt, nur Mutmaßungen. Und das ist es wohl, was Haneke will: den Betrachter verunsichern, damit er seinen Augen nicht traut, so wie es Hitchcock gelehrt hat. Der Zweck ist jedoch zugleich Mittel. Das Misstrauen in die Bilder schärft die Aufmerksamkeit und stärkt den Impuls, die absichtlichen und unabsichtlichen Zeichen zu deuten. Denn natürlich erzählt Haneke auch etwas, auch wenn er Themen nur hintupft. Es geht um frühe Schuld, die einen nicht loslässt, um Migration und Fremdenhass und wohl auch um die koloniale Vergangenheit Frankreichs. Der österreichische Filmemacher versteht es meisterhaft, den Zuschauer mit Unbehagen in dieser Melange rühren zu lassen."

26. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Der Tagesspiegel

Julian Hanich spricht mit Michael Haneke über seinen Film.

26. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Die Zeit

Michael Haneke hat einen Thriller gedreht, man kann ihn auf vielen Ebenen lesen, politisch, historisch, existenziell, schreibt Thomas Assheuer. "Wer ist der Absender der Videobänder? Majid versichert, er sei es nicht, der Zuschauer glaubt ihm. Damit beginnt Haneke ein raffiniertes Spiel mit der Perspektive, mehrfach wird der drohende Blick der Videos deckungsgleich mit der Perspektive der Kamera. Auf der "metaphysischen" Ebene von CACHé wäre es also der Film selbst, der die Botschaften abschickt, das hieße: Die Kunst ist die Gerechtigkeit, aber eine, die weder ein Urteil spricht noch nach Rache verlangt. Sie ist gerecht, weil sie sichtbar macht und uns die Unterseite der zivilisierten Gesellschaft vor Augen führt."

26. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Berliner Zeitung

Gerhard Midding spricht mit dem Schauspieler Maurice Benichou über seine Arbeit mit Michael Haneke.

25. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal stellt Michael Haneke die entscheidene Frage: Wessen Blick das ist und wer beherrscht die Szenerie. "Die Frage nach der Wahrheit der Bilder hat Haneke schon des öfteren gestellt, aber kaum je hat er dabei so auf der individuellen Dimension historischer Schuld bestanden - und dass obwohl Haneke längst einen Ruf genießt als gnadenloser Regisseur. ... Man sieht einen Thriller; auch auf zwei Schockszenen verzichtet Haneke nicht, doch atemlos folgt man dem Geschehen tatsächlich wegen der alten Frage des Kinos: Man kann sich nie sicher sein, wessen Blick es ist, der die Szene bestimmt, die man gerade sieht. Ist das, was man sieht nun ein sekundäres Bild und manipuliert? Oder geschieht es gerade?"

25. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Jan Schulz-Ojala rührt der Film an einem französischen Trauma. "CACHé ist ein Abenteuer. Sein Genre: Familien-Psychothriller ohne Auflösung mit Polit-Hintergrund, zum Ausgleich gibt es ästhetische Fußangeln satt. Und schon streikt die Interpretations-Fernbedienung, deren Knöpfe wir Kritiker sonst so blind zu bedienen wissen. Das Ergebnis: ein Deutungsgetriebeschaden - so schwerwiegend, wie wir ihn seit David Lynchs MULHOLLAND DRIVE nicht mehr diagnostiziert haben. Vielleicht schlimmer noch: Im Gewand einer zunächst listig-logisch-linear angelegten Geschichte verbirgt Haneke auf einer ästhetischen und dramaturgischen Doppelebene immer beunruhigendere Rätsel, um deren Lösung die Zuschauer fieberhaft ringen, simultan mit den gepeinigten Helden."

25. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • fluter.de

Der österreichische Regisseur Michael Haneke macht keine schönen Filme, schreibt Philipp Bühler. "In dem Maße, in dem man den Bildern misstraut, wächst auch das Unbehagen an Georges. Das ist spannender als jeder Thriller, aber noch längst nicht alles. Denn Haneke schafft es in dieser einfachen Geschichte auch noch, über französische Kolonialverbrechen und fehlgeschlagene Einwandererintegration den Bogen zu einer knallharten Analyse der aktuellen Situation zu schlagen - womit über Daniels ganz privates Versagen noch gar nichts gesagt ist. Ein subtiler und äußerst politischer Film über Vergangenheit und Verdrängung, der über den Schluss hinaus Fragen aufwirft."

25. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • br-online.de

Die Preise hat sich der Film laut Thilo Wydra verdient. "Kafkaesk. Das mag es am ehesten treffen. CACHé - also "versteckt, verheimlicht, verborgen" - ist ein kafkaeskes, phobisches Drama über die Unwägbarkeiten des Lebens, über aus der Vergangenheit plötzlich und unerwartet zurückschnellende Bumeränge, über die Zerbrechlichkeit von Liebe angesichts äußerer und innerer Bedrohungen. ... Das ist subtil und subversiv, präzise und perfide, detailliert und diabolisch. CACHé ist bei alledem zweifellos eine der zugänglichsten Arbeiten von Michael Haneke, sofern in seinem singulären Werk von Zugang überhaupt die Rede sein kann. Und es ist eine seiner besten."

19. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus und Thomas Assheuer interviewen Regisseur Michael Haneke über unser schlechtes Gewissen, seinen neuen Film CACHÈ und seine Pariser "Don Giovanni"-Inszenierung.

19. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • film-dienst 02/2006

Für Stefan Volk sucht der Regisseur die Wahrheit hinter dem Bild. "Isoliert und einsam wirken die Protagonisten, sind durch unsichtbare und vor allem unausgesprochene Barrieren voneinander getrennt. Misstrauen unterhöhlt das oberflächlich intakte zwischenmenschliche Gefüge; zwischen Mann und Frau ebenso wie zwischen den Eltern und ihrem pubertierenden Sohn. Gespräche umschiffen emotionale Klippen, ohne sie zu überwinden. Das alles geschieht keineswegs mit Paukenschlägen. Es gibt zwar Schockbilder, aber sie fallen jäh aus dem Rahmen. Die Entfremdung zwischen den Menschen äußert sich subtil, eingebettet in einen spannenden Psychothriller."

01. Januar 2006 | CACHÉ • Kritik • epd-film 01/2006

Gerhard Midding hat sich den Trailer genau angeschaut. Er "ist von großer Suggestivität. Eine Atmosphäre von Bedrohung und Mysterium verdichtet sich in Bildfetzen und Szenenausschnitten, die rissige Montage stimmt den Zuschauer auf einen Thriller ein, der hinreichend Überraschungen und Schockeffekte bereithalten wird. Er verleitet beinahe dazu, zu vermuten, nun sei endlich eingetroffen, was insgeheim lange schon ausstand: dass Haneke einen reinrassigen Genrefilm gedreht hat. Seine Maxime, Zuschauen solle stets eine Bedrohung sein, muss der Dramaturgie eines Thrillers ja nicht notwendig widersprechen."

13. Oktober 2005 | CACHÉ • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Andreas Maurer ist beeindruckt von dem perfiden Kunst-Thriller. "Dass hinter der eiskalt distanzierten Filmkamera Michael Haneke stand, ist indes augenfällig. Voller Metall, Glas und Bücherwände, entspricht das Appartement der Laurents wohl einem Ideal des von Haneke anvisierten Arthouse-Publikums. Er: Moderator eines TV-Literaturklubs, sie: Associée eines Verlags - nur der pubertierende Sohn stört ihre (selbst)zufriedene Alltagsroutine. Und jetzt jener Unbekannte. Mit absoluter Präzision nuanciert der Autor-Regisseur in dieser seiner womöglich brillantesten Verhaltensstudie über Klasse und Rasse die Gefühle - von der Paranoia zur Panik, von den Lügen zur Verleugnung -, während er die Szenerie praktisch monochrom hält."

17. Mai 2005 | CACHÉ • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala hat einen feinen Film über Schuld und die Unfähigkeit zur Sühne gesehen. "Der Regisseur schickt Daniel Auteuil und Juliette Binoche in einen leisen, ja, fast wattierten Thriller, an dessen Ende eine typische Haneke-Lektion steht: Wer immer nach dem whodunit fragt, ist selber schuld. ... Wie er damit unter dem wachsenden Druck der Ereignisse umgeht und welch entfremdende Entfernung eine auf Liebe gegründete Ehe aushält, ist das große Thema von CACHé. Auteuil spielt das grandios zurückgenommen, und Binoche gibt ihrer ohnehin extrem reduzierten Rolle ein unvergessliches Leuchten. Auch strukturell arbeitet Haneke mit allen Mitteln der Reduktion: Erst verlangsamt er das Tempo gegen alle Thriller-Erwartung, und am Ende steht der Zuschauer mit leeren Händen da."

17. Mai 2005 | CACHÉ • Kritik • Frankfurter Rundschau

Keinen ästhetischen Gewinn hat Daniel Kothenschulte in diesem Gedankenspiel erzielt. Der Regisseur ist "ein Prediger des Misstrauens gegenüber den Bildmedien schlechthin und ein Warner vor dem Lustgewinn der Illusion. Daniel Auteuil ist trotzdem herrlich anzuschauen in der Hauptrolle, seine Darstellung eines TV-Literaturkritikers als skrupellos-egoistischer Arroganzbolzen ist im Grunde schreiend komisch, aber es ist leider die Sorte Film, in der sich niemand zu lachen traut. ... Ein Kino, in dem sich die Zuschauerschaft grundsätzlich dümmer fühlen soll als der Regisseur. Die Auflösung legt Haneke dann als unhörbaren Dialog über die Abspann-Titel."

15. Mai 2005 | CACHÉ • Kritik • Der Spiegel

Lars-Olav Beier hätte gern eine Auflösung gehabt. "Trotz dieses Antipathieträgers in der Hauptrolle gelingt es Haneke, packend zu beschreiben, wie die lauernde Bedrohung Georges und seine Familie mehr und mehr zerrüttet und ihn selbst dazu zwingt, bis in seine Kindheit zurückzukehren. Am Ende erfährt der Zuschauer aber nicht, wer die Videos gemacht hat."

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