Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

EWIGE SCHÖNHEIT

EWIGE SCHÖNHEIT

Regie Marcel Schwierin
Kinostart 14.04.2005

Kritiken • EWIGE SCHÖNHEIT

19. April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • Der Spiegel

Laut Wiebke Brauer will der Film auf- und erklären. "Die meisten dieser Aufnahmen sind so bekannt wie ein zu oft wiederholter Spielfilm im Privatfernsehen. Manche der von Schwierin akribisch zusammen getragenen Filmausschnitte sind jedoch in ihrer ideologischen Abgefeimtheit neu und erschreckend, vor allem in ihrer Aneinanderreihung. Die Darstellung des Juden in Veit Harlans JUD SÜß mag man schon einmal gesehen haben, die damals gezeigten Aufnahmen von Juden, die ein Rind schächten, jedoch nicht. Dieser Film-Ausschnitt wird - wie heute auch üblich - von einer Warnung für empfindliche Gemüter eingeleitet, denn bei dem Schnitt durch die Kehle des Tieres hält die Kamera gnadenlos auf das verendende Vieh. Grässlich sind diese Bilder."

16. April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • Die Tageszeitung

Nichts wirklich Neues hat Dietmar Kammerer entdeckt. "So viel war schon immer klar und wird einem beim Ansehen dieser Bilder wieder überdeutlich vor Augen geführt: die Mittel der blendnerischen Propaganda, die effektvolle Inszenierung der Massen und der auserwählten wenigen, die Fahnenwälder und Fackelspiele, der ganze Theaterdonner waren für die Nazichargen kein bloßer Zusatz zu ihren eigentlichen Absichten und keine Ablenkung vom Terror der Schlägertrupps auf den Straßen, waren weder Verführung noch Täuschung. Wie kaum sonst wo kam der Nationalsozialismus in der Inszenierung der Realität ganz zu sich selbst."

15. April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • Der Freitag

Matthias Dell stellt fest: "Schwierins These ist die einer radikalen Ästhetisierung, wobei der Bestand der Bilder nicht durch ihre Schönheit erklärt wird, sondern durch die Millionen Opfer die für die "monströse Scheinwelt" ermordet wurden." Der Regisseur betätigt sich "als kritischer Exeget dessen, was Goebbels produziert hat im Wissen um die Wichtigkeit der Inszenierung. ... Auch EWIGE SCHÖNHEIT mag in mancher Hinsicht Bekanntes referieren. Der Film erzielt jedoch Wirkung durch die Genauigkeit seiner Reflexion, durch die kluge Kompilation der Bilder. Insofern ist er zum Verständnis des deutschen Nationalsozialismus womöglich besser geeignet als die in unseren Tagen so häufig geübte Nachstellung historischer Szenen."

14. April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • Berliner Zeitung

Jan Brachmann hat sich gefragt, "was der Regisseur eigentlich wissen will, wenn er sich seinem Gegenstand, den Bildern der NS-Zeit, nähert. ... Warum aber dauern diese Bilder so hartnäckig? Was sicherte ihnen damals ihre Wirkung? Was hält sie bis heute am Leben? Statt diesen Fragen nachzugehen, ordnet Schwierin die Bilder nach Kategorien des Vorab-Gewussten, nach den Stichworten, in denen uns der Nationalsozialismus seit einem halben Jahrhundert rituell erklärt wird. In wenigen Einzelfällen ist das auch hier noch aufschlussreich ... An vielen anderen Stellen aber rasten die Stichworte schnell und bequem über den Bildern ein."

14. April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Dokumenation bewältigt für Daniel Kotehnschulte das Material nicht. "Die Worte hören nicht auf, sich über die Bilder zu legen, deren Herkunft manchmal selbst in Vergessenheit geraten ist ... Das Fatale an den nun folgenden "Greatest Hits" der Nazikunst ist der falsche Eindruck, alles hätte damals ausgesehen wie von Riefenstahl, Speer und Breker gemacht. Tatsächlich haben auch diese Aushängeschilder der Nazikunst selten dem eigenen Anspruch entsprochen. ... In dem Film gibt es eine gute Passage, die vom "Bilderrecycling" im Kultur- und Spielfilm erzählt. Durchweg fehlende Titeleinblendungen nehmen der Argumentation indes ihre Transparenz. Kein Bild steht für sich, über allem liegt mehr oder weniger zutreffender Text."

14. April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • Frankfurter Rundschau

"Schwierin belegt mit Ausschnitten aus Wochenschauen, Propaganda- und Spielfilmen, wie ein Volk mittels Ästhetisierung des Opfertodes auf den Krieg vorbereitet wird. Das gelingt ihm, obwohl die Fülle des Materials in kurzen Schnittfolgen gelegentlich mehr ermüdet als erhellt. Entscheidend neue Perspektiven ergeben sich daraus nicht, auch wenn der Regisseur unbekannte Filmausschnitte präsentiert."

14. April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • Neues Deutschland

Peter Nowak lobt den Film: "Schwierin gelingt es in den 90 Minuten seines Films, das schwierige Thema überzeugend darzustellen und spannt überdies den Bogen gedanklich bis in die 50er Jahre. Wohltuend knapp, oft ironisch sind seine Kommentare. Darüber hinaus wird die bis heute wirkende Anziehungskraft der Filmbilder der Nazi-Zeit verständlich."

13. April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • fluter.de

Trotz viel Lob hat Bodo Traber einiges auszusetzen: "Nicht analytisch, sondern rein assoziativ ist meist die Deutung. Unschön schnoddrig und süffisant öfter mal der Kommentartext, besonders dann, wenn tanzende junge Mädchen im Bild sind. Und ein bisschen sehr frei ist der Umgang mit dem Material - vor allem dem aus der Weimarer Zeit: Fritz Langs DR: MABUSE, DER SPIELER oder Murnaus NOSFERATU als ideologische Vorläufer von JUD SÜSS und DER EWIGE JUDE einzustufen, ist nicht nur geschmacklos, sondern auch einfach ahistorisch. Vollends indiskutabel wird das Ganze, wenn Schwierin eine Szene aus Fritz Langs M, die Peter Lorre zeigt, ahnungs- und bedenkenlos zwischen Veit Harlans und Fritz Hipplers Abscheulichkeiten montiert."

April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

April 2005 | EWIGE SCHÖNHEIT • Kritik • film-dienst 08/2005

Als aufschlussreich bezeichnet Josef Lederle die Dokumentation. "Insgesamt trägt Schwierin rund 100 verschiedene Elemente der NS-Ästhetik zusammen und untermauert sie filmisch. So entsteht ein komplexes, (film-)historisch sehr differenziertes und zeitgeschichtlich anspruchsvolles Bild, das freilich eher als eine Art Materiallager betrachtet werden muss. Die aus dem Off vorgetragene Argumentation ist schlüssig, aber keine ausgereifte Theorie, wenngleich die These, den Nationalsozialismus als antimodernistisches Gesamtkunstwerk zu begreifen, kreative Energien freisetzt. Man schmälert die Verdienste des Film-Essays nicht, wenn man die streckenweise sehr kunstvoll gearbeitete Montage (etwa im Kapitel "Schönheit der Arbeit") als filmisches Exzerpt zu einer umfangreichen Doktorarbeit versteht, an der Schwerin gegenwärtig arbeitet."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,31623