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WAHRE LÜGEN

WAHRE LÜGEN

Regie Atom Egoyan
Kinostart 02.02.2006

Kritiken • WAHRE LÜGEN

02. Februar 2006 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Berliner Zeitung

Es ist nicht nur der aufwendigste, auch der eleganteste Film des Regisseurs meint Anke Westphal: "Ein berauschender Film noir über die Abgründigkeit der Bilder und Unsicherheit von Identitäten, die hier im Zusammenspiel von Showbiz und Sexualität vermittelt wird. ... Am Ende ist alles eine Frage nach der Beschaffenheit von Idolen und dem Verhältnis von öffentlicher Mythologie und privatem Wissen. Sehr viel mehr Fragen kann man in einem Hollywood-Film kaum stellen, da ist es irgendwie ein Wunder, dass es Egoyan gelingt, all diese vielen Fragen in einen hochspannenden Kriminalfilm unterzubringen - und dabei noch zu ergründen, wie man eine Geschichte am besten aufzieht und verkauft."

02. Februar 2006 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Die Tageszeitung

Einen klassischen Whodunit-Plot hat Andreas Busche gesehen. "Egoyans faszinierter Blick auf die amerikanische Unterhaltungsbranche der Fünfzigerjahre unterscheidet sich gravierend von seinen früheren Arbeiten, in denen traumatische Erlebnisse die übergreifende Erzählstruktur bildeten. Das zeigt sich schon in der Akribie, mit der Egoyan die Nachtclub-Auftritte und den 39-stündigen Benefiz-Fernsehmarathon, Lannys und Vince' letzten gemeinsamen Auftritt, im Stile eines period pictures nachstellt. WAHRE LüGEN ist wie üblich bei Egoyan als Labyrinth aus Täuschungen, Selbstbetrug und emotionalen Abhängigkeiten entworfen, doch sind die Beziehungen der Figuren zueinander, auch ihre gegenseitigen Machtverhältnisse, weniger verstörend angelegt, als man es von ihm gewohnt ist."

02. Februar 2006 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Im Schlaraffenland des Autorenfilms befand sich Michael Kohler. "Wie in allen seinen Filmen droht Egoyan allerdings auch diesmal, seine Figuren zwischen den Zeitebenen und diversen Täuschungsmanövern aus den Augen zu verlieren. Wann immer Egoyan die Balance zwischen Verwirrspiel und Geschichte hält, ist das Ergebnis ein Triumph, wenn nicht, mag man bewundernd den Hut vor der komplexen Konstruktion seiner Inszenierung ziehen, aber in die Erzählung hineingezogen wird man nicht. Die Gefahr, in Kunstfertigkeit zu erstarren, ist wohl auch Egoyan nicht entgangen. An seinem Überraschungsende hat er jedenfalls so intensiv gefeilt, als müsse er eine schöne Leiche wieder zurück ins Leben bringen."

02. Februar 2006 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Julian Hanich will vom Regisseur Atom Egoyan einiges über das armenische Trauma, biografische Täuschungen und eine frühe Liebe wissen.

02. Februar 2006 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Christiane Peitz möchte der Regisseur die Kehrseite des Hollywood-Glamours erhellen. "Die Wahrheit: eine Mehrfach-Projektion, ein Puzzle, dessen Teile nicht zusammenpassen. Aber Egoyan verliert sich an den schönen Schein: Wer bitte erzählt die Geschichte, wer kontrolliert die Fantasie? Hauptsache Verwirrung; die Spiegel zersplittern in tausend Teile. Dahinter treten die üblichen Versatzstücke eines Lebens voller Dollars und Drogen, Verführung und Sex zutage. ... Als Ausstattungsfilm changiert WAHRE LüGEN zwischen dem Design der fünfziger und der siebziger Jahre. Ein Psychodram wird nicht daraus. Nur ein kühl konstruiertes Bilderrätselwerk, das nicht einmal versucht, die Glut unter dem Eis zu entfachen."

02. Februar 2006 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Der Spiegel

Raffiniert ist der Thriller für Christian Buß und entfaltet zudem eine suggestive Welt aus Sex, Lügen und TV. "So inszeniert Egoyan seinen Film noir (nach dem Roman von Rupert Holmes) über ein Rückblendengeflecht als psychosexuelles Labyrinth. Die Figuren werden getrieben von Selbstverleugnung und Sehnsucht, von Gier und einer obskuren Hoffnung auf Erlösung. Das Publikum aber kann sich erst einmal nicht allwissend über ihre pathologischen Fixierungen oder ihre bewussten Täuschungsmanöver erheben. Ihre Perspektive bleibt die des Zuschauers. Deshalb taugen auch die zahlreichen Sexszenen kaum zum Spannen; es sind vielmehr die lapidar ins Bild gesetzten Produkte jener gestörten Wahrnehmung, unter der die Figuren teilweise leiden."

31. Januar 2006 | WAHRE LÜGEN • Kritik • film-dienst 03/2006

WAHRE LÜGEN ist eine Detektivgeschichte zwischen Sein und Schein, verrätselt und kaleidoskopisch, schreibt Rüdiger Suchsland. "Die Geschichte erinnert in vielem an den Film noir, doch zugleich ist sie weniger kühl und reduziert, sondern lebt vom nostalgischen "Bigger than Life"-Touch eines Melodrams aus den späten 1950ern. Es ist eine doppelt künstliche Welt, die Egoyan entwirft; nicht allein deshalb, weil es sich um Showkünstler handelt, sondern auch, weil die handelnden Personen mindestens ebenso sehr als künstliche Figuren wie auch als reale Charaktere erscheinen."

27. Januar 2006 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Michel Bodmer ist dies ein Edelkrimi aus dem Showgeschäft. "Der Film wirkt chic und opulent, die scheinheiligen fünfziger und die schrillen siebziger Jahre sind vom Ausstatter Phillip Barker mit einigem Aufwand rekonstruiert worden. Doch die Bilder des Kameramanns Paul Sarossy wirken ebenso kühl wie die Figuren; die emotionale Identifikation wird durch ständige Zeitsprünge erschwert. Das psychologische Fazit des Ganzen geht nicht über das Motto zu Holmes' Roman hinaus ... Doch auch wenn die Auflösung der Krimihandlung enttäuscht, so triumphieren im Roman immerhin Holmes' Witz und Stil; vom Film hingegen bleiben nur Erinnerungen an einzelne Tableaus - und an einen einmal mehr überzeugenden Kevin Bacon."

14. Mai 2005 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Der Spiegel

Als vergnüglichen Entertainer-Thriller bezeichnet Wolfgang Höbel den Film. Der Regisseur schwelgt mit Begeisterung in den bunten Farben, verwegenen Frisuren und Möbel der 50er und 70er Jahre. "Der Film springt bald gut gelaunt zwischen den Zeiten hin und her, entwickelt allerdings kaum die Spannung eines echten Thrillers. So ist WHERE THE TRUTH LIES ein prachtvoller, cleverer und ziemlich liebenswerter Film, in dem alles perfekt ausgeklügelt wirkt. Doch statt einen auch nur ein einziges Mal aus dem Kinosessel zu reißen oder vor lauter Mitbibbern unter die Rückenlehne des Vordermanns zu treiben, verschafft sich Egoyan vor allem freundlichen Respekt: mit sehr gewitztem Unterhaltungskino."

14. Mai 2005 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal hat dem Film Beifall gespendet. Er "ist ein im Retro-Kostüm der End-50er und frühen 70er-Jahre auftretendes Vexierspiel um das Erzählen. Egoyan verhandelt als Recherche-Thriller, wie Geschichten Identitäten stiften, falsche und tatsächliche, und wie sich das Selbst während des Erzählens in diese Geschichten verwickelt. Und es geht auch darum, Wahrheiten zu verkaufen - insgesamt also um sehr, sehr viel."

14. Mai 2005 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Christina Nord findet der Regisseur zur alten Stärke zurück. Er "beherrscht die Kunst, komplexe Spiele mit der Wahrheit, mit der Erinnerung und mit den technischen Methoden der Vergangenheitsbewahrung zu treiben. Seine Filme entwickeln sich auf vielen Ebenen, und nie kann man sichergehen, dass das, was man gerade sieht, sich ereignet hat oder doch nur eine Schicht der Wahrheit ist, hinter der sich andere öffnen werden. Dabei sind seine Filme mehr als kriminalistische Anordnungen, sie erschöpfen sich nicht im Whodunit."

14. Mai 2005 | WAHRE LÜGEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala hat eine elegante in Szene gesetzte Thrillermaschine gesehen. "Visuell und dramaturgisch unterhaltsam das alles, zumindest auf der polierten Oberfläche - nur will sich nie die Egoyan-typische hitzige Verstrickung des Zuschauers in ein ihm lange Zeit rätselhaft erscheinendes Geschehen einstellen. WHERE THE TRUTH LIES funktioniert wie geschmackvoller Bar-Jazz, dargeboten allerdings vom automatischen Klavier."

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