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A HISTORY OF VIOLENCE

A HISTORY OF VIOLENCE

Regie David Cronenberg
Kinostart 13.10.2005

Kritiken • A HISTORY OF VIOLENCE

14. Oktober 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Der Freitag

Gerhard Midding hat einen Hauch von Karikatur wahrgenommen. "Auf der reinen Handlungsebene bedient sich Cronenberg ebenso wie Haneke der geläufigen Muster des Thrillers. Es braucht einen geduldigen, aufmerksamen Blick, um zu entdecken, wie er ihnen einen doppelten Boden eingezogen hat, wo er jene Mechanismen seziert, kraft derer die Gewalt im Kino ihre Faszination entfaltet. Mit einer didaktischen Beharrlichkeit, in der man gern einen Unterstrom von Ironie vermuten würde, dekliniert er ihr Wesen in unterschiedlichen Formen durch: als Selbstverteidigung, als Ausbruch familiärer, sexueller oder schulischer Spannungen; gegen Ende gibt er ihr mit unseliger Konsequenz noch einen tarantinoesken Drall ins Amüsante."

13. Oktober 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Berliner Zeitung

In martialisch eleganter Choreografie entwickelt der Regisseur eine Geschichte der Gewalt, schreibt Anke Westphal. "Dass Cronenberg in diesen Szenen unter Jugendlichen nun die stärkste Bedrohung evoziert, erhebt seinen gewiss nicht zimperlichen Film sehr wohl über all jene Vorwürfe, die ihm seit der Premiere in Cannes im Mai Gewaltverherrlichung vorwerfen. Doch Gewalt ist hier eben nicht nur durchbrechender Usus oder Notausgang, sondern auch eine Frage der Spielebene. So wie Familie Stall bis zur Satire idealisch überzeichnet ist, haben die tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Tom und den Gangstern immer auch etwas Slapstickhaftes."

13. Oktober 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Keine spektakulären Kinovisionen, aber dafür umso mehr handwerkliche Meisterschaft sah Daniel Kothenschulte. "David Cronenberg, ein Regisseur, der berühmt ist für die spektakuläre Kinovisionen an der Grenze zur Surrealität, hat sich für einen Abstecher in die schlichte Uhrmacherwerkstatt des Filmemachens entschieden. Sein Film ist von so umwerfender Präzision bei gleichzeitiger Handwerkerbescheidenheit, dass die Jury des letzten Festivals von Cannes die Kunst darin glatt übersehen hat. Traut man aber einfach seinen Augen, dann sieht man eine erzählerische Ökonomie am Werk, die jeder Szene einen Sinn gibt. Und die zugleich dem Einfachen jene Aura des Ewigen verleiht, die eine gute Handwerksarbeit nun einmal auszeichnet, weil man ihr heute schon ansieht, dass es auch morgen noch funktioniert."

13. Oktober 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Volker Mazassek ist sich nicht ganz sicher: "Vielleicht ist es Cronenbergs bester Film. Ein herausragendes Ereignis der Saison ist der Film auf jeden Fall. Die Geschichte wird souverän ausgebreitet. Die Wendungen sind überraschend, das Timing ist perfekt. Über die Schauspieler lässt sich sagen: ein Besetzungscoup nach dem anderen. Und der Film entfaltet seine volle Wirkung erst nach dem Abspann, wenn die Ordnung der Dinge einigermaßen klar ist. Zwangsläufig sickern dann Fragen ins Bewusstsein des Zuschauers, nicht nur schöne."

13. Oktober 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke fragt, ob sich David Cronenberg in den Mainstream verirrt hat. "Was Cronenbergs Film zu einem kleinen Meisterwerk erhebt, von einem bis in die Nebenrollen vorzüglich besetzten Ensemble einmal abgesehen, ist die Perfektion seiner Herstellung. Man kennt Cronenberg als den finsteren Fantasten von Mensch-Maschine-Verschmelzungen, seltsamen Obsessionen und klaffenden Körperöffnungen. Doch nun legt er in diesem scheinbaren Action-Picture eine so atemberaubende handwerkliche Präzision an den Tag, als hätte zeitlebens nichts anderes als kurze, schmutzige Genre-Filme hergestellt. Mit analytischer Kühle dekonstruiert er die Mittel, die das Gewaltkino entwickelt halt, um seinen Zuschauern Schauer kathartischer Befriedigung über den Rücken zu jagen."

13. Oktober 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Junge Welt

Für Peer Schmitt ist das kein typischer Cronenberg-Film. "A HISTORY OF VIOLENCE, sein zugänglichster, vielleicht 'kommerziellster' Film der letzten Zeit, zeigt diese Zusammenhänge mit einer verhängnisvollen Ruhe, sehr lakonisch, mit einer komischen Zwangsläufigkeit. Nur die Gangster und das Gothic-Schloß in Philadelphia, das sie bewohnen und zu dem der Killer zum finalen showdown zurückkehren muß, haben den comichaft überhöhten Schauder konventioneller Kinogewalt (der Film ist nicht zuletzt eine Adaption einer 'graphic novel' von John Wagner und Vincent Locke). Letztlich geht es in der Geschichte der Gewalt um eine Befriedung an der Oberfläche mit all ihren auch psychologischen Ausweglosigkeiten."

12. Oktober 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Die Tageszeitung

Als wunderbar intelligent schätzt Andreas Busche den Film. "A HISTORY OF VIOLENCE gibt sich den Anschein eines konventionellen Thrillers, der klaren Genremustern folgt. Cronenberg nimmt sich Zeit, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken, doch sein Spiel mit Klischees und Stereotypen erfüllt eine ganz bestimmte Funktion: Die Vertrautheit der Bilder unterstreicht die behagliche Normalität, die hier als Lebenskonzeption behauptet wird. ... Eine Genealogie von Kino/Gewalt-Bildern. Als Apologet der Vielheit untersucht Cronenberg die Qualität dieser Gewalt in all ihren Facetten: kathartisch, destruktiv, sadistisch, spekulativ, rechtschaffen, grotesk etc. Nicht die moralischen Standpunkte interessieren ihn, sondern die Affekte, die sie hervorrufen - die Reaktion des Zuschauers, dieses ewigen Voyeurs."

12. Oktober 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Der Spiegel

Für Andreas Borcholte ist David Cronenberg hier in seinem Element. Der Regisseur bedient sich erstmals der Genreregeln - und stellt sie auf den Kopf. "Cronenberg entlarvt in A HISTORY OF VIOLENCE nicht nur den Mythos einer zivilisierten Welt, mit maliziöser Präzision führt er dem Zuschauer auch die eigene Lust an brutaler Action, splitternden Knochen und spritzenden Blutfontänen vor Augen. Beim Meister des physischen Unbehagens kommen wir nicht so leicht davon wie bei einem x-beliebigen Gewalt-Blockbuster, den wir als bizarren Popcornspaß abtun können: Eine lange, lange Vorgeschichte der Gewalttätigkeit, scheint Cronenberg zu wissen, schlummert als anthropologische Konstante in jedem von uns. ... Cronenberg gelingt es, die Gewalt derart überzustilisieren, Knochen so ostentativ krachen zu lassen, dass alle anfängliche Faszination in Unbehagen umschlägt. Da ist sie, die hässliche Fratze."

06. Oktober 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus spricht mit Regisseur David Cronenberg über sein Ferrari-Buch, mutierte Körper und seinen neuen Film.

19. Mai 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Die Zeit

Für Katja Nicodemus töbert der Regisseur in den gewalttätigen Urgründen der amerikanischen Psyche. "A HISTORY OF VIOLENCE will von den zwei Gesichtern der amerikanischen Gesellschaft erzählen, und doch erliegt Cronenbergs Thesenthriller seinem eigenen Ästhetizismus: Wenn die großkalibrige Munition sauber durch Stirnen und Brustkörbe schlägt, wenn Arme wie Ästchen gebrochen und die Feinde mit rhythmischer Präzision erlegt werden, neutralisiert Cronenberg ein Stereotyp durch das andere. Hier die comichafte Kinogewalt, dort die naturnahe Americana-Idylle."

17. Mai 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal ist über die Darstellung der Gewalt nicht begeistert. "Auf unterhaltsame Weise bleibt der Neoexistenzialist Cronenberg hier unter seinen Möglichkeiten: mit einem Film, der in jedem Multiplex-Kino laufen könnte, wenn er die Gewalt nicht so ungeheuer explizit zeigen würde. Denn das tut er."

17. Mai 2005 | A HISTORY OF VIOLENCE • Kritik • Der Tagesspiegel

Ungewöhnlich unverästelt und unverrätselt erzählt der Regisseur für Jan Schulz-Ojala seine Geschichte. "Das Geheimnis liegt bald offen zutage, und Cronenberg liefert, nach standesgemäßem Blutbad, eine Moral, die auch der National Rifle Association gefallen dürfte: My home is my castle - und wenn ich dafür über die Leichen gehen muss, die ich im Keller habe.
A HISTORY OF VIOLENCE mag nichts weiter als ein verblüffend simples Filmchen sein."

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