| Regie | James L. Brooks |
| Kinostart | 07.04.2005 |
Wahnwitz, Melancholie und Sitcom-Gefühlschaos bescheinigt Sascha Westphal dem Film. "Die ungeheure Dynamik seiner Geschichten - Brooks ist zumindest Koautor all seiner Filme - erwächst aus einer ganz speziellen Art von emotionalem Chaos, die sonst eigentlich eher eine Domäne amerikanischer Sitcoms ist. Wie sie pendelt auch Spanglish unentwegt zwischen Wahnwitz und Melancholie hin und her. Ständig schlägt die Stimmung um, oft sogar mehrmals in einer einzigen Szene. Die Ereignisse und mit ihnen die Gags überschlagen sich ... Nur die Großaufnahme kann dem inneren Tumult der Brooks'schen Figuren und ihrer Darsteller gerecht werden."
Ausgesprochen freundlich kommentiert Hollywood mit dieser melancholischen Komödie die Hispanisierung der USA, schreibt Anke Westphal. "Zunächst aber ist man als Zuschauer aufgerufen, seine Sympathien oder Antipathien zwischen neurotischen Weißen und unverdorben herzlichen Latinas aufzuteilen, zwischen personell komplettem Bilderbuchmittelstand und Unterschichtsfamilientorso. ... Als Hollywood-Komödie ist der Film jedoch nie in Gefahr, weil die Werte dieser Milieus (Familie, Anstand) letztlich dieselben sind. Via Fast Food hält der american way of life ohnehin Einzug in Flors Welt. Dass die Sprache des Herzens universell ist - diese Botschaft ist nur vordergründig, und der Regisseur glaubt sie selbst nicht ganz. Flor jedenfalls beginnt, Englisch zu lernen."
SPANGLISH ist für Bert Rebhandl teils Komödie, teils Rührstück, teils Meldodram. "In einer so komplexen Familienaufstellung wie bei den Claskys agieren alle Beteiligten ständig alles Mögliche aneinander aus, ohne dass es zu einem Happy End oder einem dramatischen Ende kommen kann. Dieses Konzept von Familie als organisiertem Chaos in Permanenz funktioniert in den Sitcoms perfekt, fällt im Spielfilm jedoch fast immer einer konventionellen Dramaturgie zum Opfer. ... [Der Regisseur] erweist sich damit - bei aller Neigung zum Sentimentalen - als genuiner Auteur. Er nimmt eine populäre Form (die Komödie) und einen sehr populären Schauspieler (den Anti-Macho Adam Sandler), macht daraus aber einen zweisprachigen Frauenfilm, dem es an Zwischentönen nicht mangelt."
Jan Oberländer nennt SPANGLISH ein Moral-Märchen. "Cristina lernt, dass sie vor allem die Tochter ihrer Mutter ist, alles Amerikanische kommt später. Ist schließlich eine schöne Botschaft: Vergiss nicht, wo du herkommst, während du in Richtung Leitkultur strebst. Auch in Princeton wird das sicher gern gelesen. Außerhalb der schönen Hollywood-Welt jedoch, und das verschweigt der Film vor lauter romantischer Zauberhaftigkeit, bestehen die kulturellen Barrieren weiter."
David Kleingers ist angetan: aus dem Culture Clash jedoch eine charmante Komödie - und ein Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit. "Natürlich ist die Versuchsanordnung für das transkulturelle Kennenlernspiel mit Anfassen klar umrissen. Doch James L. Brooks Stärke war ohnehin nie die kühne Dramaturgie, sondern das Gespür für Situationen, Charaktere und vor allem Dialoge. Dass in SPANGLISH tatsächlich in den beiden titelgebenden Sprachen gescherzt, gelitten und getröstet werden darf, zeugt jedenfalls von beachtenswerter Konsequenz."
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Verpasste Chancen, schlechtes Timing und falsche Tonlagen prägen diesen Film, sagt Holger Römers unumwunden. Das Thema Multikultur beherrscht "bloß einen Subplot, wohingegen die Frage, wie Männer und Frauen beschaffen sein müssen, um zueinander zu passen, im Zentrum steht. Denn SPANGLISH ist eine melodramatisch angehauchte Romantic Comedy, und es sind deren Widersprüche, die den Film am Ende scheitern lassen."