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ATASH

ATASH

Regie Tawfik Abu Wael
Kinostart 14.04.2005

Kritiken • ATASH

14. April 2005 | ATASH • Kritik • Berliner Zeitung

Den Lärm des Schweigens hat Sabine Vogel wahrgenommen. "Die Kargheit und Schönheit der cinemascopisch weiten Landschaft, die aufs Sparsamste reduzierte Handlung, die minimalistischen Dialoge erzeugen das Paradox einer klaustrophobischen Beklemmung, einer katastrophalen Schicksalhaftigkeit und Verschwörung einer Gruppe, aus der es kein Entrinnen gibt. ... Ohne jegliche Opfer-Folklore und ohne Exotismus, vor allem jedoch ganz ohne Israelis, als ob er ihnen somit die Besetzung nicht nur des Territoriums, sondern auch der Gedanken untersage, gelingt diesem Regisseur der "Neuen Generation" palästinensischer Filmemacher ein Epos von Pasolinischer Größe."

14. April 2005 | ATASH • Kritik • Der Tagesspiegel

Aufdringlich verrätselt bleibt vieles für Silvia Hallensleben. "Erst nach und nach ergibt sich dabei in Tawfik Abu Waels Spielfilm ATASH/DURST eine Ahnung möglicher Hintergründe des familiären Traumas. Wobei die Metaphern einer unter äußerem Druck implodierenden patriarchalen Gemeinschaft leichter zu verstehen sind als die emotionalen Triebkräfte innerhalb der Familie. Auch die Kamera von Assaf Sudri bringt die Weite der Halbwüstenlandschaft durch eine schnell geschnittene Tele-Optik in klaustrophobische Nahansichten, die trotz Breitwandformat mehr verbergen als offenbaren."

14. April 2005 | ATASH • Kritik • Die Tageszeitung

Viel Raum lässt ATASH für die harsche Sinnlichkeit der Figuren und der Landschaft, schreibt Christina Nord. "Der Film konzentriert sich auf das Elementare, auf das Wasser, das der Familie am Anfang fehlt, auf die Temperatur, den Schmutz in den Gesichtern, das Licht, den Wind. Nachdem der Vater endlich eine Wasserleitung installiert hat, schaut sich die Kamera Assaf Sudris lange das Sprühen der Wassertropfen und das darin sich brechende Licht an. Auch den Kontrast von Innen- und Außenaufnahmen macht sich Sudri zunutze. Viele Einstellungen arbeiten damit, dass man zunächst nichts sieht, da in den Innenräumen das Licht entweder verschluckt wird oder - wo es durch einen Spalt einfällt - blendet. Augenblicke der Behaglichkeit und der inneren Ruhe sind selten."

14. April 2005 | ATASH • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok ist von den poetischen Bildern angetan. "Tiefe Trauer erfüllt den Blick, jede Szene, Filmbild um Filmbild, von denen jedes wie ein Gemälde und eine Geschichte für sich ist. Trauer von erhabener Schönheit - so wachen Trauerengel auf europäischen Friedhöfen. ... Eine Tragödie, erzählt fast ohne Worte. Der in Cannes 2004 von der FIPPRESCI und auf anderen Festivals ausgezeichnete Film ist von großer stilistischer Klarheit, poetisch, ruhig, jedoch von Einstellung zu Einstellung erfüllt mit neuer Spannung. Sie bleibt brodelnd, führt nie zur Explosion. Der äußerlichen Hermetik des Geschehens ist die Atmosphäre des politischen Dramas, des Nahostkonflikts, mitgegeben. Kein Bild von israelischen Soldaten."

13. April 2005 | ATASH • Kritik • fluter.de

Eine zeitlose Tragödie erzählt der Film, meint Ingrid Arnold. "Dass die Geschichte an einem so kargen Ort spielt, war hingegen nicht einer möglichst realistischen Darstellung arabischen Lebens geschuldet, sondern vielmehr eine wirkungsvolle ästhetische Entscheidung. Die Orientierung zwischen den wenigen Bauten verhindern abwechselnde Cinemascope-Totalen, ungewöhnliche Perspektiven und Bildausschnitte und erzeugen so eine ständige Verunsicherung. Der freie Blick wird verstellt, man fühlt sich mit den Protagonisten eingesperrt und beobachtet. Doch das Gefühl der Unwirklichkeit entsteht nicht nur durch die gewählten Kameraperspektiven."

April 2005 | ATASH • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

April 2005 | ATASH • Kritik • film-dienst 08/2005

Für Oliver Rahayel ist dem Regisseur ein Kunststück gelungen, einen Film "ohne Checkpoints, feindliche Israelis oder sonstige Anspielungen auf die vertrackte politische Situation im Nahen Osten" zu drehen. "ATASH ist vor allem eine kunstvoll inszenierte Tragödie, die sich aus orientalischer Tradition ebenso speist wie aus europäischem Autorenkino. Der Film zeigt einen Ort im Abseits, im absoluten Stillstand, den Abu Wael mit seiner Kamera in Bewegung versetzt, sobald die Charaktere die Starre zu durchbrechen versuchen: erst verhalten, mit kleinen Bemerkungen, später mit Ungehorsam dem Vater gegenüber. Manchmal scheint die Kamera zwischen den sich aufbäumenden Temperamenten hin und her zu schweben, wobei die CinemaScope-Bilder immer auch den Schauplatz berücksichtigen, der ebenso grandios wie menschenfeindlich ist, und die Tageszeiten mit ihren sich radikal ändernden Lichtverhältnissen und Stimmungen."

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