| Regie | Michael Sturminger |
| Kinostart | 07.04.2005 |
Die Wiener Melange hat Jan Schulz-Ojala überzeugt, den die "Probleme dieses ersten Langspielfilms des österreichischen Opernregisseurs sind, wundersamerweise, auch sein Charme. ... Vor allem aber ein liebevolles Genrebild aus der Welt der Emigranten ist dieser Film aus einem dunklen Vorstadtwien, dem der Fassbinder- und Wenders-Kameramann Jürgen Jürges ein schönes Restfunkeln abgewinnt. Stanislav Lisnic geht als pubertärer Ozren wie ein verlorener Candide durch diesen ewig traurigschmutzigen Winter; statt sich gegen seine Umgebung aufzulehnen, begegnet er ihr mit seltsam frühreifer, fast stummer Trauer."
Thema des Films ist die Sehnsucht, schreibt Marion Pietrzok. "Unsäglich traurig klingt die Musik dieses schmerzenden, aber unsentimentalen Films, der seine Figuren aus der Sicht Ozrens liebevoll skizziert, und sie hallt lange Zeit nach: Wir alle sind Emigranten, herausgerissen aus der schützenden Wärme des Vaterlands, der Mutter. Jeder ist allein in der Welt, die immer eine Fremde ist."
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Für Oliver Rahayel schildert der Regisseur die Geschichte "einfühlsam, ohne Larmoyanz, und bewegend, ohne dramaturgische Mätzchen. Es ist jene für den österreichischen Film charakteristische psychologische und inszenatorische Gratwanderung zwischen Gesellschaftsstudie und Karikatur, die HURENSOHN trotz des deprimierenden Themas erhebend und erhellend macht. Sturminger scheut sich auch nicht, die Themen Jugoslawienkrieg und Migration einzubringen, aber eben so, wie diejenigen davon sprechen, die das Leid selbst erlebt haben: Es bleibt bei Andeutungen; am liebsten wird das Erlebte verschwiegen. Das unterscheidet den Film von den vielen gut gemeinten Versuchen, dieses traumatisierende Thema ins Kino zu bringen."